Übelkeit und Erbrechen können viele Ursachen haben. Häufig stehen Magen-Darm-Infekte, unverträgliche Speisen oder Getränke, Reisekrankheit oder eine Frühschwangerschaft dahinter. Auch Medikamente, Störungen des Gleichgewichtsorgans, Beschwerden im Bereich der oberen Halswirbelsäule oder Erkrankungen innerer Organe können Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Treten die Beschwerden sehr heftig auf, halten sie über längere Zeit an oder kommen starke Schmerzen, Fieber, Kreislaufprobleme oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel hinzu, sollte ärztlich abgeklärt werden, was dahintersteckt.
Auch ohne Erbrechen kann einem übel sein
Übelkeit kann auch ohne Erbrechen auftreten. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Magenreizungen, Reisekrankheit, Stress, Kreislaufbeschwerden, Unverträglichkeiten oder eine frühe Schwangerschaft. In der Homöopathie wird bei der Mittelwahl nicht nur auf die Übelkeit selbst geachtet, sondern auch auf Begleitsymptome: etwa Würgereiz, Speichelfluss, Schwindel, Ekel vor bestimmten Speisen, Schwäche oder Besserung durch frische Luft.
Was Magen und Kreislauf erst einmal entlasten kann
Bei Übelkeit und Erbrechen helfen oft Ruhe, das Vermeiden starker Bewegungen und eine reizfreie Umgebung. Manche Betroffene empfinden Wärme, etwa durch einen warmen Wickel oder eine Wärmflasche, als angenehm.
Wichtig ist, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dafür eignen sich kleine Schlucke Tee, Wasser oder klare Brühe. Mit dem Essen sollte man zunächst zurückhaltend sein. Fette, gebratene, stark gewürzte oder blähende Speisen sowie Rohkost werden häufig schlechter vertragen.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Ärztliche Hilfe ist erforderlich,
- wenn starke Kreislaufstörungen auftreten,
- wenn Erbrechen über mehrere Stunden anhält oder immer wiederkehrt,
- wenn keine Flüssigkeit bei sich behalten werden kann,
- wenn starke Schmerzen oder hohes Fieber hinzukommen,
- wenn Zeichen von Flüssigkeitsmangel auftreten,
- wenn mehrere Personen im Umfeld betroffen sind und eine Lebensmittelvergiftung möglich ist,
- wenn Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen oder geschwächte Personen betroffen sind.
Welches Mittel zu welchem Beschwerdebild passen kann
Arsenicum album
Hauptmittel bei der akuten Magen-Darm-Infektion (siehe Durchfall), die mit Erbrechen, meist kurz nach Mitternacht, beginnt. Großer Durst, aber jeder Schluck führt wieder zum Erbrechen. Gleichzeitig oder in der zweiten Phase häufige Durchfälle, oft mit Brennen im After. Übelkeit und Erbrechen können aber auch durch kalte Getränke, Eis und verdorbene Nahrung (besonders Fleisch, Fisch oder Pilze) hervorgerufen werden. Begleitbeschwerden: Große Schwäche, Blässe, Unruhe, Herumwälzen im Bett, Ängstlichkeit.
Cocculus
Wichtigste Einsatzgebiete: Reisekrankheit und Schwangerschaftsübelkeit. Die Übelkeit wird durch Essensgerüche oder Denken ans Essen sowie durch äußere Bewegung (Schaukeln, Fahren im Wagen oder auf einem Schiff) ausgelöst. Der Appetit ist aller-dings nicht beeinträchtigt. Begleitbeschwerden: Kopfschmerzen, Schwindel, ängstliche Stimmung.
( gehe zu Cocculus )
Ipecacuanha
Elend und flau im Magen, erbricht Essen, Galle, Blut und Schleim. Ekel vor allen Speisen, ohne Durst. Schneidende Bauchschmerzen von links nach rechts, um den Nabel. Verschlimmerung abends und nachts. Begleitsymptome: Durchfälle schaumig oder schleimig-wässrig, grasgrün oder mit Blutbeimengung. Reine Zunge, Speichelfluss, Reizbarkeit.
Nux vomica
Die Übelkeit wird ausgelöst durch zu viel Essen, üppige, fette Speisen, viel Alkohol und Zigaretten, aber auch manche Medikamente, seelische Überreizung, zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf. Der Magen verkrampft sich, es können Sodbrennen und das Gefühl wie von einem Stein auftreten. Der Gürtel muss gelockert werden. Besser wird die Übelkeit nach Erbrechen, die Krämpfe durch warme Auflagen und Ruhe. Begleitbeschwerden: Widerwille gegen Essen, schlechter Geschmack, Verstopfung, drückende Kopfschmerzen, ärgerliche, reizbare Stimmung.
Petroleum
Neben Cocculus und Sepia das wichtigste Mittel bei Reisekrankheit. Typische Besonderheit: Ständiges Essen (sogar schon Kauen von Kaugummi) bessert die Beschwerden. Die Symptome können schnell auftreten und schnell wieder verschwinden. Verschlimmerung: durch Fahren, durch Kohl und Sauerkraut, während Gewitter, generell im Winter. Begleitbeschwerden: Die Haut ist berührungsempfindlich, die Kleidung muss gelockert werden. Hitze und Brennen von Fußsohlen und Handflächen.
Phosphorus
Schwäche durch geistige und körperliche Überforderung, besonders auch nach Fieber, Krankheit, Entbindung. Gurgeln vom Magen bis zum Darm mit unwillkürlichem Stuhl. Schwäche- oder Leeregefühl im ganzen Bauch. Brennende Magenschmerzen. Durst auf kaltes Wasser, das nach fünf Minuten wieder erbrochen wird. Begleitbeschwerden: Gefühl, der After bliebe offen und Feuchtigkeit sickert heraus. Stuhl halbflüssig, mit Schleimhautfetzen, weiß, gelb, blutig; wenn geformt, dann schmal und dünn (Bleistiftstuhl). Brennen, Krämpfe, Wundheit.
Podophyllum
Hauptmittel der Magen-Darm-Grippe, nach Baden, bei heißem Wetter, beim Zahnen. Übelkeit, Würgen und Erbrechen – oft grünlich – beginnen meist gegen 3-5 Uhr morgens, verstärken sich nach jedem Essen. Großer Durst. Begleitbeschwerden: Herausspritzender Stuhl, mit Blähungen gemischt, Stuhl wässrig, gelb, grün. Koliken auch ohne Stuhlentleerung.
Sepia
Wichtiges Mittel für die Reiseübelkeit und das Schwangerschaftserbrechen. Es besteht eine Abneigung gegen Fleisch und Milch. Essensgerüche werden schlecht vertragen. Allgemein aber bessert Essen sowie das Liegen auf der rechten Seite. Auch körperliche Bewegung an frischer Luft tut gut.
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Tabacum
Die Symptome sind wie nach einer starken Zigarette: Flauheit im Magen, sterbensübel, kalter Schweiß auf der Stirn. Typisch ist der Wunsch, den Bauch abzudecken oder zu entblößen.
( gehe zu Tabacum )
Veratrum album
Gleichzeitig Erbrechen und Durchfall, mit starkem Schweiß, Kältegefühl und Ohnmachtsanfällen. Stuhl wie Reiswasser oder wie Spinat, scharf. Gewaltsames Erbrechen, mit grünlichem Schleim. Durst auf große Mengen, vor allem kalte Getränke. Begleitbeschwerden: Kalter Atem, kalter Stirnschweiß, kalte Nase.
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