Belladonna – Tollkirsche

Substanz

Atropa belladonna, die Tollkirsche, gehört zu den Nachtschattengewächsen und wächst weit verbreitet auf Waldlichtungen und an Waldrändern. Sie ist eine Giftpflanze und verursacht Euphorie, rauschartige Zustände und Halluzinationen, was ihr Namen wie „Hexenbeere” oder „Schlafapfel” beschert hat. Zur Arzneimittelherstellung wird die frische Pflanze bei beginnender Blüte verwendet. Die wörtliche Übersetzung „schöne Frau”, rührt von der Atropinwirkung her: Im Mittelalter war bei Frauen die Einnahme geringer Mengen der Tollkirsche zur Vergrößerung der Pupillen – obgleich nicht ungefährlich – weit verbreitet.

Einsatzbereiche

Belladonna ist eines der wichtigsten „Entzündungsmittel”. Fieber, Mittelohr-, Brustdrüsen– und Halsentzündung, Sonnenstich/Hitzschlag, Sonnenbrand, Kopfschmerzen und andere Erkrankungen können erfolgreich behandelt werden, wenn die typischen Entzündungszeichen – Hitze, Rötung, Schwellung, Schmerz – deutlich ausgeprägt sind und der Beginn plötzlich und der Verlauf heftig ist.

Leitsymptome

  • Plötzliche, heftige Beschwerden
  • Plötzlicher Beginn und plötzliches Ende
  • Überempfindlichkeit der Sinne, leichtes Erschrecken
  • Ängstliches Delirium mit Fantasien, Halluzinationen (sieht Gestalten, Gesichter, Gespenster, wilde Tiere, Feuer, schreckliche Dinge)
  • Tobsuchtsanfälle mit Beißen, Kratzen
  • Blutandrang, Rötung, Hitze, Schwellung
  • Hohes Fieber, mit leicht feuchter Haut, leichtes Schwitzen
  • Roter, heißer Kopf und kalte Extremitäten
  • Starke, pochende Schmerzen
  • Harter, schneller Puls
  • Erweiterte Pupillen, glänzende Augen
  • Überstreckung des Kopfes nach hinten
  • Rechtsseitige Beschwerden
  • Typische Verschlimmerungszeiten 15:00 und 23:00 Uhr

Modalitäten

Besser

  • Wärme
  • Ruhe

Schlimmer

  • Kälte
  • Luftzug
  • Bewegung
  • Erschütterung
  • Druck
  • Licht

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Aconitum

  • Ähnlich: Plötzliche, heftige Beschwerden. Akuter Zustand. Entzündung mit Rötung und Hitze.
  • Unterschied: Heiße Hände und kalte Füße. Gesichtsröte, die beim Aufsetzen in Blässe übergeht. Trockene Hitze. Angst und Ruhelosigkeit mit Herzrasen. Verschlimmerungszeit typischerweise um Mitternacht und danach.
    ( gehe zu Aconitum )

Apis

  • Ähnlich: Wichtiges „Entzündungsmittel”. Rechtsseitigkeit der Beschwerden.
  • Unterschied: Bei jeglicher Entzündung steht die ausgeprägte „wassersackartige” Schwellung mit blassroter Verfärbung im Vordergrund. Schreien vor Schmerzen. Durstlosigkeit (bei Fieber). Verschlimmerung durch Wärme. Ruhelosigkeit.
    ( gehe zu Apis )

Bryonia

  • Ähnlich: Wichtiges „Entzündungs- und Fiebermittel”. Starke Schmerzen. Verschlimmerung durch Hitze.
  • Unterschied: Langsame Prozesse. Verschlimmerung durch geringste Bewegung. Besserung durch (festen) Druck.
    ( gehe zu Bryonia )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Julietta Hoffmann / pixelio.de

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

Jetzt formlos bestellen unter info@dzvhae.de