Apis mellifica – Honigbiene

Substanz

Die Arznei wird aus ganzen Honigbienen hergestellt. Die fleißige Aktivität des Tieres findet ihre Entsprechung im Arzneimittelbild in Form einer nervösen Ruhelosigkeit („wepsig”).

Einsatzbereich

Apis ist die geeignete Arznei für alle akuten Entzündungszustände von Haut- und Schleimhaut sowie häufig auch für Allergien, wenn sie mit deutlicher Schwellung (Ödembildung) einhergehen. An der äußeren Haut kann es sich dabei zum Beispiel um eine Nesselsucht oder ein Erysipel (Wundrose) sowie um Insektenstiche handeln, an den inneren Schleimhäuten kommen Mandel- und Kehlkopfentzündungen ebenso als Einsatzgebiet in Frage wie Entzündungen innerer „Häute” (Gelenkinnenhaut, Rippenfell etc.) oder auch die Harnblase. Schwellungen können auch durch Nierenerkrankungen hervorgerufen werden, in diesem Falle sollte aber ein erfahrener homöopathischer Arzt die Behandlung übernehmen! Besonders erfolgreich kann Apis bei überschießenden Reaktionen auf Insektenstiche zur Anwendung kommen.

Leitsymptome

  • Schmerzen meist brennend, stechend oder beißend, wie heiße Nadelstiche
  • Brennende Hitze
  • Empfindlichkeit auf Berührung
  • Meist blasse oder blassrote Schwellung oder allgemeine Aufgedunsenheit
  • Schwellung im Gesicht, besonders im Bereich um die Augen
  • Oft plötzlicher Beginn der Beschwerden
  • Brennendes Jucken und der stechende Schmerz verlangen nach Abkühlung
  • Zähneknirschen (zum Beispiel im Fieber)
  • Gaumenzäpfchen evtl. sackartig geschwollen
  • Durstlosigkeit bei fast allen Beschwerden
  • Verminderte Urinproduktion oder häufiger brennender Harndrang
  • Rechtsseitige Beschwerden oder rechtsseitiger Beginn
  • Nervöse Ruhelosigkeit oder auch schläfrig (zum Beispiel bei Hirnhautbeteiligung)

Modalitäten

Schlimmer:

  • Hitze, warmer Raum, Bettwärme, warme Anwendungen, warmes Wetter Berührung der entzündlichen Region
  • Druck auf die schmerzhafte Stelle
  • nach dem Schlaf

Besser:

  • Kälte und kühle Luft, Aufdecken und Entblößen, kaltes Bad
  • langsame Bewegung

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel

Belladonna

  • Ähnlich: Akute Entzündung von Haut oder Schleimhaut; brennende Hitze; rechte Seite besonders betroffen; empfindlich auf Berührung; evtl. erregt und ruhelos; schlimmer durch Hitze; Zähneknirschen.
  • Unterschied: Leuchtendrote Verfärbung des entzündeten Gebietes ohne wesentliche Schwellung; Schmerz heftig, klopfend, pochend, scharf scheidend; im Fieber oft ruhelose Benommenheit mit Zuckungen; heißer Kopf mit gleichzeitig kalten Extremitäten; evtl. heißer Schweiß; schlimmer durch Licht, Lärm, Erschütterung; Juckreiz ist nicht typisch.
    ( gehe zu Belladonna )

Phosphorus

  • Ähnlich: Brennender Schmerzcharakter; hellrote Farbe; manchmal Schwellung um die Augen; besser durch kaltes Wasser bzw. kalte Anwendungen.
  • Unterschied: Großer Durst! Eher ängstliche Ruhelosigkeit, möchte nicht allein sein; kann nicht auf der linken Seite liegen; besser durch Reiben, Massieren und Zuwendung.
    ( gehe zu Phosphorus )

Sulfur

  • Ähnlich: Hitze und Brennen; leuchtende Röte des betroffenen Gebietes; Juckreiz kann bei Hauterscheinungen sehr ausgeprägt sein; deckt sich ab.
  • Unterschied: Schwellung nicht typisch; oft übel riechender und reichlicher Schweiß; trinkt viel und isst wenig; Nase und Lippen rot; faulig riechendes Aufstoßen.
    ( gehe zu Sulfur )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Durstlosigkeit! Schlimmer durch Wärme, warmes Zimmer, warme Anwendungen; besser durch Kälte, Abdecken, Entblößen; besser durch sanfte Bewegung.
  • Unterschied: Eigentlich nicht mit Apis zu verwechseln: veränderliche und wechselhafte Beschwerden; reichliche milde, gelbe Schleimhautabsonderungen; Abneigung gegen fettes Essen; Husten mit dem Bedürfnis zum Aufsetzen; in der akuten Krankheit auch fröstelig mit gleichzeitiger Abneigung gegen warme Raumluft.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12.

2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Maja Dumat / pixelio.de

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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