Kopfschmerzen können sehr unterschiedlich sein. Sie können dumpf, drückend, pochend oder stechend auftreten, einseitig sein, vom Nacken ausgehen oder mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Schwindel oder Erschöpfung verbunden sein. Manche Kopfschmerzen entstehen nach Stress, Schlafmangel, langer Bildschirmarbeit, Sonne, Hitze oder körperlicher Anstrengung. Andere treten im Rahmen eines Infekts oder zusammen mit Verspannungen auf.
Für die homöopathische Begleitung ist deshalb nicht nur entscheidend, dass der Kopf weh tut. Wichtig ist vor allem, wie sich der Schmerz zeigt, wodurch er ausgelöst oder verstärkt wird und welche Begleitbeschwerden auftreten.
Dieser Artikel gibt eine erste Orientierung: was bei Kopfschmerzen zunächst helfen kann, wann ärztliche Hilfe wichtig ist und welche homöopathischen Arzneien bei bestimmten Beschwerdebildern beschrieben werden.
Auf dieser Seite
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- Was bei Kopfschmerzen zunächst helfen kann
- Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
- Homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen: Worauf es ankommt
- Wenn der Kopf heiß, rot und pochend ist
- Wenn Sonne, Hitze oder Wetter eine Rolle spielen
- Wenn Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden dazukommen
- Wenn Kopfschmerzen einseitig auftreten
- Wenn Nacken, Hinterkopf oder Verspannung beteiligt sind
- Wenn Stress, Ärger oder Überlastung vorausgingen
- Wenn Kopfschmerzen nach Stoß oder Verletzung auftreten
Was bei Kopfschmerzen zunächst helfen kann
Bei leichten Kopfschmerzen helfen oft einfache Maßnahmen: Ruhe, ausreichend Flüssigkeit, frische Luft, eine Pause vom Bildschirm oder ein abgedunkelter Raum. Wenn die Beschwerden vom Nacken ausgehen, können Wärme, vorsichtige Bewegung oder eine Entlastung der Schultern angenehm sein.
Bei Kopfschmerzen nach Sonne oder Hitze ist es wichtig, aus der Wärme herauszugehen, den Körper abkühlen zu lassen und langsam in kleinen Schlucken zu trinken. Werden die Beschwerden stärker oder kommen Schwindel, Übelkeit oder Benommenheit hinzu, sollte man die Situation ernst nehmen.
Wer häufiger Kopfschmerzen hat, kann außerdem auf wiederkehrende Auslöser achten: Schlafmangel, Stress, zu wenig Trinken, lange Bildschirmzeiten, Wetterwechsel, Alkohol, bestimmte Nahrungsmittel oder hormonelle Veränderungen können eine Rolle spielen.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Kopfschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, wenn sie neu auftreten, ungewöhnlich stark sind oder sich deutlich anders anfühlen als bisher bekannte Kopfschmerzen. Das gilt auch, wenn sie immer wiederkehren, über längere Zeit anhalten oder trotz Ruhe, Flüssigkeit und einfachen Maßnahmen nicht nachlassen.
Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung auftreten oder von Benommenheit, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen begleitet werden. Auch Kopfschmerzen mit Fieber, Nackensteife, Verwirrtheit, Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen oder Krampfanfällen gehören sofort medizinisch abgeklärt.
Bei sehr plötzlich einsetzenden, extrem starken Kopfschmerzen sollte nicht abgewartet werden. Dann ist schnelle ärztliche Hilfe wichtig, im Zweifel über den Notruf 112.
Auch bei Kindern, älteren Menschen, in der Schwangerschaft oder bei bekannten Vorerkrankungen ist es sinnvoll, Kopfschmerzen eher früher ärztlich einschätzen zu lassen.
Das ist inhaltlich bewusst klar, aber nicht panisch. Bei Kopfverletzungen gelten zunehmende Kopfschmerzen, Benommenheit oder Schwindel als wichtige Warnzeichen; plötzlich auftretende Sprach- oder Sehstörungen sind ebenfalls ein Grund für schnelle Hilfe.
Homöopathische Mittel bei Kopfschmerzen: Worauf es ankommt
In der Homöopathie richtet sich die Wahl des Arzneimittels nicht allein danach, dass Kopfschmerzen bestehen. Entscheidend ist das genaue Beschwerdebild: Wo sitzt der Schmerz? Ist er dumpf, drückend, pochend, stechend oder ziehend? Wird er durch Bewegung, Licht, Geräusche, Wärme, Kälte, Ruhe oder frische Luft verändert?
Auch die Begleitumstände spielen eine wichtige Rolle. Kopfschmerzen nach Sonne oder Hitze sehen oft anders aus als Kopfschmerzen nach Stress, Ärger, Schlafmangel, Bildschirmarbeit, Verdauungsbeschwerden oder einer körperlichen Überlastung. Übelkeit, Schwindel, Lichtempfindlichkeit, Reizbarkeit oder Erschöpfung können ebenfalls Hinweise auf ein passendes Mittel geben.
Die folgenden homöopathischen Arzneien werden bei unterschiedlichen Kopfschmerz-Beschwerden beschrieben. Sie ersetzen keine ärztliche Abklärung, besonders nicht bei neuen, starken oder ungewöhnlichen Kopfschmerzen.
Welche Mittel passen zu welchem Kopfschmerzbild?
Kopfschmerzen können sehr unterschiedlich erlebt werden. Deshalb ist in der Homöopathie nicht ein einzelnes Mittel „gegen Kopfschmerzen“ entscheidend, sondern das passende Beschwerdebild.
Bei einem heißen, pochenden Kopf mit Rötung und großer Empfindlichkeit gegen Licht oder Geräusche wird häufig an Belladonna gedacht. Stehen Sonne, Hitze, ein voller Kopf, Druckgefühl und Schwindel im Vordergrund, passt das Bild eher zu Glonoinum.
Wenn Kopfschmerzen mit Schwere, Benommenheit, Zittern oder großer Erschöpfung verbunden sind, kann Gelsemium infrage kommen. Bei Kopfschmerzen nach Stress, Überarbeitung, Reizbarkeit, Alkohol, Kaffee oder Verdauungsbeschwerden wird in der Homöopathie häufig Nux vomica beschrieben.
Auch die genaue Lage kann Hinweise geben. Manche Mittel werden eher bei rechtsseitigen, andere eher bei linksseitigen oder vom Nacken ausgehenden Kopfschmerzen beschrieben. Das ist aber nur ein Teil des Gesamtbildes. Schmerzart, Auslöser, Begleitzeichen und Besserung oder Verschlechterung sind meist wichtiger als die Seite allein.
Wenn der Kopf heiß, rot und pochend ist
Bei manchen Kopfschmerzen steht ein heißer, geröteter Kopf im Vordergrund. Der Schmerz kann pochend, klopfend oder drückend sein. Licht, Geräusche, Bewegung oder Erschütterung werden oft als unangenehm empfunden. Manche Menschen möchten dann möglichst ruhig liegen, den Kopf schützen und äußere Reize vermeiden.
Belladonna wird in der Homöopathie häufig bei plötzlich einsetzenden, heftigen Kopfschmerzen beschrieben, besonders wenn der Kopf heiß und gerötet ist und der Schmerz klopft oder pulsiert. Die Beschwerden können sich durch Licht, Lärm, Berührung oder Erschütterung verschlechtern.
Glonoinum passt eher zu Beschwerden, bei denen Sonne, Hitze oder stickige Luft eine deutliche Rolle spielen. Typisch ist das Gefühl, dass Hitze, Druck oder Blut in den Kopf steigen. Der Kopf fühlt sich voll, heiß oder gespannt an, Schwindel kann dazukommen. Schatten, frische Luft und vorsichtiges Kühlen werden oft als angenehm erlebt.
Wenn Sonne, Hitze oder Wetter eine Rolle spielen
Kopfschmerzen können nach direkter Sonne, großer Wärme, Wetterwechsel oder Aufenthalt in stickigen Räumen auftreten. Dann ist wichtig, ob eher ein heißer, voller Kopf im Vordergrund steht, ob Schwindel oder Benommenheit dazukommen oder ob sich die Beschwerden durch Ruhe, Schatten und frische Luft bessern.
Bei Kopfschmerzen nach Sonne oder Hitze wird häufig an Glonoinum gedacht, besonders wenn der Kopf heiß, drückend oder pochend ist. Stehen dagegen Schwere, Müdigkeit, Zittern, Benommenheit oder ein allgemeines Erschöpfungsgefühl im Vordergrund, kann das Bild eher zu Gelsemium passen.
Wenn der Kopfschmerz plötzlich und heftig einsetzt, mit heißem gerötetem Kopf und großer Empfindlichkeit gegen Licht oder Geräusche, kann auch Belladonna infrage kommen. Entscheidend bleibt das Gesamtbild, nicht allein der Auslöser.
Wenn Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden dazukommen
Kopfschmerzen treten nicht selten zusammen mit Übelkeit, flauem Magen, Völlegefühl, Erbrechen oder Verdauungsbeschwerden auf. Manchmal stehen auch Reizbarkeit, Überarbeitung, Schlafmangel, Kaffee, Alkohol, spätes Essen oder ein unregelmäßiger Tagesrhythmus im Hintergrund.
Nux vomica wird in der Homöopathie häufig bei Kopfschmerzen beschrieben, die mit Reizbarkeit, innerer Anspannung, Überarbeitung oder Verdauungsbeschwerden verbunden sind. Die Beschwerden können nach zu viel Kaffee, Alkohol, schwerem Essen oder zu wenig Schlaf auftreten.
Wenn Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder ein migräneartiger Verlauf im Vordergrund stehen, sollte besonders sorgfältig geprüft werden, ob eine ärztliche Abklärung nötig ist. Homöopathische Arzneien können hier nur nach dem genauen Beschwerdebild ausgewählt werden.
Wenn Kopfschmerzen einseitig auftreten
Einseitige Kopfschmerzen können rechts oder links auftreten, an der Stirn, an der Schläfe, hinter dem Auge oder vom Nacken ausgehend. Für die homöopathische Einordnung ist die Seite ein Hinweis, aber nicht allein entscheidend. Wichtiger ist, wie sich der Schmerz anfühlt: pochend, stechend, bohrend, ziehend oder drückend. Auch Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Reizbarkeit oder eine Verschlechterung durch Bewegung können eine Rolle spielen.
Manche homöopathischen Arzneien werden eher bei rechtsseitigen, andere eher bei linksseitigen Kopfschmerzen beschrieben. Die Seitenangabe sollte aber immer zusammen mit dem gesamten Beschwerdebild betrachtet werden.
Sanguinaria wird häufig bei rechtsseitigen Kopfschmerzen beschrieben, besonders wenn der Schmerz vom Hinterkopf nach vorne zieht oder über dem rechten Auge sitzt. Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder eine Verschlechterung durch Bewegung können dazukommen.
Spigelia wird eher bei stechenden oder bohrenden Kopfschmerzen beschrieben, oft im Bereich der Schläfe oder um das Auge. Das Beschwerdebild kann sehr empfindlich auf Bewegung, Berührung oder Erschütterung reagieren.
Lachesis wird in der Homöopathie unter anderem bei linksseitigen Beschwerden beschrieben, besonders wenn Druck oder Enge als unangenehm empfunden werden und sich Beschwerden nach Ruhe oder Schlaf verändern.
Natrium muriaticum kann infrage kommen, wenn Kopfschmerzen wiederkehrend auftreten, oft mit Druckgefühl, Lichtempfindlichkeit oder einem Zusammenhang mit Sonne, Anstrengung, Kummer oder innerer Anspannung.
Wichtig bleibt: Einseitige Kopfschmerzen, die neu auftreten, ungewöhnlich stark sind, mit neurologischen Auffälligkeiten einhergehen oder sich deutlich verändern, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wenn Nacken, Hinterkopf oder Verspannung beteiligt sind
Kopfschmerzen können vom Nacken, vom Hinterkopf oder aus verspannten Schultern heraus entstehen. Der Schmerz wird dann häufig als ziehend, drückend oder dumpf beschrieben. Manchmal zieht er vom Hinterkopf nach vorne, manchmal fühlt sich der ganze Kopf schwer oder eingespannt an.
Auslöser können lange Bildschirmarbeit, ungünstige Haltung, Stress, Kälte, Zugluft oder körperliche Anspannung sein. Auch Zähnepressen, Schlafmangel oder innere Unruhe können eine Rolle spielen.
Gelsemium wird in der Homöopathie beschrieben, wenn Kopfschmerzen mit Schwere, Benommenheit, Zittern oder allgemeiner Erschöpfung verbunden sind. Der Kopf fühlt sich dann oft müde, schwer oder wie benebelt an.
Nux vomica kann passen, wenn Anspannung, Überarbeitung, Reizbarkeit, Schlafmangel oder lange Bildschirmarbeit im Vordergrund stehen. Häufig kommen Verspannung, Druckgefühl, Verdauungsbeschwerden oder eine Empfindlichkeit gegenüber Lärm und Reizen hinzu.
Wenn Nackensteife, Fieber, starke Benommenheit oder ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen auftreten, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden.
Wenn Stress, Ärger oder Überlastung vorausgingen
Kopfschmerzen treten häufig nicht isoliert auf. Manchmal gehen ihnen Stress, Ärger, Anspannung, Schlafmangel oder eine Phase mit zu vielen Reizen voraus. Der Kopf fühlt sich dann oft voll, gespannt oder überreizt an. Licht, Geräusche, Gespräche oder weitere Anforderungen können als zu viel empfunden werden.
Nux vomica wird in der Homöopathie häufig bei Kopfschmerzen beschrieben, die nach Überarbeitung, Schlafmangel, Reizbarkeit, Kaffee, Alkohol oder schwerem Essen auftreten. Die Beschwerden passen oft zu Menschen, die innerlich angespannt sind und schlecht abschalten können.
Ignatia kann infrage kommen, wenn Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Kummer, innerer Anspannung, Enttäuschung oder unterdrückten Gefühlen stehen. Die Beschwerden können wechselhaft sein und werden in der homöopathischen Literatur oft mit seelischer Belastung verbunden.
Staphisagria wird beschrieben, wenn Beschwerden nach Ärger, Kränkung oder zurückgehaltenem Zorn auftreten. Auch hier zählt nicht allein der Auslöser, sondern das gesamte Beschwerdebild.
Wenn Kopfschmerzen regelmäßig nach Stress oder emotionaler Belastung auftreten, kann es sinnvoll sein, nicht nur auf das einzelne Schmerzereignis zu schauen, sondern auch auf Schlaf, Pausen, Anspannung, Bildschirmzeiten und Erholung.
Wenn Kopfschmerzen nach Stoß, Erschütterung oder Verletzung auftreten
Kopfschmerzen nach einem Stoß, Sturz oder einer Erschütterung des Kopfes sollten ernst genommen werden. Auch wenn äußerlich wenig zu sehen ist, können Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Gedächtnislücken oder zunehmende Kopfschmerzen auf eine Gehirnerschütterung oder eine andere Kopfverletzung hinweisen.
Arnica wird in der Homöopathie häufig nach Prellungen, Stößen oder Verletzungen beschrieben, besonders wenn sich der Körper wund, zerschlagen oder empfindlich anfühlt. Bei Kopfverletzungen ersetzt Arnica aber keine ärztliche Einschätzung.
Hypericum wird eher bei Verletzungen beschrieben, bei denen nervenreiche Bereiche betroffen sind oder Schmerzen stechend, einschießend oder sehr empfindlich wirken.
Wichtig bleibt: Nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf sollte ärztliche Hilfe gesucht werden, wenn Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit oder Übelkeit nicht rasch abklingen oder sich verschlechtern. Bei Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, wiederholtem Erbrechen, Krampfanfällen oder neurologischen Auffälligkeiten sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Gesundheitsinformation.de nennt Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel und Übelkeit als häufige Beschwerden nach Kopfverletzungen und rät bei anhaltenden oder zunehmenden Symptomen zu ärztlicher Hilfe.
Foto: Pixabay © GraphixMade
Wie sollten homöopathische Arzneimittel eingenommen werden?
Der Bundesverband Patienten für Homöopathie empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Arzneimittel die Potenz C12. Zwei bis drei Globuli gelten als eine Gabe.
Bei Bedarf kann eine Gabe bis zu viermal täglich wiederholt werden. Zwischen den Gaben sollte jeweils abgewartet werden, wie sich die Beschwerden entwickeln.
Die Globuli lässt man im Mund zergehen. Etwa 15 Minuten vor und nach der Einnahme sollte möglichst nichts gegessen oder getrunken werden.
Bei starken, anhaltenden oder unklaren Beschwerden sowie bei Beschwerden von Kindern sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Homöopathie kann eine sorgfältige Beobachtung und notwendige medizinische Hilfe nicht ersetzen.
Informationen zur Homöopathie
Im Bereich Anwendung finden Sie weitere Informationen zur Selbstbehandlung, zu homöopathischen Arzneimitteln sowie zu Beschwerden und Erkrankungen. Der Bereich Behandlung in der Praxis erklärt, wie eine professionelle homöopathische Behandlung abläuft.
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