Fieber, grippaler Infekt

Schulmedizinischer Hintergrund: Fieber, grippaler Infekt

Ein grippaler Infekt ist eine akute Krankheit, die durch Viren oder, selten, durch Bakterien ausgelöst wird und mit vorübergehender Schwäche, Schmerzen und Unwohlsein einhergeht. Es kann Fieber auftreten, was in der Regel die körper­eigenen Abwehrvorgänge aktiviert und beschleunigt. Oft, aber nicht immer, ist ein solcher Infekt mit Absonderungen der Schleimhäute verbunden. Die Arzneimittel für die entsprechenden Symptome sind unter den Stichworten „Durchfall“, „Erbrechen“, „Husten” und „Schnupfen” aufgeführt. Vergleiche auch die Abschnitte „Halsschmerzen” und „Ohrenschmerzen“. Eine dramatisch beginnende und besonders schwere Form der „Grippe” ist die echte Influenza!

Allgemeine Maßnahmen

Die wichtigste Maßnahme ist körperliche Schonung. Fieber sollte bei einfachen grippalen Infekten nicht gesenkt werden, besonders nicht im ersten Stadium des Fieberanstiegs mit Frösteln; in dieser Phase ist zusätzlich die Erwärmung durch heiße Getränke, warme Kleidung oder ein heißes Bad zu empfehlen. Auf vermehrte Flüssigkeitszufuhr sollte geachtet werden, weil der Bedarf durch Schwitzen und Ausscheidungen der Schleimhäute erhöht ist.

Ärztliche Hilfe erforderlich:

  • wenn das Fieber länger als 3 Tage, bei kleinen Kindern länger als einen Tag anhält,
  • wenn starke Schmerzen bestehen,
  • wenn Muskelkrämpfe, Bewusstseinstrübung oder Ohnmacht auftreten,
  • wenn die gesamte Krankheit länger als eine Woche dauert oder nach wenigen Tagen oder Wochen wieder erscheint,
  • wenn die Krankheit sehr rasch beginnt und schnell einen schweren Verlauf annimmt!

Die wichtigsten Arzneimittel

Aconitum

Die Haut ist trocken und heiß, ohne Schweiß. Auslöser der Krankheit: kalter, trockener Wind oder Zugluft, manchmal auch ein Schreck. Die Beschwerden kommen plötzlich, heftig, stürmisch; sie beginnen oft nachts, um Mitternacht. Schlimmer werden sie durch Kälte, Lärm, Licht, im warmen Zimmer. Gesellschaft hilft, vor allem beruhigendes Zureden, aber auch frische Luft. Begleitsymptome: erschreckter Blick, enge Pupillen, das Gesicht ist im Liegen rot und wird beim Aufrichten blass; Herzklopfen, Husten und Atemnot können auftreten. Der Kranke ist unruhig und ängstlich, glaubt eine schlimme, vielleicht tödliche Krankheit zu haben und ist überempfindlich gegen Schmerzen.

( gehe zu Aconitum )

Apis

Auslöser des Fiebers sind übermäßige Sonneneinwirkung, Insektenstiche und -allergien, manchmal auch Schreck oder Zorn. Die Beschwerden sind heftig, kommen schnell, lassen nach und kommen wieder. Oft erscheinen sie nach dem Schlafen. Frösteln tritt meist nachmittags gegen 15 Uhr auf, dabei hat der Kranke ausnahmsweise Durst, während er sonst während dem Fieber nicht trinken will. Wärme und Zudecken, aber auch Bewegung und Berührung verschlimmern. Abkühlen und frische Luft bessern. Begleitsymptome: Schwellung unter den Augen, in Mundhöhle und Rachen, stechende Schmerzen, Reizbarkeit, weinerliche Stimmung, quälende Gedanken.

( gehe zu Apis )

Belladonna

Der Kopf ist heiß, Hände und Füße kalt, der Schweiß dampft. Auslöser kann Aufenthalt in der Sonne sein, aber auch Unterkühlung durch Schwitzen oder Nässe, besonders am Kopf (Haarewaschen), und Aufregung. Der Beginn ist, wie bei Aconitum, plötzlich und heftig, oft nachmittags ab 15 Uhr, mit Verschlimmerung nach Mitternacht. Die Beschwerden verstärken sich durch Licht, Sonne, Kälte, Zugluft, Erschütterung (allein schon das Auftreten beim Gehen) und durch Berührung. Hochlagerung bringt Erleichterung, wie auch Wärme, Ruhe, Abdunkeln, Einhüllen des Körpers. Begleitsymptome: knallrotes Gesicht (auch beim Aufrichten, im Gegensatz zu Aconitum), weite Pupillen, glasige Augen, Schwitzen an bedeckten Körperstellen, Fieberträume. Der Kranke trinkt wenig, am liebsten Limonade, er kann sich leicht aufregen, sogar beißen und schlagen.

( gehe zu Belladonna )

Bryonia

Der Kranke ist gereizt, verärgert und will seine Ruhe haben, er will nur in sein Bett. Schlimmer wird alles, besonders der stechende Schmerz, früh morgens, durch leichteste Bewegung und Berührung. Gut tun absolute Ruhe, fester Gegendruck und Abkühlung. Begleitsymptome: schmerzhafter Husten, Kopfschmerz, Nachtschweiß, Erbrechen und Durchfall mit Erschöpfung, trockene, rissige Lippen.

( gehe zu Bryonia )

China

Das Fieber kommt und geht, oft jeden Tag zur selben Stunde, und ist immer von viel Schweiß begleitet, besonders nachts. Der Kranke ist schwach und entkräftet, meist infolge eines Durchfalls, einer Blutung oder Operation, auch nach Entbindung. Zugluft wird nicht vertragen, die leichteste Berührung ist unangenehm, während (wie bei Bryonia) harter Druck gut tut. Begleitsymptome: Blässe, Auftreibung des Bauches, Durstlosigkeit, lebhafte Phantasien, Pläne und Ideen.

( gehe zu China )

Eupatorium perfoliatum

Das Mittel bei Muskel- und Knochenschmerzen, Zerschlagenheitsgefühl, alles tut weh. Auslöser ist feucht-kaltes Wetter; das Fieber erscheint plötzlich, oft morgens zwischen 7 und 9 Uhr, und beginnt mit Übelkeit oder Erbrechen. Verschlimmerung durch Kleiderdruck, Besserung durch Knie-Ellenbogen­Lage, nach Schwitzen und bei Ansprache und Unterhaltung. Begleitsymptome: Gesicht heiß und rot, Schluckauf, Schmerzen der Lebergegend, Durst auf kaltes Wasser.

( gehe zu Eupatorium perfoliatum )

Ferrum phosphoricum

Typisch ist das relative Wohlbefinden bei hohem Fieber. Dem Kind merkt man es oft gar nicht an, es spielt wie immer. Das Fieber tritt meist plötzlich auf, die Haut ist trocken und heiß, mit Frösteln. Verschlimmerung am frühen Nachmittag und nachts von 4 bis 6 Uhr, durch Berührung, Bewegung, Sonnenhitze und schweres Essen (Eier, Fleisch, auch Kaffee). Kalte Umschläge und leichte Bewegung bessern. Begleitsymptome: Nasenbluten, das Gesicht ist wechselnd rot und blass.

( gehe zu Ferrum phosphoricum )

Gelsemium

Der Kranke ist schwach, zittrig und schläfrig. Er will gehalten werden oder einfach nur liegen. Dumpfe Schmerzen ziehen vom Nacken über den Kopf bis zur Stirn, die Augen fallen zu. Auslöser ist oft Sommerhitze, feucht­

warmes Wetter und Unterkühlung (manchmal erst Tage später), auch Schreck, Aufregung zum Beispiel vor einer Prüfung. Das Fieber beginnt am Nachmittag (15-17 Uhr) und steigt langsam. Verschlimmerung durch Gewitter, Föhn, Bewegung, Tabakrauch; Besserung durch Schwitzen und Wasserlassen, Schließen der Augen, Vorn­berbeugen. Begleitsymptome: Frösteln, Schüttelfrost, kränklicher Gesichtsausdruck, hängende Lider, Kinnzittern, Sehstörungen (trüb, doppelt).

( gehe zu Gelsemium )

Nux vomica

Auslöser sind Überarbeitung, Schlafmangel oder Verkühlung. Der Kranke friert viel, besonders an Rücken und Kopf, das Fieber wechselt häufig mit Frösteln ab. Verschlimmerung durch Kälte und Luftzug, Besserung durch Wärme und Ruhe, am besten unter vielen Decken. Begleitsymptome: rotes, evtl. geschwollenes Gesicht, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Stuhlverstopfung. Stimmung reizbar, mürrisch, Verlangen nach Kaffee, Alkohol und Zigaretten.

( gehe zu Nux vomica )

Phosphor

Kältegefühl am ganzen Körper mit Hitze in Händen und Kopf, Frösteln auch in Wärme. Die Hitze steigt von unten nach oben, das Fieber kann sehr hoch werden. Auslöser sind Erschöpfung, Sturm, Föhn, Gewitter. Verschlimmerung morgens und abends, in der Dämmerung, nach Mitternacht, durch kalten Wind, Anstrengung, im vollen Zimmer. Besserung in Gesellschaft, durch Reiben und Massage, nach einem kurzen Schlaf. Begleitsymptome: ständiges Hüsteln, Schwindel im Gehen, Blutungen (Nase und Zahnfleisch), großer Durst auf Kaltes, Verlangen nach Gesellschaft.

( gehe zu Phosphor )

Pulsatilla

Das Fieber schwankt, Frösteln und Hitze wechseln sich ab. Auslöser sind Durchnässung an Kopf und Füßen oder zu üppiges Essen. Verschlimmerung ab nachmittags, vor allem nachts, im warmen Zimmer, durch warme und fette Speisen, durch Alleinsein. Besserung durch Trost und Gesellschaft, Bewegung im Freien, Reiben und Massage. Begleitsymptome: Blässe, Lecken der Lippen, Stöhnen, Jammern und Klagen, milder rahmiger Schnupfen, Husten abends, nachts und morgens, fehlender Durst, Launenhaftigkeit.

( gehe zu Pulsatilla )

Rhus toxicodendron

Auslöser sind nasskaltes Wetter, Überanstrengung und Verkühlung. Das Fieber beginnt eher langsam und ist mit Zerschlagenheitsgefühl und reißenden Schmerzen verbunden. Verschlimmerung nachts, durch Kälte und Ruhe. Ungewöhnlich, aber typisch für dieses Mittel: fortgesetzte Bewegung bessert, der Kranke läuft unruhig herum; Besserung auch durch Wärme. Begleitsymptome: rotes Zungendreieck, starker Durst, Verlangen nach kalter Milch.

( gehe zu Rhus toxicodendron )

 

Foto: iStock.com/monkeybusinessimages