Staphisagria – Stephanskörner

Substanz

Staphisagria wird gewonnen aus einer in Südeuropa heimischen Ranunculazee, die dem Rittersporn botanisch verwandt ist; sie heißt auch „Stephanskörner” oder „Läusepfeffer”. Der zu-letzt genannte Name erinnert daran, dass Staphisagria in Reinform und als Salbe zubereitet sehr lange gegen Läuse Verwendung fand

Einsatzbereiche

Staphisagria passt für psychovegetativ ausgelöste körperliche Beschwerden, wenn Ärger, Kränkung oder Kummer am Anfang der Krankheit steht. In der Folge kommt es dann zu Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, besonders oft aber zu Bauch- und Magenbeschwerden, die kolikartig sein können. Eine weitere Folge kann sein, dass die auslösenden Emotionen „unter die Haut ” gehen und Hautausschläge auslösen können. Ein dritter anfälliger Bereich ist die Blasen- und Harnröhrenregion. Aber nicht nur emotionale, sondern auch körperliche Verletzungen (Schnitte, Operationen) und ihre Folgen finden in Staphisagria oft ihre heilende Arznei.

Leitsymptome

  • Nervöses Zittern, z.T. auch Zittern aus unterdrückter Wut
  • Sehr empfindlich auf Beleidigungen oder Kränkungen
  • Ärgerlich; wirft im Zorn mit Gegenständen; aber auch
  • Unterdrückter Zorn, aus dem andere Beschwerden folgen
  • Gerstenkörner
  • Zahnschmerzen durch Karies; Schmerz strahlt evtl. zu den Augen aus
  • Immer hungrig wegen Leeregefühl im Magen
  • Bauch- und Magenschmerzen nach Ärger
  • Reizblase mit häufigem Harndrang
  • Blasenreizung bei Frauen nach erstem Geschlechtsverkehr
  • Neigung zum Masturbieren
  • Heftiges Gähnen ohne Müdigkeit
  • Meist sensible, mitfühlende Menschen

Modalitäten

Schlimmer

  • Ärger; Streit; Empörung; Beleidigungen
  • Nach Masturbieren
  • Berührung
  • Kalte Getränke

Besser

  • Wärme
  • Ruhe
  • Nach dem Frühstück

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel

Ignatia

  • Ähnlich: Beschwerden durch Ärger; schlimmer durch Berührung; Leeregefühl im Bauch; neigt zum Unterdrücken seiner Emotionen, seines Zornes; Gähnen krampfhaft ohne Müdigkeit.
  • Unterschied: Leidet eher im Stillen; Ärger führt eher zu Kloßgefühl im Hals oder zu Brustenge, bei Staphisagria eher zu Magenschmerzen, Haut- oder Blasenproblemen.
    ( gehe zu Ignatia )

Nux vomica

  • Ähnlich: Magenschmerz durch Erregung und Stress; Zittern durch Ärger; Krampfartige Magen- und Bauchschmerzen.
  • Unterschied: Viele Empfindlichkeiten wie zum Beispiel Kaffee, Alkohol, Kälte, Gerüche, Geräusche, Berührung, Ärger, Kleiderdruck; lässt seinen zornigen Emotionen freien Lauf; neigt zu Sodbrennen und krampfhafter Verstopfung; meist ausgesprochen kälteempfindlich; meist lebhafte und ehrgeizige Menschen.
    ( gehe zu Nux vomica )

Colocynthis

  • Ähnlich: Plötzlich auftretende Krampfschmerzen; oft nach Ärger oder ähnlichen heftigen Emotionen; besser durch Wärme; Gefühl, als wären die Därme zwischen Steinen gequetscht.
  • Unterschied: Besser durch festen Druck; verbunden mit Blähungsauftreibung des Bauches; schreit eventuell vor Schmerz; schlimmer nachts.
    ( gehe zu Colocynthis )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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