Phosphorus – Phosphor

Substanz

Phosphor, der „Lichtträger”, ist ein chemisches Element. In der Natur kommt er nicht in reiner sondern nur in gebundener Form vor, das heißt als Verbindung der Phosphorsäure mit verschiedenen Mineralien als Mineralphosphat in der Erdkruste und in Form von organischen und anorganischen Phosphorverbindungen in der Pflanzen- und Tierwelt. Als homöopathisches Arzneimittel wird nur der elementare gelbe Phosphor verwendet. Dieser ist äußerst giftig, flüchtig und reaktionsfreudig. Er entzündet sich von selbst an der Luft und leuchtet als einziges nichtradioaktives Element, woher er auch seinen Namen hat. Phosphor ist ein wesentlicher Baustein des menschlichen Körpers und spielt im Energiehaushalt eine wichtige Rolle.

Einsatzbereiche

Phosphor hat einen sehr großen Wirkungsbereich. Insbesondere findet er bei Halsentzündungen, Husten, Erkrankungen der unteren Atemwege, Magen-Darm-Infekten, Blutungen, Kopfschmerzen, Schwindel und eitrigen Prozessen Anwendung. Große Erschöpfung, (Kreislauf-)Schwäche mit Herzklopfen, Empfindlichkeit und Überreaktion auf äußere Reize.

Leitsymptome

  • Große Empfindsamkeit (Empfindlich auf Licht, Blumenduft und andere Gerüche, Geräusche, Musik)
  • Viele Ängste (Gewitter, Krankheit und Tod, beim Alleinsein, abends und in der Dunkelheit)
  • Verlangen nach Gesellschaft
  • Brennen und brennende Schmerzen (Brennen der Hände, Brennen zwischen den Schulterblättern, intensives Hitzegefühl, das den Rücken hinaufläuft)
  • Brennende Kopfschmerzen durch geistige Anstrengung, besser durch Kälte, Schlaf
  • Blutungen Überall: Magen-Darm-Trakt, Lunge, Nase, Zahnfleisch, Haut
  • Hellrot und kräftig
  • Kleine Wunden bluten stark
  • Grüne Absonderungen, blutige Absonderungen
  • Große Schwäche mit Zittern und Schwindel bei geringer Anstrengung
  • Herzklopfen bei Bewegung, Anstrengung, Liegen auf der linken Seite, Erwachen, Angst, Erregung
  • Großer Durst auf kalte Getränke
  • Erbrechen, sobald sich Getränke im Magen erwärmen (ca. 5-10 Minuten nach dem Trinken)
  • Rezidivierende Atemwegsinfektionen (Husten, Krupp-Syndrom, Bronchitis)
  • Heiserkeit mit Schmerzen beim Sprechen, schlimmer abends
  • Trockener Reizhusten, schmerzhaft, schlimmer durch Kälte, Sprechen, Lachen, Essen und Trinken, Liegen auf der linken Seite
  • Großer Appetit, muss öfter essen, ist gleich nach einer Mahlzeit wieder hungrig, nächtlicher Hunger, Heißhunger mit Schwäche

Modalitäten

Besser

  • Aufrecht Sitzen, Liegen auf dem Bauch oder auf der rechten Seite
  • Essen, vor allem kalte Speisen und Getränke
  • Schlafen (auch kurzes „Schläfchen”)
  • Wärme (außer bei Kopf- und Magenbeschwerden, bei denen Kälte bessert)
  • Gesellschaft
  • Reiben, Massieren

Schlimmer

  • Liegen, vor allem auf der linken Seite, aber auch auf der schmerzhaften Seite oder auf dem Rücken
  • Geringfügige Anlässe, geringste Gemütsbewegungen, Reden, Berührung, Gerüche, Licht
  • Alleinsein
  • Geistige Anstrengung
  • Verlust von Körperflüssigkeiten (Durchfall, Erbrechen, Schweiß, Blut)
  • Fasten
  • Warme Speisen und Getränke, Warmwerden derselben im Magen (ca. 5-10 Minuten nach dem Trinken)
  • Kälte, kalte frische Luft
  • Wetterwechsel, Wind, kaltes Wetter, Gewitter
  • Morgens und abends (in der Dämmerung)

Wirkdauer

  • Lang

Vergleichbare Mittel

Arsenicum album

  • Ähnlich: Angst, Verlangen nach Gesellschaft. Schwäche. Großer Durst. Brennende Schmerzen.
  • Unterschied: Ruhelosigkeit, die den Patienten umhertreibt. Sehr verfroren. Nächtliche Verschlimmerung.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Bryonia

  • Ähnlich: Großer Durst auf kalte Getränke. Schwäche, mit Verschlimmerung beim Aufrichten.
  • Unterschied: Typischerweise Rechtsseitigkeit der Beschwerden. Trockenheit der Schleimhäute. Schmerzcharakter eher stechend, Besserung durch Druck und Liegen auf der schmerzhaften Seite. Verlangen nach Ruhe auf körperlicher und seelischer Ebene, meidet Bewegung, Abneigung gegen Gesellschaft und Gespräch. Verlangen nach warmer Milch.
    ( gehe zu Bryonia )

Lachesis

  • Ähnlich: Verlangen nach und Besserung durch kalte Getränke. Halsentzündungen mit Schmerzen, ins-besondere beim Schlucken von Flüssigkeiten. Morgendliche Verschlimmerung. Neigung zu akuten Entzündungen und Blutungen.
  • Unterschied: Entzündungen und Blutungen von dunkler, bläulicher Farbe, Neigung zur gestörten Wundheilung und Infektion. Halsentzündung mit ausgeprägtem Engegefühl am Hals, verträgt keinen engen Kragen. Verschlimmerung durch Wärme. Verschlimmerung nach dem Schlaf. Typischerweise linksseitige Beschwerden oder sie beginnen links und gehen nach rechts. Hitzewallungen mit Angst. Geschwätzigkeit.
    ( gehe zu Lachesis )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Verlangen nach Gesellschaft, Zuwendung und Trost. Verschlimmerung von Kopf- und Magenbeschwerden durch Wärme und warme Getränke. Verschlimmerung durch Liegen auf der linken Seite.
  • Unterschied: Durstlosigkeit. Generelle Verschlimmerung durch Wärme. (Linksseitige) Ohrenschmerzen. Veränderlichkeit der Symptome.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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