Berlin, 22. Juni 2026 | Die Juni Ausgabe des Informationsdienst Homöopathie zeigt vier Gründe, warum Homöopathie in die GKV gehört. Weiteres Thema: Promis aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft fordern in einem Offenen-Brief den Erhalt der Homöopathie und Anthroposophischen Medizin in der GKV. Der Appell ist sehr erfolgreich und hat inzwischen Kanzler Merz und Ministerin Warken erreicht.

Zum BPH-Informationsdienst Homöopathie Juni

Ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft läuft Sturm gegen die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Reform: In einem am 19. Juni veröffentlichten Offenen Brief fordern Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft als Erstzeichner den Erhalt von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin als Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Eine Streichung, so die Initiatoren, sei eine teure Fehlentscheidung, die direkt zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehe.

Zu den namhaften Erstunterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Bundesinnenminister a.D. Otto Schily (SPD), die ehemaligen Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), Peter Daniell Porsche (Aufsichtsrat Porsche Automobil Holding SE), der bayerische Staatsminister a.D. Thomas Goppel (CSU) sowie Lukas Beckmann (Mitgründer der Grünen und ehemaliger Fraktionsgeschäftsführer im Bundestag).

Der Offene-Brief kann hier unterzeichnet werden.

Vier Gründe, warum Homöopathie in die GKV gehört

1. Die ökonomische Realität: Direkte Einsparungen

Homöopathie ist kein zusätzlicher Kostenfaktor – sie senkt die Gesamtkosten der medizinischen Versorgung signifikant.

  • 20 % geringere Gesamtkosten: Die französische EPI3 Studie(n=8.559) zeigte, dass Patienten bei homöopathischen Hausärzten bei gleicher klinischer Wirksamkeit 20 % weniger Kosten im Gesundheitssystemverursachen.
  • Reduktion der Arzneimittelkosten: Bei Atemwegserkrankungen sinken die Kosten für konventionelle Medikamente durch homöopathische Begleitbehandlung um 46–47 %. Quelle

Prof. Martin: „Würde nur 10 % der Primärversorgung auf homöopathische Praxis umgestellt, ergäbe sich eine Einsparung von mehreren hundert Millionen Euro jährlich.“

2. Systematisches Review zeigt: Homöopathie wirkt besser als Placebo

In einer im Oktober 2023 veröffentlichten Arbeit wurden alle 6 placebokontrollierten Homöopathie-Metaanalysen (MA) zu jeglicher Indikation methodisch sehr aufwendig nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zusammenfassend ausgewertet. Die Autoren fassen die wichtigsten Aussagen dieses systematischen Reviews (SR) zusammen:

  • 5 der 6 MA enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 MA enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 MA blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 MA war der positive Effekt nunmehr nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathie-Studien war ähnlich wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.

Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ebenfalls ähnlich wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruments (GRADE). Quelle

3. Grundlagenforschung: Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel

Der Physiker Prof. Stephan Baumgartner, Universitäten Witten/Herdecke und Bern, forscht seit mehr als 25 Jahren mit homöopathisch-potenzierten Präparaten an Pflanzenzellen. Es handelt sich um eine Reihe von Versuchen mit Wasserlinsen, die entweder mit Arsen in unterschiedlichen Potenzen geschädigt oder nur mit Wasser behandelt wurden. Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Laborstudie aus dem Jahr 2022 sind:

  • homöopathische Präparate haben eine Wirkung auf lebende Organismen.
  • mit Arsen vergiftete Wasserlinsen sprechen auf die Behandlung mit homöopathisch zubereitetem Arsen an.
  • die Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel, auch in höheren Potenzen.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in 95 % aller veröffentlichten Untersuchungen homöopathische Präparate mit pflanzlichen Bioassays signifikante Wirkungen gegenüber adäquaten Kontrollen beobachtet wurden. Wir kommen also zu dem Schluss, dass es eine gute Evidenz für spezifische Wirkungen homöopathischer Präparate gegenüber Placebo gibt.“ Quelle

4. Medizinische Leitlinie nimmt Homöopathie auf

Auf der Grundlage von Studienergebnissen wurde die zusätzliche homöopathische Behandlung bei Krebspatienten als Behandlungsoption in die ärztliche S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ 2021 aufgenommen und 2024 aktualisiert.

In der Begründung heißt es:

„Trotzdem kann aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden.“ Quelle

Unsere Forderungen an die Politik

  • Streichung stoppen: Den Passus zur Aufhebung der homöopathischen Leistungen in § 11 Abs. 6 SGB V ersatzlos aus dem Entwurf entfernen.
  • Aktuelle Prüfung einleiten: Den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages mit einer Evaluation der Evidenz (Fokus auf Studien ab 2018) beauftragen, statt sich auf den umstrittenen „Australischen Report“ von 2015 zu verlassen.
  • Transparenz herstellen: Die Finanzkommission muss die zu erwartenden Kostensteigerungen durch ein Aus der Homöopathie offenlegen.
  • Ideologiefreie Entscheidung: Gesundheitspolitische Entscheidungen müssen auf Fakten und dem Versorgungsnutzen basieren.

_______________________________________________

  • Thema: Vier Gründe, warum Homöopathie in die GKV gehört
  • Der monatliche Newsletter Informationsdienst Homöopathie kann auch kostenlos abonniert werden.

———————————————————-

Quellen zum Stand der Homöopathie-Forschung