Substanz

Die Arznei Berberis vulgaris wird aus der Wurzelrinde der Berberitze hergestellt.

Einsatzbereich von Berberis

Apis ist eher bei Schwellung, Hitze und stechenden Beschwerden typisch – Berberis hat ein anderes Profil.
Im homöopathischen Arzneimittelbild steht Berberis vor allem für stechende, ziehende, wandernde und ausstrahlende Schmerzen, besonders im Bereich von Nieren, Harnwegen, Blase, Leiste, unterem Rücken und Gelenken.

Traditionell wird Berberis vulgaris in der Homöopathie vor allem dann in Betracht gezogen, wenn Beschwerden nicht punktgenau an einer Stelle bleiben, sondern ausstrahlen oder wechseln. Typisch sind Reizzustände im Bereich der ableitenden Harnwege sowie Schmerzen, die vom Rücken oder von der Nierengegend in andere Körperbereiche ziehen.

Leitsymptome von Berberis

  • Stechende, ziehende oder bohrende Schmerzen
  • Schmerzen mit Ausstrahlung, zum Beispiel von der Nierengegend in Harnleiter, Blase, Leiste oder Oberschenkel
  • Beschwerden im unteren Rücken mit Schwere- oder Wundheitsgefühl
  • Ziehende oder reißende Schmerzen, die von einer Stelle zur anderen wechseln
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang
  • Beschwerden im Bereich von Nieren und Harnwegen
  • Schmerzen, die sich durch Bewegung oder Erschütterung verstärken
  • Mitunter Gelenk- oder Gliederschmerzen mit wechselndem Charakter
  • Allgemeines Gefühl von Mattigkeit oder Erschöpfung bei anhaltenden Beschwerden

Modalitäten

Schlimmer:

  • Bewegung
  • Erschütterung
  • langes Stehen
  • Gehen
  • Druck auf die betroffene Region
  • Anstrengung

Besser:

  • Ruhe
  • Schonung
  • bequeme Lagerung
  • Wärme wird teils als angenehm empfunden

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel von Berberis vulgaris

Cantharis

  • Ähnlich: Beschwerden im Bereich der Harnwege, Brennen, Reizung, Harndrang
  • Unterschied: Cantharis ist meist heftiger, akuter und brennender; der Harndrang ist oft besonders quälend. Berberis ist typischer bei ausstrahlenden, wandernden Schmerzen, besonders mit Bezug zu Nieren und Rücken.

Sarsaparilla

  • Ähnlich: Beschwerden beim Wasserlassen, Reizung der Harnwege, Neigung zu Steinbeschwerden
  • Unterschied: Sarsaparilla wird häufig genannt, wenn das Wasserlassen – besonders gegen Ende – sehr schmerzhaft ist. Bei Berberis stehen eher die ziehenden, ausstrahlenden Schmerzen im Vordergrund.

Lycopodium

  • Ähnlich: Beschwerden im Bereich von Nieren, Harnwegen und Verdauung; auch bei Steinneigung bekannt
  • Unterschied: Lycopodium zeigt oft mehr Blähungs- und Verdauungssymptome sowie eine deutliche Rechtsbetonung. Berberis passt eher bei wechselnden, wandernden und in verschiedene Richtungen ausstrahlenden Schmerzen.

Nux vomica

  • Ähnlich: Reizzustände, Verkrampfungen, empfindliche Reaktionen des Körpers
  • Unterschied: Nux vomica ist oft reizbarer, angespannter und krampfartiger. Berberis ist typischer bei nieren- und rückenbezogenen Schmerzen mit Ausstrahlung.

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12.

2–3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.


Informationen zur Homöopathie

Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.

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