Eine Operation ist für viele Menschen ein einschneidendes Ereignis. Vor dem Eingriff können Angst, innere Unruhe oder Anspannung im Vordergrund stehen. Nach der Operation geht es häufig um Beschwerden wie Schmerzen, Schwellungen, Wundheilung oder Übelkeit nach der Narkose.
Homöopathie kann rund um eine Operation begleitend eingesetzt werden. Sie ersetzt jedoch nicht die ärztliche Behandlung, die Operation selbst oder die medizinische Nachsorge. Welche homöopathischen Arzneimittel infrage kommen, richtet sich nach dem genauen Beschwerdebild und sollte bei Unsicherheit fachlich begleitet werden.
Vor dem Eingriff und in der Zeit danach
Vor einer Operation stehen oft Aufregung, Schlaflosigkeit, Angst oder kreisende Gedanken im Vordergrund. Nach dem Eingriff können Wundschmerz, Blutergüsse, Schwellungen, Erschöpfung oder Übelkeit auftreten.
In der Homöopathie wird nicht allein nach dem Anlass „Operation“ entschieden. Wichtig sind auch die Art der Beschwerden, der Verlauf, Begleitsymptome und die Frage, was die Beschwerden bessert oder verschlechtert.
Wenn die Wunde Zeit zum Heilen braucht
Nach einer Operation braucht der Körper Zeit für die Heilung. Schwellungen, Blutergüsse und Wundschmerz können je nach Eingriff unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In der Homöopathie werden bei Beschwerden nach Verletzungen oder operativen Eingriffen häufig Arzneimittel wie Arnica, Staphisagria, Calendula oder Bellis perennis beschrieben.
Wichtig bleibt: Wunden sollten so versorgt werden, wie es ärztlich empfohlen wurde. Zunehmende Schmerzen, starke Rötung, Überwärmung, Eiter, Fieber oder eine deutliche Verschlechterung gehören ärztlich abgeklärt.
Wenn die Narkose noch nachwirkt
Nach einer Narkose kann Übelkeit auftreten. Umgangssprachlich wird manchmal davon gesprochen, die „Narkose auszuleiten“. Gemeint ist dabei meist nicht die Narkose selbst, sondern die Belastung, die durch Narkosemittel oder andere Medikamente nach dem Eingriff noch spürbar sein kann.
Medizinisch werden Narkosemittel über körpereigene Stoffwechsel- und Ausscheidungsprozesse abgebaut. Homöopathie ersetzt diesen Prozess nicht und beschleunigt ihn nicht im chemischen Sinn. Sie kann jedoch begleitend eingesetzt werden, wenn der Körper in der Aufwach- und Erholungsphase mit Beschwerden wie Übelkeit, Benommenheit, Reizbarkeit, Völlegefühl oder allgemeinem Unwohlsein reagiert.
In der Homöopathie wird Nux vomica häufig bei Übelkeit, Reizbarkeit, Völlegefühl oder Beschwerden nach Medikamenten, Narkose oder ungewohnten Belastungen beschrieben. Ob das Mittel passt, hängt vom gesamten Beschwerdebild ab.
Wenn vor der Operation die Angst mitkommt
Viele Menschen empfinden vor einer Operation Angst oder innere Unruhe. Manchmal stehen Schreck, Panik oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, im Vordergrund. Bei anderen sind es eher Zittern, Schwäche, Schlaflosigkeit oder kreisende Gedanken.
In homöopathischen Arzneimittelbildern werden bei Angst und Anspannung vor besonderen Ereignissen unter anderem Aconitum, Gelsemium oder Ignatia beschrieben. Entscheidend ist auch hier nicht nur die Angst selbst, sondern wie sie sich zeigt.
Wenn Knochen nach dem Eingriff Zeit brauchen
Nach Knochenbrüchen oder operativen Eingriffen am Bewegungsapparat können Schmerzen, Schwellungen und Einschränkungen über längere Zeit bestehen. Symphytum wird in der Homöopathie traditionell im Zusammenhang mit Knochenverletzungen beschrieben. Staphisagria wird häufig bei Beschwerden nach glatten Schnittverletzungen oder operativen Wunden genannt.
Auch hier gilt: Die ärztliche Kontrolle, Ruhigstellung, Nachsorge und Belastungsfreigabe bleiben maßgeblich.
Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist
Nach einer Operation sollte ärztliche Hilfe eingeholt werden,
- wenn Schmerzen deutlich zunehmen oder ungewöhnlich stark sind,
- wenn Fieber, Schüttelfrost oder ein schweres Krankheitsgefühl auftreten,
- wenn die Wunde stärker gerötet, heiß, geschwollen oder zunehmend schmerzhaft ist,
- wenn Eiter, Blutungen oder auffällige Absonderungen auftreten,
- wenn Übelkeit oder Erbrechen länger anhalten,
- wenn keine Flüssigkeit bei sich behalten werden kann,
- wenn Atemnot, Brustschmerzen, starke Schwäche oder Kreislaufprobleme auftreten,
- wenn Unsicherheit besteht, ob der Heilungsverlauf normal ist.
Ein Gespräch aus der Praxis
In einem Gespräch aus dem Jahr 2019 beschreibt die Allgemeinärztin Cornelia Bajic, wie sie homöopathische Arzneien rund um Operationen einordnet – von Ängsten vor dem Eingriff bis zu Beschwerden in der Zeit danach.
Zum Gespräch: Homöopathische Begleitung vor und nach Operationen
Häufig genannte homöopathische Arzneimittel rund um Operationen
Arnica
Arnica wird in der Homöopathie häufig bei stumpfen Verletzungen, Blutergüssen, Schwellungen und Wundschmerz beschrieben. Es wird oft im Zusammenhang mit Beschwerden nach Verletzungen oder operativen Eingriffen genannt.
Staphisagria
Staphisagria wird häufig bei Beschwerden nach Schnittverletzungen, glatten Wunden oder operativen Eingriffen beschrieben. Es kann besonders dann in Betracht kommen, wenn die Wunde empfindlich ist oder der Eingriff als belastend erlebt wurde.
Calendula
Calendula wird traditionell mit Wundheilung und Hautverletzungen in Verbindung gebracht. Bei offenen oder schlecht heilenden Wunden ist jedoch immer die ärztliche Wundversorgung entscheidend.
Bellis perennis
Bellis perennis wird in der Homöopathie häufig bei tieferliegenden Gewebeverletzungen, Prellungen oder Beschwerden nach Eingriffen im Bauch- oder Beckenbereich beschrieben.
Nux vomica
Nux vomica wird häufig bei Übelkeit, Reizbarkeit, Völlegefühl oder Beschwerden nach Medikamenten, Narkose, ungewohntem Essen oder Belastung genannt.
Aconitum
Aconitum wird in Arzneimittelbildern häufig bei plötzlicher Angst, Schreck, Unruhe oder Panik beschrieben.
Gelsemium
Gelsemium wird häufig bei lähmender Schwäche, Zittern, Benommenheit und Erwartungsangst vor besonderen Ereignissen beschrieben.
Ignatia
Ignatia wird oft bei innerer Anspannung, Kloßgefühl im Hals, Seufzen, wechselnden Beschwerden oder emotionaler Belastung genannt.
Symphytum
Symphytum wird traditionell im Zusammenhang mit Knochenverletzungen und Beschwerden nach Brüchen beschrieben.
Worauf es rund um eine Operation ankommt
Bei Beschwerden rund um eine Operation ist es sinnvoll, die Einnahme mit einer homöopathisch erfahrenen Ärztin, einem Arzt, einer Heilpraktikerin oder einem Heilpraktiker abzustimmen. Ärztliche Empfehlungen zur Operation, Wundversorgung, Medikamenteneinnahme und Nachsorge haben Vorrang.
Wie Globuli üblicherweise eingenommen werden
Nach 15 Minuten sollte in akuten Fällen eine Besserung eintreten. Erst wenn sich nach anfänglicher Besserung kein weiterer Fortschritt zeigt, sollte das Mittel frühestens nach 15 Minuten wiederholt werden, beim dritten Mal frühestens nach 30 Minuten. Bei Bedarf bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe abwarten. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe nichts essen und trinken. Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. Eine Gabe sind 2-3 Globuli. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.
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Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
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