Blasenentzündung mit Homöopathie behandeln

Vor allem bei Frauen und Kindern kann eine Blasenentzündung Beschwerden verursachen, weil ihre Harnröhre deutlich kürzer ist als die der Männer. Keime können daher schneller in die Blase gelangen. Etwa elf Prozent der Frauen bekommen jedes Jahr eine solche Infektion. Betroffen sind aber auch ältere Männer, wenn eine vergrößerte Prostata den Harnabfluss stört. Die häufigste Ursache für akute Harnwegs- und Blasenentzündungen sind aufsteigende Bakterien des Magen-Darm-Traktes. Der häufigste Erreger ist Escherichia coli. Oft sind es aber auch die kalten Füße.

Blasenentzündung: Mit Homöopathie behandeln

Die homöopathische Selbstbehandlung sollte sich nur auf unkomplizierte Reizungen und Infektionen der Harnblase und der Harnröhre beschränken, die akut aus völliger Gesundheit heraus entstanden sind. Und nur dann, wenn klar ist, wann und wodurch die Erkrankung entstanden ist.

Wenn eine Blasenentzündung immer wieder auftritt, mit oder ohne nachvollziehbare Ursache, ist die Krankheit chronisch und muss ärztlich behandelt werden. Hier hilft nur eine sorgfältige und ausführliche homöopathische Anamnese, die den Beginn einer homöopathischen Behandlung markiert. Ein Urin-Streifentest kann auch für Klarheit sorgen, ein bakterieller Infekt liegt dann vor, wenn der Urin Nitrit und weiße Blutkörperchen in größerer Menge enthält.

Die typischen Symptome

  • Häufiger Harndrang
  • Druck- und Völlegefühl im Unterbauch in Höhe des Schambeines
  • Schmerz in dieser Region
  • Schmerz beim Wasserlassen entlang der Harnröhre und am Harnröhrenausgang
  • Trüber Urin
  • Übler Uringeruch
  • Blutiger Urin

Bei Säuglingen oder Kleinkindern sind diese Zeichen schwierig zu beobachten, mögliche Alarmzeichen sind:

  • Unruhezustände mit anfallsweisem (Schmerz-)Schreien
  • verminderte Urinmenge in der Windel
  • auffallender Uringeruch bzw. auffallende Urinfarbe
  • Weigerung der Kinder zu trinken, um das Wasserlassen zu vermeiden.

Allgemeinmaßnahmen

Grundsätzlich sollten Sie für eine größtmögliche Durchspülung der Harnwege und damit auch der Blase durch gesteigerte Trinkmenge (mindestens 3 Liter täglich!) sorgen. Außerdem kann die äußerliche Anwendung von feuchter Wärme durch entsprechende Auflagen und Packungen über der Blasenregion zu einer verbesserten lokalen Infektabwehr beitragen.

Ärztliche Hilfe erforderlich!

Treten im Verlauf einer Blasenentzündung plötzlich Schmerzen im Bereich des Rückens oder in Höhe der Taille auf, oder kommt es zu Fieber mit Schüttelfrost, dann sollte unverzüglich ein homöopathischer Arzt hinzugezogen werden! Sie müssen dann von einer zur Niere aufsteigenden Blasenentzündung ausgehen, welcher in eine Nierenbeckenentzündung mit unter Umständen schweren Komplikationen münden kann.

Die wichtigsten homöopathischen Arzneimittel

Apis

Brennende und stechende Schmerzen oft schon zu Beginn des Wasserlassens; häufiger schmerzhafter Harndrang, bei Frauen oft vor der Menstruation; der Urin wird als heiß empfunden und geht nur tröpfelnd ab; oft spärlicher Urin; Empfindlichkeit und Verschlimmerung der Beschwerden durch Wärme (!), lokale Kälteanwendung führt zur Beschwerdelinderung. Meist durstlos. Manchmal mit Wassereinlagerungen im Gewebe, z.B. um die Augen.
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Cantharis

Der Schmerz steht hier ganz im Vordergrund! Der Schmerz ist schneidend, brennend, krampfartig, der Kranke zieht die Beine an und schreit vor Schmerz; jeder einzelne Tropfen brennt wie Feuer; die geringste Urinmenge in der Blase löst bereits wieder heftigen Harndrang aus; der Urin kann rasch blutig werden.
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Dulcamara

Harnwegsinfekt bei jeder Erkältung, vor allem nach kalter Nässe; oft passend nach warmen Tagen und abendlicher Abkühlung, z.B. im Herbst; dann auch sofort häufigerer Harndrang.
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Lycopodium

Druck, Schwere- und Völlegefühl in der Blase, muss aber lange warten, bis der Urinfluss beginnt; übelriechender Urin mit rötlichem, sandigem Bodensatz; oft begleitend Blähungen.
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Nux vomica

Ständiger, aber erfolgloser Harndrang, Urin geht nur tropfenweise ab und dann scheint sich der Blasenausgang wieder zusammenzukrampfen; oft nach Kälteexposition, deutliche Linderung durch lokale Wärmeanwendung.
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Pulsatilla

Rasch zunehmender Schmerz in der Blase, wenn der Kranke beim Auftreten von Harndrang nicht sofort urinieren kann; muss sich ständig auf die Blase konzentrieren, sonst geht Urin unwillkürlich ab, ebenso beim Husten, Niesen oder Lachen; Gefühl die Blase sei zu voll; bei Frauen vor der Menstruation schlimmer, aber auch bei Rückenlage.
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Sarsaparilla

Reichlicher Harnfluss mit Schmerz erst am Ende des Wasserlassens; kann oft nur im Stehen urinieren; Abgang von rötlichem „Sand“ mit dem Urin.
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Sepia

Harndrang, „als ob die Gebärmutter nach außen drängen“ würde; Frösteln beim Harndrang oder beim Wasserlassen; muss sich zum Urinieren beeilen, sonst geht Urin unwillkürlich ab; manchmal milchiger Urin, der wie Feuer brennt; bei Frauen schlimmer während der Menstruation.
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Staphisagria

Harnwegsinfekt nach Geschlechtsverkehr, besonders bei jüngeren Frauen nach dem ersten sexuellen Kontakt; Gefühl, nach dem Wasserlassen „nicht fertig“ zu sein; besser durch zusammengekrümmtes Liegen in Seitenlage.
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Die richtige Dosierung

Nach 15 Minuten sollte in akuten Fällen eine Besserung eintreten. Erst wenn sich nach anfänglicher Besserung kein weiterer Fortschritt zeigt, sollte das Mittel frühestens nach 15 Minuten wiederholt werden, beim dritten Mal frühestens nach 30 Minuten. Bei Bedarf bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe abwarten. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe nichts essen und trinken. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. Eine Gabe sind 2-3 Globuli. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.