Die überwiegende Zahl der gesetzlichen Krankenkassen bietet ihren Versicherten die ärztlich-homöopathische Behandlung bei einem Vertragsarzt an. Dazu haben sie mit einem Anbieter, wie z.B. der MGL Managementgesellschaft für Gesundheitsleistungen mbH, deren 100%iger Gesellschafter der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte ist, einen besonderen Versorgungsvertrag geschlossen. Vorausgesetzt, Ihre Krankenkasse hat einen solchen Vertrag abgeschlossen, müssen Sie für die homöopathische Behandlung in einer teilnehmenden Vertragsarztpraxis nicht selber bezahlen, sondern die Kosten der Behandlung werden direkt mit Ihrer Krankenkasse abgerechnet.

Eine homöopathische Erstanamnese nach den derzeitigen Versorgungsverträgen dauert bei Erwachsenen und Jugendlichen ab dem 13. Lebensjahr mindestens eine Stunde – bei Kindern mindestens 40 Minuten – und kann höchstens einmal im Jahr abgerechnet werden. Eine mindestens 30-minütige Folgeanamnese wird höchstens einmal pro Quartal bezahlt, eine 15-minütige Folgeanamnese höchstens zweimal pro Quartal. Eine homöopathische Beratung kann fünfmal pro Quartal auf Kosten der beteiligten Krankenkassen stattfinden. Der Versicherte muss außer für die Arzneimittel keinen Cent aus der eigenen Tasche für die Homöopathie zahlen.

So funktioniert die Teilnahme am Selektivvertrag Homöopathie

  • Sie sind gesetzlich versichert.
  • Ihre Krankenkasse hat einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Dies erfahren direkt bei Ihrer Krankenkasse oder den einzelnen Anbietern, wie z.B. der MGL Managementgesellschaft für Gesundheitsleistungen mbH (→ Liste der teilnehmenden gesetzlichen Krankenkassen bei der MGL). – Wenn nicht, besteht die Möglichkeit zum Wechsel der Krankenkasse. Informationen zum Kassenwechsel erhalten Sie beim Bundesministerium für Gesundheit.
  • Sie sind in Behandlung bei einem am Vertrag Ihrer Krankenkasse →teilnehmenden Vertragsarzt mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie (Ärztekammer) oder dem Homöopathie-Diplom des DZVhÄ.

Sie unterschreiben eine Teilnehmererklärung und erhalten die ärztlichen Leistungen ohne Zuzahlung.

Private Krankenzusatzversicherung

Als Selbstzahler oder mit einer privaten Zusatzversicherung für die Behandlung bei einem homöopathischen tätigen Arzt oder einer homöopathisch tätigen Ärztin stehen Ihnen auch homöopathische Privatpraxen offen. Nicht nur Privatpatienten, auch viele gesetzlich Versicherte entscheiden sich für eine privatärztlich homöopathische Behandlung, besonders wegen der Möglichkeit zur noch zeitintensiveren Betreuung – gerade bei chronischen und komplizierten Erkrankungen kann dies von Bedeutung sein. Auch wenn Ihre Krankenkasse kein homöopathisches Versorgungsangebot hat undSie  den Wechsel der Krankenkasse scheuen, kann eine Zusatzversicherung die richtige Alternative sein.

  • Weitere Informationen finden Sie hier.

Auf die Qualifikation des Arztes achten

Grundsätzlich sollten Sie auf die Qualifikation des Arztes achten und sich nicht scheuen zu fragen, ob mit klassischer Einzelmittelhomöopathie behandelt wird. Die umfassendste Ausbildung haben Ärzte mit dem „Homöopathie-Diplom“ des DZVhÄ. Sie haben eine dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung abgeschlossen und verpflichten sich zu einer regelmäßigen homöopathischen Fortbildung. Die Ausbildungszeit für das Diplom übersteigt damit deutlich die Anforderungen der Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer im Rahmen der offiziellen Zusatzbezeichnung „Homöopathie“.

Gesamtliste aller an den Versorgungsverträgen Homöopathie

der MGL Managementgesellschaft für Gesundheitsleistungen mbH teilnehmenden Vertragsärzten finden Sie hier.

Suchen Sie speziell DZVhÄ-Mitgliedsärzte, finden Sie diese in der Arztsuche-Datenbank des DZVhÄ.

Sofern Ihre Krankenkasse einen Versorgungsvertrag Homöopathie mit einem anderen Anbieter als der MGL abgeschlossen hat, erfragen Sie bitte bei diesem bzw. Ihrer Krankenkasse die teilnehmenden Ärzte.

Foto: I-vista / pixelio.de