Der folgende Beitrag basiert auf einem Gespräch mit der Allgemeinärztin Cornelia Bajic aus dem Jahr 2019. Er beschreibt ihre damalige homöopathische Einordnung rund um Operationen. Ärztliche Anweisungen zur Operation, Wundversorgung, Medikamenteneinnahme und Nachsorge haben Vorrang.
Ob Ängste, Wundheilung, Schmerzen oder Beschwerden nach einer Narkose: Homöopathische Arzneien können rund um eine Operation begleitend eingesetzt werden. Wichtig ist, dass das Mittel zum jeweiligen Beschwerdebild passt und medizinische Anweisungen rund um den Eingriff beachtet werden.
Wenn sich ein Patient von Cornelia Bajic einer Operation unterziehen muss, gibt sie ihm homöopathische Arzneien mit auf den Weg. Die Remscheider Allgemeinärztin und damalige Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) berichtet von ihren Erfahrungen: „Bei Operationen zeigt sich, dass homöopathische Arzneien sowohl bei psychischen als auch physischen Problemen helfen können.“
Viele Patienten haben vor einer Operation Angst: vor Schmerzen, vor dem Eingriff selbst oder davor, nicht wieder aufzuwachen. Bajic empfiehlt, sich gut über die bevorstehende Operation zu informieren. „Denn wer weiß, was mit ihm geschieht, ist weniger unruhig.“
Für eine gute Heilung
Arnica montana, die Echte Arnika, gilt in der Homöopathie als ein häufig genanntes Mittel bei Verletzungen, Blutergüssen und Beschwerden nach Eingriffen. Cornelia Bajic beschreibt im Gespräch homöopathische Anwendungen rund um Operationen und Zahnextraktionen. Die Auswahl und Einnahme homöopathischer Arzneimittel sollte dabei immer zur individuellen Situation passen und medizinische Anweisungen vor und nach dem Eingriff berücksichtigen.
Eine weitere Arznei, die Bajic im Zusammenhang mit tieferen Eingriffen nennt, ist Bellis perennis, das Gänseblümchen – etwa bei Operationen im Bauchraum.
Für winzige Wunden ein anderes Mittel
Bei kleinen Schnitt- oder Operationswunden wird Staphisagria in der Homöopathie häufig beschrieben, besonders wenn die Stelle empfindlich ist oder schlecht abheilt. Es kann gut eingesetzt werden, wenn es sich um einen minimalinvasiven Eingriff handelt. „Hier zeigt sich deutlich, dass für jede Situation das passende Mittel genommen werden muss“, erklärt Bajic, „immer Arnica bei Wunden funktioniert auch nicht.“
Damit Knochen besser heilen
Symphytum, der Beinwell, wird in der Homöopathie häufig im Zusammenhang mit Knochenverletzungen und der Zeit nach einer Operation genannt. Im Mittelpunkt steht dabei die begleitende Einordnung von Beschwerden während des Heilungsprozesses.
Wenn Nerven schmerzen
Hypericum perforatum, das Johanniskraut, wird in der Homöopathie bei Schmerzen beschrieben, die von gereizten oder verletzten Nerven ausgehen können. Treten nach einer Operation Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen oder starke Schmerzen auf, sollte dies immer ärztlich abgeklärt werden.
Wenn die Narkose nachwirkt
Nux vomica, die Brechnuss, wird in der Homöopathie häufig bei Übelkeit und Unwohlsein nach einer Narkose genannt. Bei anhaltender oder starker Übelkeit, Kreislaufproblemen oder anderen Beschwerden nach einer Operation ist medizinische Rücksprache wichtig.
Die Arzneien auf einen Blick
Aethusa cynapium – wird bei Ängsten vor dem Aufwachen beschrieben
Arsenicum album – Weißes Arsen – wird bei starker Unruhe genannt
Arnica montana – Echte Arnika – häufig genannt bei Verletzungen und Beschwerden nach Eingriffen
Bellis perennis – Gänseblümchen – wird bei tieferen Eingriffen beschrieben
Staphisagria – Stephanskraut – wird bei kleinen, glatten Schnitt- und Operationswunden beschrieben
Symphytum – Beinwell – im Zusammenhang mit Knochenverletzungen und Heilungsprozessen
Hypericum perforatum – Johanniskraut – bei Beschwerden, die von gereizten Nerven ausgehen
Nux vomica – Brechnuss – bei Übelkeit und Unwohlsein nach einer Narkose
Die folgenden Hinweise beziehen sich auf die Selbstbehandlung mit homöopathischen Arzneimitteln. Bei Beschwerden rund um eine Operation, bei Komplikationen oder Unsicherheit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.
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Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
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