Hohe Temperaturen, direkte Sonne, körperliche Anstrengung und zu wenig Flüssigkeit können den Körper stärker belasten, als man zunächst merkt. Manche Menschen bekommen Kopfschmerzen oder einen heißen, geröteten Kopf. Andere fühlen sich schlapp, schwindelig oder übel und merken, dass der Kreislauf nicht mehr richtig mitmacht.
Wichtig ist: Nicht jede Hitzebelastung ist automatisch ein Sonnenstich. Hitze kann sich sehr unterschiedlich bemerkbar machen. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Stehen Erschöpfung und Kreislaufprobleme im Vordergrund? Fühlt sich der Kopf heiß, voll oder pochend an? Hat die Sonne vor allem auf Kopf und Nacken gewirkt? Oder leidet vor allem die Haut?
Was bei Hitzebeschwerden zuerst hilft
Bei ersten Beschwerden sollte die Belastung sofort unterbrochen werden. Gehen Sie aus der Sonne, suchen Sie Schatten oder einen kühlen Raum auf und geben Sie dem Körper Zeit, sich zu erholen.
- Setzen oder legen Sie sich hin. Bei Schwindel oder Kreislaufschwäche können leicht erhöhte Beine entlasten.
- Lockern Sie enge Kleidung und kühlen Sie Kopf, Nacken, Arme oder Beine vorsichtig mit feuchten Tüchern.
- Kühlpacks oder Eis sollten nie direkt auf die Haut gelegt werden.
- Wer klar bei Bewusstsein ist und sicher schlucken kann, sollte langsam in kleinen Schlucken trinken – zum Beispiel Wasser, Tee oder eine Saftschorle.
Wer sich deutlich erschöpft, schwindelig oder benommen fühlt, sollte nicht versuchen, „noch schnell weiterzumachen“. Der Körper braucht dann Ruhe, Schatten und Abkühlung.
Wenn Hitze unterschiedlich belastet
Wenn Erschöpfung, Schwindel und Kreislaufschwäche im Vordergrund stehen
Bei großer Hitze kann der Kreislauf absacken. Typisch sind Schwäche, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, starker Durst oder das Gefühl, dass schon kleine Anstrengungen zu viel sind. Manche Menschen wirken blass, fühlen sich kalt und feucht an oder können sich kaum konzentrieren.
Dann helfen zunächst Ruhe, ein schattiger oder kühler Ort, lockere Kleidung und langsames Trinken. Treten zusätzlich schmerzhafte Muskelkrämpfe auf, kann vorsichtiges Dehnen angenehm sein. Halten Krämpfe länger an oder bessern sich die Beschwerden trotz Ruhe und Kühlung nicht, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wenn Hitze und Sonne in den Kopf steigen
Manche Menschen reagieren auf Sonne, Wärme oder stickige Luft vor allem mit einem heißen, geröteten oder vollen Kopf. Es kann drücken oder pochen, Schwindel und Benommenheit kommen hinzu. Helles Licht, Wärme und Bewegung werden dann oft als besonders unangenehm erlebt.
In der Homöopathie wird bei diesem Beschwerdebild häufig an Glonoinum gedacht. Typisch ist das Gefühl, dass Hitze und Druck förmlich in den Kopf steigen. Schatten, frische Luft, Ruhe und vorsichtiges Kühlen werden meist als angenehm erlebt.
Bei plötzlich einsetzendem, heftigem Kopfschmerz mit heißem, gerötetem Kopf und ausgeprägter Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche oder Erschütterung wird in der Homöopathie eher Belladonna beschrieben.
Stehen dagegen Schweregefühl, Zittern, Benommenheit, Müdigkeit und das Bedürfnis zu liegen im Vordergrund, kann das Bild eher zu Gelsemium passen. Auch bei Gelsemium können Sommerhitze und Schwüle eine Rolle spielen.
Entscheidend ist nicht allein, dass Beschwerden nach Hitze auftreten. Für die homöopathische Begleitung kommt es darauf an, wie genau sich die Beschwerden zeigen und was im Vordergrund steht.
Wenn Sonne auf Kopf und Nacken gewirkt hat
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, ein heißer Kopf, Nackenschmerzen oder Benommenheit können nach längerer direkter Sonne auf Kopf und Nacken auf einen Sonnenstich hinweisen. Dann sollten Kopf und Nacken geschont, vorsichtig gekühlt und die betroffene Person aus der Sonne gebracht werden.
Ein Sonnenstich ist aber nur eine mögliche Folge starker Sonneneinwirkung. Mehr zu typischen Beschwerden, Selbsthilfe und homöopathischen Arzneimitteln finden Sie auf unserer Seite Sonnenstich homöopathisch begleiten.
Wenn die Haut nach Sonne brennt und spannt
Steht vor allem die Haut im Vordergrund – mit Rötung, Brennen, Spannungsgefühl, Schwellung oder Blasen –, geht es eher um einen Sonnenbrand. Auch dann sollte die Sonne sofort gemieden und die Haut vorsichtig, aber nicht eiskalt gekühlt werden.
Weitere Hinweise zu Selbsthilfe, Warnzeichen und homöopathischer Begleitung finden Sie auf unserer Seite Sonnenbrand homöopathisch begleiten.
Wenn Hitze immer wieder Probleme macht
Manche Menschen merken schon bei mäßiger Wärme, dass sie schneller erschöpft sind, schlechter schlafen, Kopfschmerzen bekommen oder Kreislaufprobleme entwickeln. Das sollte man ernst nehmen. Es ist keine Frage von Disziplin, wenn der Körper bei Hitze deutlich an Grenzen kommt.
Hilfreich kann sein, Termine und körperliche Belastungen in die kühleren Tageszeiten zu legen, direkte Sonne zu meiden, regelmäßige Pausen einzuplanen und frühzeitig zu trinken. Wer Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen hat, regelmäßig Medikamente einnimmt oder seine Trinkmenge begrenzen muss, sollte mit der behandelnden Praxis klären, was bei Hitze besonders zu beachten ist. Medikamente sollten nicht eigenständig verändert werden.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn
- die Beschwerden trotz Ruhe, Kühlung und Trinken nicht deutlich nachlassen,
- die Körpertemperatur über 38 Grad steigt oder die Beschwerden länger als etwa eine Stunde anhalten,
- starke Kopfschmerzen, Nackensteife oder wiederholtes Erbrechen auftreten,
- Schwindel, Benommenheit oder Kreislaufprobleme deutlich zunehmen,
- Kinder, ältere Menschen oder geschwächte Personen betroffen sind,
- unklar ist, ob es sich um einen Sonnenstich, eine Hitzeerschöpfung oder einen ernsteren Hitzeschaden handelt.
Wenn Hitze zum Notfall wird
Bei einer Körpertemperatur ab 40 Grad, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Kreislaufkollaps oder Bewusstlosigkeit kann ein Hitzschlag vorliegen. Dann sofort den Rettungsdienst unter 112 rufen.
Bringen Sie die betroffene Person in den Schatten oder an einen kühlen Ort und beginnen Sie vorsichtig mit dem Kühlen. Wer nicht klar bei Bewusstsein ist, darf nichts zu trinken bekommen. Lassen Sie die Person nicht allein und folgen Sie den Anweisungen des Rettungsdienstes.
Wie sollten homöopathische Arzneimittel eingenommen werden?
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Arzneimittel die Potenz C12. Zwei bis drei Globuli gelten als eine Gabe.
Bei Bedarf kann eine Gabe bis zu viermal täglich wiederholt werden. Zwischen den Gaben sollte jeweils abgewartet werden, wie sich die Beschwerden entwickeln.
Die Globuli lässt man im Mund zergehen. Etwa 15 Minuten vor und nach der Einnahme sollte möglichst nichts gegessen oder getrunken werden.
Bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden sowie bei Beschwerden von Kindern sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Homöopathie kann eine sorgfältige Beobachtung und notwendige medizinische Hilfe nicht ersetzen.
Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
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