Reisekrankheit entsteht, wenn die Wahrnehmung von Bewegung nicht zusammenpasst: Das Gleichgewichtsorgan meldet Bewegung, während die Augen etwas anderes wahrnehmen. Typisch ist das zum Beispiel im Auto, im Bus, im Flugzeug oder auf dem Schiff. Häufige Beschwerden sind Schwindel, Übelkeit, Blässe, kalter Schweiß, Kopfschmerzen und Erbrechen.
Die Beschwerden bessern sich meist, wenn die Bewegung endet oder der Körper wieder festen Boden unter den Füßen hat. Wer empfindlich auf passive Bewegungen reagiert, kann aber schon vor oder während der Reise einiges tun, um die Beschwerden zu lindern.
Was vor und während der Fahrt helfen kann
Hilfreich ist oft, den Blick ruhig nach vorn oder auf einen festen Punkt in der Ferne zu richten, zum Beispiel auf den Horizont. Frische Luft, ruhiges Sitzen, bewusstes Atmen und möglichst wenig Lesen oder Blick auf das Handy können die Beschwerden ebenfalls verringern. Im Auto ist ein Platz mit guter Sicht nach vorn oft günstiger als ein Sitzplatz im Fond.
Leichte Kost vor der Reise wird meist besser vertragen als sehr fettige oder schwere Mahlzeiten. Manche Betroffene empfinden Kauen, kleine Schlucke Wasser oder Tee und regelmäßige Pausen als angenehm.
Wenn die Beschwerden mehr sind als Reiseübelkeit
Ärztliche oder therapeutische Hilfe ist sinnvoll,
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wenn die Beschwerden sehr stark sind oder häufig wiederkehren,
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wenn Erbrechen länger anhält oder keine Flüssigkeit bei sich behalten werden kann,
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wenn starke Kreislaufbeschwerden, Benommenheit oder ausgeprägte Schwäche auftreten,
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wenn die Beschwerden auch ohne Reisebewegung auftreten,
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wenn Säuglinge, kleine Kinder, ältere Menschen oder geschwächte Personen betroffen sind.
Welche Arzneimittel bei Reiseübelkeit beschrieben werden
In der Homöopathie richtet sich die Mittelwahl nach dem genauen Beschwerdebild. Dabei ist wichtig, ob vor allem Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Schwäche, Kältegefühl, Unruhe oder bestimmte Auslöser im Vordergrund stehen.
Wenn Fahren, Schaukeln oder Essensgerüche den Magen durcheinanderbringen
Cocculus
Die Übelkeit verstärkt sich durch Essensgerüche oder Denken ans Essen, allerdings ist der Appetit nicht verringert. Stimmung träumerisch, macht sich Sorgen, vor allem auch um Andere.
( gehe zu Cocculus )
Petroleum
Die Beschwerden kommen und gehen schnell. Typischerweise bessert ständiges Kauen und Essen die Übelkeit. Die Haut ist berührungsempfindlich, enge Kleidung wird nicht vertragen.
Sepia
Verlangen nach aktiver Bewegung, Laufen, Sport. Selbst am Steuer sitzen ist kein Problem, nur das Mitfahren. Abneigung gegen Fleisch, Milch und Essensgerüche. Frische Luft tut gut.
( gehe zu Sepia )
Wenn nicht die Reise allein der Auslöser ist
Nux vomica
Die Übelkeit wird ausgelöst durch zu viel Essen, üppige, fette Speisen, viel Alkohol und Zigaretten, aber auch manche Medikamente, seelische Überreizung, zu viel Arbeit, zu wenig Schlaf. Der Magen verkrampft sich, es können Sodbrennen und das Gefühl wie von einem Stein auftreten. Der Gürtel muss gelockert werden. Besser wird die Übelkeit nach Erbrechen, die Krämpfe durch warme Auflagen und Ruhe. Begleitbeschwerden: Widerwille gegen Essen, schlechter Geschmack, Verstopfung, drückende Kopfschmerzen, ärgerliche, reizbare Stimmung.
Bei Übelkeit und Erbrechen, die nicht mit einer Reise zusammenhängen, finden Sie weitere Hinweise auf unserer Seite Übelkeit und Erbrechen.
Foto: iStock.com/SbytovaMN / Reisekrankheit
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