Wenn Wasserlassen brennt und der Harndrang nicht nachlässt
Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder Druck im Unterbauch können sehr unangenehm sein. Manchmal treten die Beschwerden plötzlich auf, manchmal kommen sie immer wieder oder machen sich besonders nachts bemerkbar.
Nicht immer steckt eine Blasenentzündung dahinter. Auch Reizblase, eine überaktive Blase, hormonelle Veränderungen oder andere Ursachen können eine Rolle spielen. Deshalb ist es wichtig, Beschwerden nicht vorschnell einzuordnen.
Nicht jede Blasenbeschwerde ist eine Blasenentzündung
Bei einer Blasenentzündung treten häufig Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen oder Druck im Unterbauch auf. Der Urin kann trüb sein oder unangenehm riechen. Manche Betroffene müssen nur kleine Mengen Wasser lassen und haben trotzdem das Gefühl, die Blase sei nicht leer.
Häufiger Harndrang oder nächtliche Toilettengänge können aber auch andere Ursachen haben. Bei Männern kann zum Beispiel eine gutartige Prostatavergrößerung dahinterstehen. Auch Beschwerden ohne nachweisbare Infektion sollten ärztlich eingeordnet werden, wenn sie länger anhalten oder wiederkehren.
Was zunächst entlasten kann
Bei leichteren Beschwerden empfinden viele Menschen Wärme im Unterbauch, Ruhe und ausreichend Flüssigkeit als angenehm. Wer sich unwohl fühlt, sollte sich körperlich nicht zusätzlich belasten und den Verlauf aufmerksam beobachten.
Wenn die Beschwerden häufiger auftreten, kann es hilfreich sein, auf mögliche Auslöser zu achten: etwa Kälte, Stress, wenig Trinken oder Situationen, nach denen die Beschwerden regelmäßig beginnen.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Ärztliche Hilfe sollte zeitnah eingeholt werden, wenn Fieber, Schmerzen in der Nierengegend oder im Rücken, Übelkeit, Erbrechen, Blut im Urin oder ein starkes Krankheitsgefühl hinzukommen. Das gilt auch bei Beschwerden in der Schwangerschaft, bei Kindern, Männern oder wenn Blasenbeschwerden immer wieder auftreten. Flankenschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen können auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen und sollten rasch abgeklärt werden.
Wenn der Harndrang immer wiederkommt
Wiederkehrender Harndrang, nächtliche Toilettengänge oder das Gefühl, die Blase nie ganz entleeren zu können, können den Alltag stark belasten. Gerade wenn keine eindeutige Infektion nachweisbar ist, lohnt sich eine genaue ärztliche Einordnung.
Auch bei immer wiederkehrenden Beschwerden ist es sinnvoll, mögliche Ursachen gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt zu klären, statt dauerhaft nur einzelne Symptome zu behandeln.
Welche homöopathischen Mittel bei Blasenbeschwerden beschrieben werden
In der Homöopathie richtet sich die Wahl eines Arzneimittels nach dem genauen Beschwerdebild. Entscheidend ist zum Beispiel, ob Brennen, Stechen, häufiger Harndrang, Druckgefühl, nächtliche Beschwerden oder Schmerzen beim Wasserlassen im Vordergrund stehen.
Apis
Brennende und stechende Schmerzen oft schon zu Beginn des Wasserlassens; häufiger schmerzhafter Harndrang, bei Frauen oft vor der Menstruation; der Urin wird als heiß empfunden und geht nur tröpfelnd ab; oft spärlicher Urin; Empfindlichkeit und Verschlimmerung der Beschwerden durch Wärme (!), lokale Kälteanwendung führt zur Beschwerdelinderung. Meist durstlos. Manchmal mit Wassereinlagerungen im Gewebe, zum Beispiel um die Augen.
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Cantharis
Der Schmerz steht hier ganz im Vordergrund! Der Schmerz ist schneidend, brennend, krampfartig, der Kranke zieht die Beine an und schreit vor Schmerz; jeder einzelne Tropfen brennt wie Feuer; die geringste Urinmenge in der Blase löst bereits wieder heftigen Harndrang aus; der Urin kann rasch blutig werden.
Dulcamara
Harnwegsinfekt bei jeder Erkältung, vor allem nach kalter Nässe; oft passend nach warmen Tagen und abendlicher Abkühlung, zum Beispiel im Herbst; dann auch sofort häufigerer Harndrang.
Lycopodium
Druck, Schwere- und Völlegefühl in der Blase, muss aber lange warten, bis der Urinfluss beginnt; übelriechender Urin mit rötlichem, sandigem Bodensatz; oft begleitend Blähungen.
Nux vomica
Ständiger, aber erfolgloser Harndrang, Urin geht nur tropfenweise ab und dann scheint sich der Blasenausgang wieder zusammenzukrampfen; oft nach Kälteexposition, deutliche Linderung durch lokale Wärmeanwendung.
Pulsatilla
Rasch zunehmender Schmerz in der Blase, wenn der Kranke beim Auftreten von Harndrang nicht sofort urinieren kann; muss sich ständig auf die Blase konzentrieren, sonst geht Urin unwillkürlich ab, ebenso beim Husten, Niesen oder Lachen; Gefühl die Blase sei zu voll; bei Frauen vor der Menstruation schlimmer, aber auch bei Rückenlage;
Sarsaparilla
Reichlicher Harnfluss mit Schmerz erst am Ende des Wasserlassens; kann oft nur im Stehen urinieren; Abgang von rötlichem „Sand“ mit dem Urin.
Sepia
Harndrang, „als ob die Gebärmutter nach außen drängen“ würde; Frösteln beim Harndrang oder beim Wasserlassen; muss sich zum Urinieren beeilen, sonst geht Urin unwillkürlich ab; manchmal milchiger Urin, der wie Feuer brennt; bei Frauen schlimmer während der Menstruation.
( gehe zu Sepia )
Staphisagria
Harnwegsinfekt nach Geschlechtsverkehr, besonders bei jüngeren Frauen nach dem ersten sexuellen Kontakt; Gefühl, nach dem Wasserlassen „nicht fertig“ zu sein; besser durch zusammengekrümmtes Liegen in Seitenlage.
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Wie sollten homöopathische Arzneimittel eingenommen werden?
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Arzneimittel die Potenz C12. Zwei bis drei Globuli gelten als eine Gabe.
Bei Bedarf kann eine Gabe bis zu viermal täglich wiederholt werden. Zwischen den Gaben sollte jeweils abgewartet werden, wie sich die Beschwerden entwickeln.
Die Globuli lässt man im Mund zergehen. Etwa 15 Minuten vor und nach der Einnahme sollte möglichst nichts gegessen oder getrunken werden.
Bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden sowie bei Beschwerden von Kindern sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Homöopathie kann eine sorgfältige Beobachtung und notwendige medizinische Hilfe nicht ersetzen.
Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
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