Husten

Schulmedizinischer Hintergrund

Husten ist keine Krankheit, aber ein mitunter äußerst lästiges und schwächendes Symptom. Ursache ist meist eine Reizung der Schleimhäute des mittleren und unteren Atemtraktes, ausgelöst durch entzündliche Reizung aufgrund eines Virusinfektes oder manchmal auch durch Bakterien im Rahmen von „Erkältungen” oder „grippalen Infekten”. Beim Bestehen einer allergischen Reaktionslage kann eine erhöhte Empfindlichkeit der Schleimhaut auf Reize wie Rauch, Staub, Trockenheit oder Kälte der Luft resultieren und sich als Reizhusten zeigen. Ein Keuchhusten kann zu einem über Wochen anhaltenden Husten führen, dessen Ursache in einer Reizung des Hustenzentrums im Gehirn durch Toxine der entsprechenden Bakterien besteht. Charakteristisch für den Krupphusten ist die gleichzeitig erschwerte Atmung, z.T. mit Erstickungsanfällen und krampfartigen Beschwerden im Kehlkopf, wobei der Husten in Wellen auftritt und oft einen metallischen Klang hat. Nicht zuletzt kann Husten bei älteren Menschen auch Zeichen einer Herzschwäche durch Rückstau des Blutes in die Lungen sein.

Allgemeine Maßnahmen

Inhalationen mit Wasserdampf, eventuell unter Zugabe von Kochsalz oder auch mit Teezubereitungen können zur Sekretverflüssigung in den Atemwegen beitragen und den Hustenreiz dämpfen. Generell ist in vielen Fällen auch eine ganz allgemeine Luftbefeuchtung sinnvoll, während überheizte und trockene Räume sich ungünstig auswirken. In dem Buch „Wickel, Tees und Globuli” aus dieser Reihe von Patienteninformationen finden Sie außerdem zahlreiche Hinweise zum Gebrauch von Heilpflanzen zur Inhalation, in Form von Teezubereitungen oder als Fertigarzneien aus der Apotheke. Ist der Husten bei allergischen Patienten durch hohe Pollenflugbelastung bedingt, so sollte die Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen, die Haare müssen abends kurz mit Wasser ausgespült werden, das Gesicht sowie Nase und Augen sollten ebenfalls mit Wasser abgewaschen bzw. gespült werden, die Fenster sollten zur Nacht geschlossen sein.

Ärztliche Hilfe erforderlich

In den meisten Fällen erfordert ein normaler Husten nicht unbedingt ärztliche Hilfe. Ausnahmen können der Keuchhusten und vor allem der Krupphusten sein, bei älteren Menschen auch der sogenannte „Herzhusten” bei chronischer Herzschwäche.

Besteht ein Husten länger als drei Wochen, dann ist in jedem Fall eine genaue ärztliche Untersuchung erforderlich, um gefährlichere Ursachen nicht zu übersehen und ein Chronischwerden des Hustens möglichst zu vermeiden!

Wir können das Symptom Husten in zwei große Gruppen einteilen:

  • Trockener Husten / Reizhusten
  • Feuchter / lockerer / rasselnder Husten

Entscheidend für die Mittelauswahl sind außer diesem Kriterium unter anderem folgende zusätzliche Aspekte:

  • Schmerzhaft / schmerzlos
  • Modalitäten der Besserung oder Verschlechterung (zum Beispiel Tageszeiten, Temperatur der Umgebung oder Temperaturwechsel, liegende oder aufrechte Körperhaltung, im Freien oder im Raum, Trinken, Luftfeuchtigkeit, Bewegung oder Ruhe etc.)
  • Begleitsymptome (zum Beispiel Fieber, Schwäche, unwillkürlicher Harnabgang, Übelkeit, Heiserkeit, Nasenbluten etc.)
  1. Trockener Husten / Reizhusten ( gehe zu )
  2. Feuchter, rasselnder, lockerer Husten ( gehe zu )
  3. Krupphusten ( gehe zu )
  4. Keuchhusten ( gehe zu )

1. Trockener Husten / Reizhusten

Belladonna

Beschleunigte Atmung und trockener, bellender Husten, meist verbunden mit rascher Entwicklung von Fieber über 39 Grad; leuchtend rotes Gesicht und Kopfschmerz bei jedem Husten; Kehlkopf schmerzhaft; hohe und pfeifende Stimme; jeder Husten verstärkt den Hustenreiz; trockene und heiße Haut; der Schmerz kann auf der rechten Brustseite schlimmer sein.

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Bryonia

Harter, trockener Husten, der mit Kopfschmerz oder Brustschmerz verbunden sein kann; der Kranke hält sich den Kopf oder die Brust mit den Händen; stechender Schmerz beim Husten und evtl. bei jedem tiefen Atemzug, weshalb der Patient nur ganz vorsichtig und oberflächlich atmet; schlimmer in warmer (Zimmer-)Luft, besser am offenen Fenster oder im Freien. Durst auf große Mengen kalter Getränke.

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Causticum

Trockener Kitzelhusten, der mit Heiserkeit verbunden sein kann; schlimmer im Liegen und besser durch kaltes Trinken; Gefühl er müsse tiefer husten, um eine kleine Menge Schleim aus der Tiefe der Atemwege zu lösen; evtl. verbunden mit unwillkürlichem Urinabgang beim Husten.

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Drosera

Tiefer, heftiger, anfallsartiger und trockener Husten; drückt zur Linderung die Hand fest gegen die Brust oder die Magengegend; schlimmer nachts um oder nach Mitternacht oder sofort beim Hinlegen; schlimmer durch Trinken, Essen oder Sprechen; evtl. mit kaltem Schweiß.

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Phosphorus

Trockener, schmerzhafter Husten mit Hitze und Brennen in der Brust; Atemenge und beschleunigte Atmung mit rascher Erschöpfung; verfroren, trotzdem großer Durst auf kalte Getränke; kann nicht links liegen; schlimmer abends oder aus dem Schlaf weckend, durch Gerüche oder rauchige Luft, kalte Luft; besser in der Wärme, in Rechtsseitenlage.

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Rumex

Kitzelnder Reizhusten vor allem beim Einatmen von kalter Luft; schlimmer bei Wechsel der Lufttemperatur, hält sich Hand oder Tuch vor Mund und Nase beim Einatmen; Husten verhindert den Schlaf; manchmal festsitzender, zäher Schleim im Kehlkopf; kann ähnlich wie Phosphorus wegen des Hustens nicht links liegen.

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Spongia

Trockener, bellender, hackender Husten mit Enge im Kehlkopf; Trockenheit und Brennen im Kehlkopf; Krupphusten schlimmer beim Einatmen; besser durch Essen und Trinken, vor allem durch warme Getränke; besser durch Vorwärtsbeugen; Husten evtl. bis zum Gefühl des Erstickens mit bläulicher Verfärbung von Gesicht und Lippen.

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2. Feuchter, rasselnder, lockerer Husten

Antimonium tartaricum

Starkes und lautes Schleimrasseln in den Luftwegen, als wäre die Lunge voll von Schleim; ist aber zu schwach, um abzuhusten; schnappt nach Luft, besser beim Aufsitzen; passt oft für Kinder sowie für ältere Menschen mit fortgeschrittenem Lungenleiden.

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Hepar sulfuris

Lockerer Husten, der zum Würgen führen kann; dicker gelber Schleim; der Kranke ist sehr verfroren und der Husten wird schlimmer durch den geringsten kalten Luftzug oder wenn er sich nur leicht abdeckt oder Kleidung ablegt; besser im Warmen; bei Krupp folgt diese Arznei oft nach Aconitum und Spongia; besser bei feuchtwarmer Raumluft.

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Ipecacuanha

Oft rasche Schleim- und Sekretbildung in den Atemwegen, führt zu starkem Rasseln in der Brust; begleitende Übelkeit, der Kranke würgt und erbricht oft beim Husten; starkes Gefühl der Zusammenschnürung in der Brust; das Kind wird beim Husten manchmal blau.

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Pulsatilla

Lockerer Husten morgens, mit Abhusten von dickem gelbgrünem Schleim; Husten schlimmer im warmen Raum und besser an der frischen Luft, möchte die Fenster offen haben; manchmal schlimmer vor der Menstruation; besser bei sanfter Bewegung oder mit vielen Kissen unter dem Kopf; abends kann der Husten auch trocken sein und das Einschlafen behindern; Tränenfluss beim Husten; der Patient ist oft weinerlich und sucht Nähe und Trost; meist durstlos.

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3. Krupphusten

Aconitum

Trockener, harter Husten mit Erstickungsgefühl, nimmt mit jedem Atemzug zu; meist plötzlicher Beginn nach Exposition im kalten Wind; erwacht aus dem ersten Schlaf; mit ängstlicher Unruhe! Passt meist nur zu Beginn der Krankheit.

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Spongia

Siehe oben! Sägender Husten; die Enge im Kehlkopf führt zu einem lauten, pfeifenden Atemgeräusch; meist um oder nach Mitternacht schlimmer.

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Hepar sulfuris

Siehe oben! Mit Schleimbildung; Husten nachts zwischen 2 und 4 Uhr oder gegen Morgen; schlimmer durch Kälte der Luft oder der gesamten Umgebung.

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4. Keuchhusten

Zur Selbstbehandlung kommen je nach Stadium der Erkrankung die bereits oben erwähnten Arzneien Belladonna, Carbo vegetabilis, Drosera, Ipecacuanha, Nux vomica, Pulsatilla oder Rumex in Frage; entscheidend ist wie immer die stadienabhängige und individuelle Symptomatik.

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Foto: Pixabay