Sulfur – Schwefel

Substanz

Sulfur, der Schwefel, ist ein chemisches Element. Er findet sich in der mittleren Erdschale in etwa 1000-3000 km Tiefe und gelangt durch Vulkanausbrüche an die Erdoberfläche. Schwefel ist ein sehr reaktionsfreudiges Element und kann sich mit fast allen Elementen verbinden. Er wurde zu religiösen Zwecken, zum Bleichen und Färben, als Desinfektionsmittel, zu pharmazeutischen Zwecken, zur Schießpulverherstellung und in der Schwefelsäureindustrie verwendet. Im menschlichen Körper spielt der Schwefel eine wichtige Rolle im Eiweiß- und im Energiestoffwechsel.

Einsatzbereiche

Sulfur ist eines der „größten” homöopathischen Arzneimittel und hat ein sehr breites Anwendungsspektrum. Es kann bei vielen akuten (und chronischen) Erkrankungen indiziert sein, wie grippale Infekte, Bronchitis, verschleppte Erkältungen und Rückfälle, Magen-Darm-Infektionen, Bindehautentzündung, Gerstenkörner, Hautausschläge, um nur einige zu nennen. Um dieses Arzneimittel erfolgreich anzuwenden, muss das Gesamtbild der Erkrankung, mit ihren deutlichsten Symptomen und Modalitäten „passen”.

Leitsymptome

  • Folge von Kränkung, Demütigung
  • Pedanterie
  • Egozentrisch
  • Gleichgültig gegenüber seiner äußeren Erscheinung (bisweilen sehr ungepflegt, schlampig)
  • Folge von Impfungen
  • Übermäßige Wärme
  • Hitze der Füße, streckt sie aus dem Bett
  • Hitzegefühl am Scheitel
  • Schwitzt viel
  • Übelriechende, wund machende Absonderungen (Hautgeschwüre, Schweiß, Stuhl, Blähungen, Urin, Menstruation, Ausfluss)
  • Durchfall, der morgens aus dem Bett treibt
  • Rote Körperöffnungen mit Brennen
  • Brennende Schmerzen
  • Hauterkrankungen und Hautausschläge aller Art
  • Juckreiz, durch Wärme verschlimmert, durch Wasser verschlimmert
  • Heißhunger mit Schwäche, typischerweise gegen 1100 Uhr vormittags
  • Starkes Verlangen nach Süßigkeiten und Zucker, die schlecht vertragen werden
  • „Katzenschlaf” (Wacht häufig auf, wird durch das geringste Geräusch geweckt, schläft einige Stunden gut, ist den Rest der Nacht schlaflos)

Modalitäten

Besser

  • Frische Luft
  • Leichte Kleidung
  • Trockenes, warmes Wetter
  • Bewegung
  • Schwitzen

Schlimmer

  • Erhitzung des Körpers, durch Anstrengung, Bettwärme, wollene Kleidung
  • Waschen mit Wasser
  • Unterdrückung von Ausscheidungen und Hautausschlägen
  • Milch, Süßigkeiten
  • (Längeres) Stehen

Wirkdauer

  • Lang

Vergleichbare Mittel

Arsenicum album

  • Ähnlich: Brennende Schmerzen und Hautausschläge. Wundmachende Absonderungen. Großer Durst.
  • Unterschied: Angst, will nicht allein sein. Ruhelosigkeit, die den Patienten von einem Ort zum anderen treibt. Schwäche, häufig durch Verlust von Körperflüssigkeiten. Verschlimmerung durch die geringste Anstrengung, Besserung im Liegen. Frösteln, mit Besserung durch Wärme oder heisse Anwendungen. Bewährtes Mittel bei Brechdurchfällen.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Phosphor

  • Ähnlich: Brennende Schmerzen. Großer Durst. Fächerförmige Bewegung der Nasenflügel, insbeson-dere bei Erkrankungen der Lunge.
  • Unterschied: Ängstlichkeit. Schwäche, mit Zittern bei geringer Anstrengung. Besserung durch Schlaf. Blutungsneigung. Verlangen nach kalten Getränken und Speisen. Verschlimmerung durch Liegen auf der linken Seite.
    ( gehe zu Phosphor )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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