Homöopathie A–Z – Homöopathische Arzneien
Das Arzneimittel-Lexikon bietet einen Überblick über wichtige homöopathische Arzneien – mit kurzen Beschreibungen, typischen Einsatzbereichen und Links zu ausführlichen Informationen. Die alphabetische Navigation erleichtert den schnellen Einstieg.
Bitte beachten Sie die Regeln der Homöopathie für die Selbstbehandlung, denn nur das zu Ihren individuellen Symptomen passende Mittel wird in der Lage sein, Ihnen auch zu helfen. Die Arzneimittel sind nach ihren lateinischen Namen sortiert. Wenn Sie nur den deutschen Namen kennen, geben Sie ihn bitte in der Suchfunktion ein. Für Fragen zur rechtlichen Stellung homöopathischer Arzneimittel verweist das BfArM auf weiterführende Informationen.
Arzneimittel mit A
Aconitum napellus – Blauer Eisenhut
Wird in der homöopathischen Praxis häufig bei plötzlich einsetzenden Beschwerden genutzt, insbesondere wenn sie mit Unruhe, Schreck oder Kälteeinwirkung verbunden auftreten.
Antimonium tartaricum – Brechweinstein
Kommt traditionell bei schleimigen Atemwegsbeschwerden zum Einsatz, besonders wenn Husten schwächend wirkt und das Abhusten erschwert ist.
Apis mellifica – die Honigbiene
Wird meist bei Beschwerden verwendet, die mit Schwellungen, Wärmeempfindlichkeit oder stechenden Schmerzen einhergehen.
Argentum nitricum – Silbernitrat
Findet vor allem Anwendung bei nervöser Anspannung, Erwartungsstress und Magen-Darm-Beschwerden, die durch Aufregung verstärkt werden können.
Arnica montana – Bergwohlverleih
Wird oft nach Verletzungen, Prellungen oder körperlicher Überlastung verwendet und zählt zu den bekanntesten Mitteln der homöopathischen Hausapotheke.
Aurum metallicum – Gold
Wird traditionell in Situationen genutzt, die mit innerer Erschöpfung, Schweregefühlen oder Belastungsempfindungen verbunden sind.
Arzneimittel mit B
Belladonna – Tollkirsche
Wird in der homöopathischen Praxis häufig bei plötzlich einsetzenden, fieberhaften Beschwerden genutzt, besonders wenn sie mit Hitzegefühl, klopfenden Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit verbunden auftreten.
Bellis perennis – Gänseblümchen
Kommt traditionell bei Verletzungen oder Überlastungen von Weichteilen zum Einsatz und wird oft als ergänzendes Mittel zu Arnica gesehen, besonders nach stumpfen Traumata oder Operationen.
Borax – Natriumtetraborat
Wird vor allem bei Beschwerden verwendet, die mit hoher Empfindlichkeit auf Erschütterung oder plötzliche Bewegungen verbunden sind, insbesondere im Bereich der Schleimhäute.
Bryonia alba – Weiße Zaunrübe
Findet Anwendung bei Beschwerden, die sich durch Ruhe bessern und durch Bewegung verschlimmern, häufig im Zusammenhang mit Trockenheitsempfindungen oder ziehenden Schmerzen.
Arzneimittel mit C
Camphora – Kampfer
Wird traditionell bei plötzlicher Schwäche, Kälteempfindlichkeit oder Kreislaufbelastung genutzt und zählt zu den klassischen Akutmitteln der homöopathischen Hausapotheke.
Cantharis – die spanische Fliege
Findet Anwendung bei Beschwerden, die mit brennenden Schmerzen, Harndrang oder Reizungen der Schleimhäute verbunden auftreten.
Carbo vegetabilis – die Holzkohle
Wird häufig verwendet, wenn Erschöpfung, Kälteempfindlichkeit und verlangsamte Regeneration im Vordergrund stehen, besonders nach langer Belastung oder Rekonvaleszenz.
Calcium carbonicum – Austernschalenkalk
Wird häufig bei Erschöpfung, Überforderung oder langsamer Regeneration eingesetzt, besonders wenn körperliche oder geistige Belastung schnell ermüdend wirkt.
Calendula – Ringelblume
Kommt traditionell bei Haut- und Weichteilbeschwerden zum Einsatz, insbesondere wenn eine sanfte Pflege oder Unterstützung der natürlichen Regeneration gewünscht ist.
Causticum – Ätzstoff
Wird in der homöopathischen Praxis vor allem bei Beschwerden genutzt, die mit Schwächegefühlen, Trockenheit oder brennenden Empfindungen einhergehen.
Chamomilla – die Kamille
Wird häufig bei Beschwerden mit ausgeprägter Empfindlichkeit, Reizbarkeit oder Unruhe verwendet, besonders bei Kindern oder im Zahnungsalter.
China – Chinarinde
Findet Anwendung bei Schwächezuständen nach Flüssigkeitsverlust oder längerer Belastung und wird oft eingesetzt, wenn Erschöpfung und Reizbarkeit zusammen auftreten.
Cocculus indicus – Kockelskörner
Wird traditionell bei Beschwerden verwendet, die mit Schwindel, Übelkeit oder Erschöpfung durch Schlafmangel verbunden sind.
Colocynthis – die Koloquinte
Kommt bei krampfartigen Beschwerden zum Einsatz, die durch Wärme oder Druck gelindert werden und oft mit Gereiztheit einhergehen.
Conium – gefleckter Schierling
Wird in der homöopathischen Praxis bei Beschwerden genutzt, die mit Verhärtung, Schweregefühlen oder Empfindlichkeit gegenüber Bewegung verbunden auftreten.
Arzneimittel mit D
Drosera – der Sonnentau
Wird häufig bei Hustenbeschwerden genutzt, die krampfartig, reizend oder anfallsweise auftreten, besonders wenn der Husten nachts stärker wird.
Dulcamara – der Bittersüß
Kommt traditionell bei Beschwerden zum Einsatz, die nach Kälte, Nässe oder Witterungswechsel auftreten und mit Muskelverspannungen oder steifen Gelenken verbunden sein können.
Arzneimittel mit E
Eupatorium – Wasserhanf
Wird traditionell bei grippeähnlichen Beschwerden genutzt, die mit ausgeprägten Gliederschmerzen, Frösteln und Erschöpfung einhergehen.
Euphrasia officinalis – Augentrost
Findet Anwendung bei Augenbeschwerden wie tränenden, brennenden oder lichtempfindlichen Augen, besonders im Zusammenhang mit Erkältungen oder allergischen Reaktionen.
Arzneimittel mit F
Ferrum phosphoricum – Eisenphosphat
Wird traditionell in frühen Stadien entzündlicher Erkrankungen genutzt, besonders wenn Symptome wie leichtes Fieber, Erschöpfung oder allgemeines Unwohlsein im Vordergrund stehen.
Arzneimittel mit G
Galphimia glauca – Kleiner Goldregen
Wird traditionell bei Heuschnupfen, tränenden Augen und reizbedingtem Niesen verwendet und zählt zu den bekannten Mitteln in der homöopathischen Allergiebehandlung.
Gelsemium – Wilder Jasmin
Findet Anwendung bei grippeähnlichen Beschwerden mit ausgeprägter Schwäche, Schweregefühl, Müdigkeit und nervöser Anspannung, oft begleitet von Frösteln und Zittrigkeit.
Arzneimittel mit H
Hepar sulfuris calcareum – Calcium-Schwefelleber
Wird traditionell bei eitrigen oder sehr schmerzhaften Entzündungen verwendet, besonders wenn Betroffene eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit oder Kälteempfindlichkeit zeigen.
Hypericum perforatum – Johanniskraut
Findet vor allem Anwendung bei Verletzungen, die nervenreiches Gewebe betreffen, etwa Quetschungen, Prellungen oder neuralgischen Schmerzen.
Arzneimittel mit I
Ignatia – Ignazbohne
Wird traditionell bei seelischer Belastung, Kummer, innerer Anspannung oder nervösen Beschwerden eingesetzt, oft begleitet von wechselnden oder paradoxen Symptomen.
Ipecacuanha – Brechwurzel
Findet Anwendung bei Übelkeit und Erbrechen, die anhaltend sind und sich durch Erbrechen kaum bessern, häufig im Zusammenhang mit Husten, Magenreizungen oder Infekten.
Arzneimittel mit K
Kalium bichromicum – Kaliumbichromat
Wird traditionell bei zähem, fadenziehendem Schleim eingesetzt, besonders bei Nebenhöhlenbeschwerden, hartnäckigem Husten oder entzündlichen Schleimhautreizungen.
Arzneimittel mit L
Lac caninum – Hundemilch
Wird traditionell bei entzündlichen Beschwerden im Halsbereich eingesetzt, besonders wenn die Symptome stark seitenwechselnd auftreten oder sich unter Berührung verstärken.
Lachesis – Gift der Buschmeisterschlange
Findet Anwendung bei Beschwerden, die mit Hitzegefühl, Engeempfindungen, Reizbarkeit oder Verschlechterung durch Druck einhergehen, häufig im Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen.
Ledum – Sumpfporst
Wird genutzt bei Stichverletzungen, Prellungen oder entzündlichen Gelenkbeschwerden, die sich durch Kälte bessern und durch Wärme verschlechtern.
Lycopodium – Keulen- oder Kolbenbärlapp
Kommt häufig bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Völlegefühl sowie einseitigen Kopfschmerzen zum Einsatz und zählt zu den klassischen Mitteln der homöopathischen Hausapotheke.
Arzneimittel mit M
Mercurius solubilis – Quecksilber
Wird traditionell bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt, die mit starkem Speichelfluss, geschwollenen Schleimhäuten, Mundgeruch oder wechselnden Hitze- und Kälteempfindungen einhergehen.
Arzneimittel mit N
Natrium muriaticum – Steinsalz / Kochsalz
Wird traditionell bei Beschwerden eingesetzt, die mit Erschöpfung, Kopfschmerzen, emotionaler Verletzlichkeit, trockenen Schleimhäuten oder wiederkehrenden Infekten einhergehen.
Nux vomica – Brechnuss
Findet Anwendung bei reizbarer Verdauung, Magendruck, Übelkeit, stressbedingten Beschwerden sowie Überempfindlichkeit gegenüber Reizen. Ein klassisches Mittel bei „zu viel Stress, zu viel Kaffee, zu wenig Ruhe“.
Arzneimittel mit O
Opium – Schlafmohn
Wird traditionell bei Beschwerden eingesetzt, die mit Schockreaktionen, Benommenheit, verlangsamten Körperfunktionen oder einer ungewöhnlichen Schmerzunempfindlichkeit einhergehen.
Arzneimittel mit P
Petroleum – Steinöl
Wird traditionell bei stark trockener, rissiger Haut, Wetterempfindlichkeit und Beschwerden eingesetzt, die sich durch Kälte oder Zugluft verschlechtern.
Phosphorus – Phosphor
Findet Anwendung bei Erschöpfung, Infektanfälligkeit, Reizbarkeit sowie Beschwerden der Atemwege, die mit Husten, Schwäche oder starkem Durst einhergehen.
Phytolacca – Kermesbeere
Wird genutzt bei Beschwerden im Halsbereich, die mit stechenden Schmerzen oder geschwollenen Lymphknoten verbunden sind, häufig im Rahmen akuter Infekte.
Podophyllum – Fußblatt
Traditionell eingesetzt bei Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei starkem, wässrigem Durchfall mit krampfartigen Bauchschmerzen.
Pulsatilla – Wiesenküchenschelle
Kommt häufig bei sanften, sensiblen oder weinerlichen Zuständen zum Einsatz, besonders bei wechselnden Symptomen, Verdauungsbeschwerden oder Infekten, die sich an frischer Luft bessern.
Arzneimittel mit R
Ranunculus bulbosus – Knolliger Hahnenfuß
Wird traditionell bei stechenden, brennenden Schmerzen eingesetzt, besonders im Bereich der Rippen, Muskeln oder Nerven, etwa bei neuralgischen Beschwerden.
Rhus toxicodendron – Giftsumach
Findet Anwendung bei Beschwerden, die sich durch Anlaufen bessern und durch Ruhe verschlechtern – typische Einsatzgebiete sind Muskel- und Gelenkschmerzen, Zerrungen oder Überlastungen.
Rumex – Krauser Ampfer
Wird häufig bei trockenem, kitzelndem Reizhusten genutzt, der sich bei Kälte, Sprechen oder Einatmen kühler Luft verschlimmert.
Ruta graveolens – Gartenraute
Kommt bei Beschwerden des Bewegungsapparates zum Einsatz, besonders bei Sehnenreizungen, Verstauchungen oder Augenüberanstrengung.
Arzneimittel mit S
Sambucus nigra – Holunder
Wird traditionell bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt, besonders wenn nächtliche Hustenanfälle oder plötzlich auftretende Atemnot bei Kindern im Vordergrund stehen.
Sarsaparilla – Steckweide
Findet Anwendung bei Beschwerden der Harnwege, etwa brennenden Schmerzen beim Wasserlassen oder krampfartigen Beschwerden beim Ende des Harnstrahls.
Sepia – Tinte des Tintenfischs
Wird häufig bei Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder hormonell bedingten Beschwerden genutzt, besonders wenn Abneigung gegen Nähe oder Reizbarkeit im Vordergrund stehen.
Silicea – Kieselsäure
Kommt zum Einsatz bei langwierigen Entzündungen, eitrigen Prozessen oder Schwächezuständen, oft bei Kälteempfindlichkeit und Neigung zu wiederkehrenden Infekten.
Spongia – Meerschwamm
Wird traditionell bei trockenem, bellendem Husten verwendet, der sich durch Wärme bessert und besonders nachts auftreten kann.
Staphisagria – Stephanskörner
Findet Anwendung bei Beschwerden nach Kränkung, Ärger oder emotionaler Verletzung sowie bei Schnittverletzungen oder Reizblase.
Sulfur – Schwefel
Wird traditionell bei Hautbeschwerden, Juckreiz, Ekzemen oder brennenden Beschwerden eingesetzt und zählt zu den grundlegenden Mitteln der Homöopathie.
Arzneimittel mit T
Tabacum – Tabak
Wird traditionell bei Übelkeit, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden eingesetzt, besonders wenn sich die Symptome durch Wärme verschlimmern und anhaltende Kälteempfindlichkeit besteht.
Thuja – Lebensbaum
Kommt häufig bei Beschwerden zum Einsatz, die mit Haut, Schleimhäuten oder Warzenbildung zusammenhängen, und wird in der homöopathischen Praxis auch bei Erschöpfungszuständen oder innerer Anspannung verwendet.
Arzneimittel mit V
Veratrum album – Nieswurz
Wird traditionell bei Beschwerden eingesetzt, die mit Kreislaufzusammenbrüchen, starkem Schwitzen, Erbrechen oder plötzlicher Schwäche einhergehen. In der homöopathischen Praxis zählt es zu den klassischen Mitteln bei akuten Kollapszuständen und heftigem Erbrechen.
