Pulsatilla – Wiesenküchenschelle

Substanz

Pulsatilla pratensis, die Wiesenküchenschelle, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und wächst in Europa. Der Pflanzenname hat nichts mit der Küche zu tun: Die Form der halb geschlossenen Blüte ähnelt einem Glöckchen oder auch einer Kuhschelle. Pulsatilla leitet sich vom lateinischen Wort pulsare, schlagen bzw. läuten, ab und bringt zum Ausdruck, dass die nickenden Blüten vom Wind hin- und hergeschlagen werden. Küchenschellen fanden bereits in der Antike als Heilmittel Verwendung. Hippokrates setzte sie gegen hysterische Angstzustände und zur Förderung der Menstruation ein. In alten Kräuterbüchern wurde insbesondere die Wurzel als Hilfe „wider die Pestilenz, wider Gift und giftige Tiere, Biss und Stich” gepriesen. Das Arzneimittel wird aus der ganzen Pflanze hergestellt.

Einsatzbereiche

Pulsatilla ist ein wichtiges „Kindermittel”, darüber hinaus auch ein hervorragendes „Schmerzmittel”, so zum Beispiel bei linksseitigen Ohrenschmerzen. Wichtige Anwendungsgebiete von Pulsatilla sind Schnupfen, Husten, Mittelohrentzündung, Bindehautentzündung, Magenverstimmung, Zahnschmerzen. Ebenso wird es häufig bei Windpocken angezeigt sein, insbesondere wenn die entsprechenden Gemütssymptome, die Durstlosigkeit und die Wärmeempfindlichkeit vorliegen.

Leitsymptome

  • Ängstlich, weinerlich, empfindlich, braucht Trost, will nicht alleine sein
  • Kummer, leidet still vor sich hin
  • Schüchtern
  • Laune wechselhaft („himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt”)
  • Wechselhaftigkeit der Symptome
  • Ausgesprochene Durstlosigkeit, trockener Mund
  • Verträgt keine warmen, geschlossenen Räume, braucht frische Luft
  • Fette Speisen, Schweinefleisch und Eiscreme werden nicht vertragen
  • Typische Verschlimmerungszeit abends bis Mitternacht
  • Ohrenschmerzen bei Mittelohrentzündung (kann das Ohr zum Laufen bringen mit anschließender guter Abheilung)
  • Anfallsartige Schmerzen
  • Chronischer Schnupfen mit ständiger „Rotznase”
  • Einseitiger Schnupfen
  • Dicke, milde, rahmige, gelb-grünliche Absonderungen
  • Husten, schlimmer im Liegen, hindert am Schlaf
  • Erschöpfender Husten
  • Morgens bitterer Geschmack im Mund

Modalitäten

Besser

  • Kälte, kalte Umschläge
  • Kalte Speisen und Getränke
  • Frische Luft
  • Langsame Bewegung

Schlimmer

  • Wärme
  • Warme Zimmerluft
  • Fett
  • Liegen auf der linken Seite

Wirkdauer: Kurz

Vergleichbare Mittel

Apis

  • Ähnlich: Weinerlichkeit. Verschlimmerung durch Wärme und in warmen Räumen. Besserung durch Kälte und in frischer Luft. Durstlosigkeit.
  • Unterschied: Ruhelosigkeit. Schreien vor Schmerzen. Entzündungen mit „wassersackartiger” Schwellung. Besonderer Bezug zu Insektenstichen.
    ( gehe zu Apis )

Ignatia

  • Ähnlich: Veränderlichkeit der Stimmungslage und der Beschwerden. Stiller Kummer.
  • Unterschied: Lehnt Zuwendung und Trost ab. Seufzendes Weinen. Kloßgefühl im Hals. Zuckungen und Krämpfe der Muskulatur. Durst während Frieren. Verschlimmerung durch Kälte, frische Luft.
    ( gehe zu Ignatia )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Rosel Eckstein / pixelio.de

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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