Nux vomica, die Brechnuss, wird in der Homöopathie häufig bei Beschwerden nach Überlastung, Reizstoffen oder ungewohnten Belastungen beschrieben. Dazu können Übelkeit, Völlegefühl, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder Beschwerden nach Medikamenten gehören. Entscheidend ist immer das gesamte Beschwerdebild.
Typische Einsatzbereiche von Nux vomica
Nux vomica wird in der Homöopathie häufig bei Beschwerden beschrieben, die nach Überlastung, ungewohnten Belastungen oder dem Zuviel an Genussmitteln auftreten. Typisch sind Menschen, die sich schnell gereizt, überfordert oder „aus dem Takt“ fühlen und gleichzeitig körperliche Beschwerden entwickeln.
Magen und Verdauung
Nux vomica kann bei Übelkeit, Völlegefühl, saurem Aufstoßen, krampfartigen Magenschmerzen oder Würgen beschrieben werden. Häufig stehen die Beschwerden im Zusammenhang mit zu reichlichem Essen, Alkohol, Kaffee, scharfem Essen oder wenig Schlaf.
Beschwerden nach Medikamenten oder Narkose
Auch nach Medikamenten, einer Narkose oder anderen ungewohnten Belastungen wird Nux vomica in der Homöopathie häufig genannt. Dabei können Übelkeit, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Benommenheit oder Kreislaufbeschwerden im Vordergrund stehen.
Reizbarkeit, Überforderung und Schlafmangel
Typisch sind eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber Lärm, Licht, Gerüchen oder Störungen sowie Reizbarkeit, Ungeduld und innere Anspannung. Beschwerden können nach Stress, geistiger Anstrengung oder zu wenig Schlaf auftreten.
Erkältung und Schnupfen
Nux vomica wird außerdem bei Erkältungsbeschwerden beschrieben, besonders wenn die Nase nachts verstopft ist, Betroffene leicht frieren oder sich nach Zugluft und Kälte krank fühlen.
Kopf- und Zahnbeschwerden
Auch bei Kopfschmerzen kann Nux vomica in Betracht kommen, wenn starke Reizbarkeit, Empfindlichkeit gegenüber äußeren Einflüssen und eine Besserung durch Wärme dazugehören.
Leitsymptome von Nux vomica
- Folge von Schlafmangel
- Folge von Stress, geistiger Anstrengung
- Reizbarkeit, Jähzorn, Ungeduld
- Empfindlichkeit gegen Lärm, Licht, Gerüche und Berührung
- Verlangen nach bzw. Folgen von Genussmitteln, Medikamenten und Stimulanzien
- kälteempfindlich, Beschwerden nach Zugluft
- verstopfte Nase, besonders nachts
- Magenverstimmung mit Übelkeit, saurem Aufstoßen, Würgen und Erbrechen
- krampfartige, stechende Magenschmerzen
- typische Verschlimmerungszeit 3–4 Uhr
Substanz
Nux vomica, die Brechnuss, gehört zur Familie der Brechnussgewächse und ist in Westafrika, Südostasien und Nordaustralien beheimatet. Zur Herstellung des Arzneimittels Nux vomica werden die getrockneten Samen verwendet. Diese enthalten das Nervengift Strychnin, bereits 200 mg davon können eine Atemlähmung hervorrufen und zum Tod führen. Die Samen wurden schon vor über 1000 Jahren in der arabischen und chinesischen Medizin bei Schwächezuständen, Lähmungen, Herz-Kreislauf-Schwäche, Menstruationsbeschwerden und Fieber verwendet.
Modalitäten von Nux vomica
Besser
- Wärme
- Einhüllen des Kopfes
- Ruhe
- Schlaf
- Milch
- Abends
Schlimmer
- Kälte
- Wind, Zugluft
- Entblößen
- Überessen
- Morgens
Wirkdauer
- Kurz
Nux vomica bei häufigen Beschwerden
Nux vomica wird auf unseren Seiten unter anderem bei folgenden Beschwerden beschrieben:
Vergleichbare Mittel
Chamomilla
- Ähnlich: Heftige Reizbarkeit und Wut durch geringfügige Anlässe, rote Gesichtsfarbe im Zorn. Ungeduld. Ausgeprägte Schmerzempfindlichkeit. Verlangen nach Kaffee. Narkosefolgen. Ohrenschmerzen durch kalte Luft oder kalten Wind.
- Unterschied: Kinder möchten ständig herumgetragen werden; sie verlangen vehement nach bestimmten Dingen, werfen diese aber fort, wenn sie sie schließlich bekommen haben. Schreien vor Schmerzen. Schwitzen bei Schmerzen. Einseitige Wangenröte. Stuhl grün, riecht nach faulen Eiern.
( gehe zu Chamonilla )
Colocynthis
- Ähnlich: Beschwerden durch Gemütserregung, insbesondere Ärger. Bitterer Mundgeschmack.
- Unterschied: Schmerzcharakter reißend, schießend, schneidend, wie gequetscht, wie ein heißer Draht, blitzartig auftretend. Schmerzen zwingen zum Zusammenkrümmen, Besserung durch harten Druck, Liegen auf der schmerzhaften Seite, Wärme, Kaffee, Tabak. Taubheitsgefühl nach Schmerzen.
( gehe zu Colocynthis )
Lycopodium
- Ähnlich: Reizbarkeit und Wut durch geringfügige Anlässe. Magenbeschwerden nach (zu viel) Essen, verträgt den Kleiderdruck nicht. Verlangen nach warmen Speisen und Getränken.
- Unterschied: Typische Verschlimmerungszeit 16:00-20:00 Uhr. Verschlimmerung durch Wärme. Rechtsseitige Beschwerden, Beschwerden beginnen rechts und gehen nach links. Fächerförmige Bewegung der Nasenflügel und Stirnrunzeln, insbesondere bei Erkrankungen der Lunge.
( gehe zu Lycopodium )
Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.
Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
Weitere Informationen
BPH-Broschüre Homöopathie to go
Foto: Fa. Gudjons
