Nux vomica – Brechnuss

Substanz

Strychnos nux vomica, die Brechnuss oder das Krähenauge, gehört zur Familie der Brechnussgewächse und ist in Westafrika, Südostasien und Nordaustralien beheimatet. Zur Herstellung des Arzneimittels werden die getrockneten Samen verwendet. Diese enthalten das Nervengift Strychnin, bereits 200 mg davon können eine Atemlähmung hervorrufen und zum Tod führen. Die Samen wurden schon vor über 1000 Jahren in der arabischen und chinesischen Medizin bei Schwächezuständen, Lähmungen, Herz-Kreislauf-Schwäche, Menstruationsbeschwerden und Fieber verwendet.

Einsatzbereiche

Nux vomica ist das klassische „Katermittel”, da es bei Beschwerden, die durch Genussmittel verursacht wurden, ausgezeichnet wirkt. Außerdem können Narkosefolgen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme sehr gut mit diesem Arzneimittel behandelt werden. Es wird aber auch oft bei Erkältungen, Magenbeschwerden, Kopf- und Zahnschmerzen angewendet.

Leitsymptome

  • Folge von Schlafmangel
  • Folge von Stress, geistiger Anstrengung
  • Reizbarkeit, Jähzorn mit heftigen Wutanfällen, Ärger, Ungeduld
  • Ehrgeiz, Arbeitswut (typisches Bild: Manager mit sitzender Lebensweise)
  • Pedanterie
  • Empfindlich gegen Lärm, Licht, Gerüche, Geräusche, Berührung
  • Verlangen nach und Folge von Genussmitteln, Medikamenten und Stimulanzien (Alkohol, Kaffee, Gewürze, Nikotin, Rauschmittel/Drogen, Abführmittel)
  • Sehr kälteempfindlich, sogar gegen das Anheben der Bettdecke
  • „Erkältung”, Verkühlung führt zu Krankheit
  • Verstopfte Nase, vor allem nachts
  • „Magenverstimmung” mit Übelkeit, saurem Aufstoßen, Würgen und Erbrechen
  • Krampfartige, stechende Magenschmerzen
  • Zahn- und Zahnungsbeschwerden mit äußerster Reizbarkeit, Empfindlichkeit gegen äußere Einflüsse, Besserung durch Wärme
  • Typische Verschlimmerungszeit 3:00-4:00 Uhr

Modalitäten

Besser

  • Wärme
  • Einhüllen des Kopfes
  • Ruhe
  • Schlaf
  • Milch
  • Abends

Schlimmer

  • Kälte
  • Wind, Zugluft
  • Entblößen
  • Überessen
  • Morgens

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Chamomilla

  • Ähnlich: Heftige Reizbarkeit und Wut durch geringfügige Anlässe, rote Gesichtsfarbe im Zorn. Ungeduld. Ausgeprägte Schmerzempfindlichkeit. Verlangen nach Kaffee. Narkosefolgen. Ohrenschmerzen durch kalte Luft oder kalten Wind.
  • Unterschied: Kinder möchten ständig herumgetragen werden; sie verlangen vehement nach bestimmten Dingen, werfen diese aber fort, wenn sie sie schließlich bekommen haben. Schreien vor Schmerzen. Schwitzen bei Schmerzen. Einseitige Wangenröte. Stuhl grün, riecht nach faulen Eiern.
    ( gehe zu Chamonilla )

Colocynthis

  • Ähnlich: Beschwerden durch Gemütserregung, insbesondere Ärger. Bitterer Mundgeschmack.
  • Unterschied: Schmerzcharakter reißend, schießend, schneidend, wie gequetscht, wie ein heißer Draht, blitzartig auftretend. Schmerzen zwingen zum Zusammenkrümmen, Besserung durch harten Druck, Liegen auf der schmerzhaften Seite, Wärme, Kaffee, Tabak. Taubheitsgefühl nach Schmerzen.
    ( gehe zu Colocynthis )

Lycopodium

  • Ähnlich: Reizbarkeit und Wut durch geringfügige Anlässe. Magenbeschwerden nach (zu viel) Essen, verträgt den Kleiderdruck nicht. Verlangen nach warmen Speisen und Getränken.
  • Unterschied: Typische Verschlimmerungszeit 16:00-20:00 Uhr. Verschlimmerung durch Wärme. Rechtsseitige Beschwerden, Beschwerden beginnen rechts und gehen nach links. Fächerförmige Bewegung der Nasenflügel und Stirnrunzeln, insbesondere bei Erkrankungen der Lunge.
    ( gehe zu Lycopodium )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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