Gelsemium – Wilder Jasmin

Substanz

Der wilde oder gelbe Jasmin, Gelsemium sempervirens, ist ein Brechnussgewächs aus dem östlichen Mittelamerika, von den Südstaaten der USA bis nach Guatemala. Botanisch ist es der Brechnuss (Nux vomica) und der Ignazbohne (Ignatia) verwandt. Verwendet wird der frische Wurzelstock.

Einsatzbereiche

Fieberhafter Grippeinfekt, besonders in der Sommerzeit, Prüfungsangst mit Durchfall und Schwäche, Sonnenstich, Wehenschwäche bei der Entbindung, psychische Folgen von Schreck. Typische Auslöser für die Beschwerden sind Unterkühlung (noch Tage danach), feucht­warmes Wetter, Aufregung.

Leitsymptome

  • Zittrige, lähmige Schwäche, kann kaum auf den Beinen stehen, die Knie versagen
  • alles hängt (der Kopf, die Augenlider)
  • der Schmerz steigt vom Nacken nach oben bis zur Stirn
  • lähmender Schreck, Mattigkeit, Apathie, bleibt auf dem nächsten Sofa liegen
  • inneres und äußeres Zittern, will festgehalten werden
  • kein Durst im Fieber
  • berstender Kopfschmerz, ausdehnend und zusammenziehend
  • Schweregefühl des Kopfes
  • Sehstörungen (trüb, verschwommen, doppelt)
  • Schwindel mit Schwarzwerden vor Augen
  • Herz wie zu voll, zitternd, starkes Herzklopfen, in alle Körperteile ausstrahlend
  • Durchfall bei Erregung und Angst
  • kränkliches müdes Aussehen
  • starr blickende, trockene Augen, Herabfallen der Augenlider
  • schwere Zunge, dicker Speichel morgens

Modalitäten

Schlimmer

  • Sommerhitze, Schwüle
  • Nebel
  • Gewitter
  • Föhn
  • Bewegung
  • Kopftieflage
  • Tabakrauch
  • 15-17 Uhr und mitten in der Nacht
  • periodisch wiederkehrend

Besser

  • reichliches Urinieren
  • Schwitzen
  • Vornüberbeugen
  • Schließen der Augen
  • Kaffee
  • Alkohol

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel

Belladonna

  • Ähnlich: Fieber mit berstendem Kopfschmerz, Sonnenstich, Verschlimmerung durch Bewegung, Besserung durch Augenschließen;
  • Unterschied: deutliche Rötung des Gesichts und der entzündeten Region, robuster und kräftiger, kein Zittern.
    ( gehe zu Belladonna )

China

  • Ähnlich: Durstlosigkeit und Schwäche im Fieber, Blässe
  • Unterschied: Erschöpfung durch meist länger dauernde Krankheit, viel Schwitzen und Auftreibung des Bauches.
    ( gehe zu China )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Durstlosigkeit im Fieber;
  • Unterschied: Besserung durch Bewegung und frische Luft, sucht Gesellschaft und Trost.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Nux vomica

  • Ähnlich: Kopfschmerzen und Herzklopfen im Fieber, Frösteln, kränkliches Aussehen;
  • Unterschied: Neigung zu Verstopfung, Verlangen nach warmen Getränken und Aufputschmitteln, Reizbarkeit.
    ( gehe zu Nux vomica )

Opium

  • Ähnlich: Lähmung durch Schreck;
  • Unterschied: Verstopfung, Empfindungslosigkeit, fühlt keinen Schmerz
    ( gehe zu Opium )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Gisela Peter / pixelio.de

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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