Aconitum napellus – Blauer Eisenhut

Substanz

Aconitum napellus, der blaue Eisenhut oder Sturmhut, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist eine der giftigsten Pflanzen Mitteleuropas. Schon wenige Gramm können zum Tod führen. Die Blüten besitzen ein helmartiges Kelchblatt und geben der Pflanze ihren Namen. Zur Arzneimittelherstellung wird die frische, zur Zeit der Blüte gesammelte Pflanze mit Wurzelknolle verwendet.

Einsatzbereiche

Aconitum ist häufig bei den ersten Zeichen einer akuten Entzündung angezeigt: Fieber, Husten, Krupp-Syndrom, Kopfschmerzen, Augenentzündung, Ohrenschmerzen. Auslöser ist meist kalter Wind oder trockene Kälte. Auch wenn großer Schreck oder Schock zu Krankheitssymptomen führen, muss dieses Arzneimittel unbedingt in Betracht gezogen werden. Angst und Unruhe sind fast immer Bestandteil des Beschwerdebildes.

Leitsymptome

  • Plötzlicher, „stürmischer“, heftiger Beginn, „mit einem Schlag“
  • Hochakute Zustände
  • Folge von kaltem Wind, trocken-kaltem Wetter
  • Folge von Schreck, Schock
  • Psychischer Schock
  • Angst, Panik, Todesangst (mit dem Gefühl, sterben zu müssen),

Schreckhaftigkeit

  • Ausgeprägte körperliche und geistige Unruhe
  • Verlangen nach Gesellschaft, Trost
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Harter, schneller Puls
  • Rascher Fieberanstieg
  • Trockene Hitze, kaum Schweiß
  • Heiße Hände und kalte Füße
  • Rotes Gesicht, aber beim Aufsetzen blass
  • Eine Wange rot, die andere Wange blass
  • Blässe, Übelkeit und Schwindel beim Aufstehen
  • Kurzatmigkeit
  • Viel Durst auf kalte Getränke
  • Unerträgliche Schmerzen, „zum Schreien“
  • Typische Verschlimmerungszeit (mitten in der) Nacht

Modalitäten

Besser

  • Frische Luft
  • Ruhe
  • Schwitzen

Schlimmer

  • Zudecken
  • Aufrichten aus dem Liegen
  • Licht

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Arsenicum album

  • Ähnlich: Ruhelosigkeit und Angst.
  • Unterschied: Plötzlichkeit und Heftigkeit der Beschwerden fehlt. Schwäche, häufig durch Verlust von Körperflüssigkeiten, wie Durchfall, Erbrechen, starkes Schwitzen oder Blutungen verursacht. Frösteln, mit Besserung durch Wärme oder heiße Anwendungen. Brennende Schmerzen. Großer Durst, trinkt aber immer nur kleine Menge.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Belladonna

  • Ähnlich: Plötzliche, heftige Beschwerden. Akuter Zustand. Entzündung mit Rötung und Hitze.
  • Unterschied:Heißer Kopf und kalte Extremitäten. Gesichtsröte bleibt unabhängig vom Liegen oder Aufrichten. Hitze muss nicht trocken sein, es kann auch etwas Schweiß dabei sein. Eher Delirium als Angst. Rechtsseitigkeit der Symptome.( gehe zu Belladonna )

Chamomilla

  • Ähnlich: Akute Zustände mit Ruhelosigkeit. Bewährtes „Fiebermittel“. Einseitige Wangenröte. Empfindlichkeit der Ohren gegenüber kaltem Wind.
  • Unterschied: Äußerst empfindlich gegen Schmerzen. Üble Laune mit wütender Reizbarkeit, Streitsucht. Kinder wollen ständig herumgetragen werden und schreien sobald man sie ablegt. Durchfall mit grünen, sauren, unverdauten Stühlen, die nach faulen Eiern riechen.
    ( gehe zu Chamomilla )

 Phosphorus

  • Ähnlich: Großer Durst (bei Fieber). Angst.
  • Unterschied: Weniger panikartige Angst, sondern generell ängstlich. Fieberhafte oder andere Zustände, die mit Nasenbluten oder anderen Blutungen einhergehen. Ausgeprägte Schwäche. Brennende Schmerzen.
    ( gehe zu Phosphorus )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12.

2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de, Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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