Cantharis, die spanische Fliege, ist ein homöopathisches Arzneimittel, das in Arzneimittelbildern vor allem mit brennenden, reizenden Beschwerden in Verbindung gebracht wird. Für die Mittelwahl sind neben der Art der Beschwerden auch Begleitsymptome, Auslöser und Modalitäten wichtig.

Cantharis, die Spanische Fliege, gehört trotz ihres Namens zur Familie der Ölkäfer und lebt vor allem in Südeuropa und im afrikanischen Mittelmeergebiet. Der Käfer sondert bei Bedrohung ein giftiges, stark hautreizendes Sekret ab, das Cantharidin enthält. Dieser Stoff wurde früher unter anderem in sogenannten Cantharidenpflastern verwendet. Innerlich eingenommen kann Cantharidin bereits in geringen Mengen schwere Vergiftungen verursachen. Als Ausgangssubstanz für die homöopathische Anwendung dient der gesamte getrocknete Käfer.

Einsatzbereiche von Cantharis, die spanische Fliege

Cantharis hat einen starken Bezug zur Haut und zu den Schleimhäuten. Es wird in erster Linie bei akuten Harnwegsinfektionen eingesetzt. Aber auch bei Verbrennungen, Verbrühungen, Sonnenbrand und Hautausschlägen mit Blasenbildung kommt es häufig zur Anwendung.

Leitsymptome von Cantharis, die spanische Fliege

  • Reizung der Haut und Schleimhäute mit heftiger Entzündung, Blasenbildung, Juckreiz
  • Starke stechende, brennende, schneidende Schmerzen
  • Verkrampfungen in Magen-Darm-Trakt und ableitenden Harnwegen
  • Häufiger, schmerzhafter Harndrang, aber nur tröpfchenweise Harnentleerung
  • Blutiger Urin, brennt wie Feuer
  • Nervosität, Unruhe, Reizbarkeit

Modalitäten

Besser

  • Warme Anwendungen
  • Ruhe

Schlimmer

  • Berührung mit Wasser
  • Wasserlassen
  • Trinken, kalte Getränke, Kaffee
  • Licht

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel von Cantharis, die spanische Fliege

Arsenicum album

  • Ähnlich: Schwäche. Ruhelosigkeit. Brennende Schmerzen. Scharfe, wundmachende Absonderungen.
  • Unterschied: Angst. Durst auf große Mengen. Blasenbildung und blutige Absonderungen untypisch.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Causticum

  • Ähnlich: Starker Bezug zu Haut und Schleimhäuten. Wichtiges „Verbrennungsmittel“. Verschlimmerung durch Kaffee.
  • Unterschied: Besserung durch kalte Getränke. Wundheits- bzw. Rohheitsgefühl, als läge das Fleisch bloß. Unwillkürlicher Harnabgang beim Husten, Niesen, Lachen. Wichtig bei schlecht heilenden oder schlecht vernarbten Wunden.
    ( gehe zu Causticum )

Staphisagria

  • Ähnlich: Ausgeprägte Reizbarkeit. Starker Bezug zu den Harnorganen. Häufiger Harndrang. Stechende Schmerzen. Verschlimmerung durch Berührung. Besserung durch Wärme.
  • Unterschied: Wichtiges „Verletzungsmittel“ bei Stich- und Schnittverletzungen durch scharfe, schneidende Gegenstände und auch nach operativen Eingriffen (OP-Wunde, Blasenspiegelung, Blasenkatheter). Reizblase und Blasenentzündung durch Geschlechtsverkehr. (Akute) Beschwerden durch unterdrückten Ärger und (eingebildete) Kränkungen.
    ( gehe zu Staphisagria )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.


Informationen zur Homöopathie

Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.

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