Durchfall kann plötzlich auftreten und ist oft mit Bauchschmerzen, Übelkeit oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl verbunden. Häufig steckt ein Infekt, verdorbenes Essen oder eine ungewohnte Ernährung dahinter. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel können Beschwerden auslösen. Nicht immer lässt sich die Ursache jedoch eindeutig feststellen.
Wichtig ist vor allem, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. In vielen Fällen klingt Durchfall nach kurzer Zeit wieder ab. Bei starken Beschwerden, Fieber, Blut im Stuhl oder anhaltendem Durchfall sollte jedoch ärztlicher Rat eingeholt werden.
Homöopathische Arzneimittel können bei Durchfall begleitend eingesetzt werden. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, wenn Warnzeichen auftreten oder die Beschwerden länger anhalten. Treten die Beschwerden wiederholt nach bestimmten Lebensmitteln auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Was Sie selbst bei Durchfall tun können
Wichtig bei Durchfall ist eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, am besten mit Salz; besonders geeignet und leicht zu bereiten ist eine klare Brühe oder Bouillon, was zudem viel besser schmeckt als die käuflichen Elektrolyt-Lösungen. Ein Hindernis kann die Übelkeit sein, dann muss die Flüssigkeit langsam und löffelweise zugeführt werden. Mittel, die den Darm einfach ruhigstellen oder den Durchfall stoppen, sollten vermieden werden, um die Ausscheidung von Giftstoffen und Krankheitserregern nicht zu hemmen.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
- wenn eine Austrocknung durch großen Flüssigkeitsverlust droht,
- wenn der Durchfall über mehrere Tage (bei Kleinkindern länger als 6-12 Stunden) anhält,
- wenn starke Schmerzen auftreten,
- wenn hohes Fieber oder Kreislaufschwäche hinzu kommt,
- wenn mehrere Stühle mit Blut vermischt sind.
Für die Auswahl eines homöopathischen Arzneimittels ist es wichtig, die Beschwerden möglichst genau zu beobachten. Dabei können etwa Zeitpunkt, Auslöser, Begleitbeschwerden und die Art des Stuhls eine Rolle spielen.
Homöopathische Arzneimittel bei Durchfall
Welches Arzneimittel in Betracht kommt, richtet sich nach Art und Begleitumständen der Beschwerden. Durchfall kann sehr unterschiedlich verlaufen: plötzlich oder schleichend, wässrig oder mit Bauchkrämpfen, zusammen mit Übelkeit, Erschöpfung oder Fieber. Für die Auswahl eines homöopathischen Arzneimittels ist deshalb wichtig, die Beschwerden möglichst genau zu beobachten. Die folgenden Mittel werden bei Durchfall häufig genannt.
Arsenicum album
Hauptmittel bei der akuten Magen-Darm-Entzündung, die mit Erbrechen, meist kurz nach Mitternacht, beginnt. Großer Durst, aber jeder Schluck führt wieder zum Erbrechen. Gleichzeitig oder in der zweiten Phase häufige Durchfälle, oft mit Brennen im After. Auslöser können auch kalte Getränke, Eis oder verdorbenes Essen sein. Begleitsymptome: Große Schwäche, Blässe, Unruhe, Herumwälzen im Bett, Ängstlichkeit.
Bryonia
Der Stuhl ist gelblich oder schmutzig verfärbt oder unverdaut, auch das Erbrechen kann gallig (gelb verfärbt) sein. Auslöser sind Obst, kalte Getränke bei Überhitzung, warmes Wetter. Jede Bewegung schmerzt, morgens ist alles schlimmer. Begleitsymptome: Reizbarkeit, Wunsch nach absoluter Ruhe.
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Camphora
Plötzlicher Durchfall nach Verkühlung, beginnt mit starkem Blähungsabgang. Entleerung unwillkürlich, Stuhl schwärzlich. Begleitsymptome: Kalter Schweiß oder trockene kalte Haut, will nicht zugedeckt sein. Angst, Unruhe, Muskelkrämpfe, Kollaps.
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Chamomilla
Wichtiges Mittel für Kinder, die immer wieder während der Zahnung Durchfall bekommen. Der Stuhl ist grünlich und riecht scharf. Das Kind ist ärgerlich und gereizt, man kann ihm nichts recht machen. Es streckt sich, biegt den Rücken nach hinten und strampelt mit den Beinen.
China
Länger anhaltende Durchfälle mit großer Erschöpfung, wiederkehrendes Fieber, geblähter Bauch. Begleitsymptome: viele Ideen trotz der Erschöpfung (Luftschlösser), starkes Schwitzen, Berührungs- und Zugluft-Empfindlichkeit.
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Colocynthis
Starke Bauchkrämpfe, die sich durch Zusammenkrümmen, Druck und Wärme bessern. Häufige Auslöser: Ärger und Verkühlung.
Ipecacuanha
Elend und flau im Magen, erbricht Essen, Galle, Blut und Schleim. Ekel vor allen Speisen, ohne Durst. Schneidende Bauchschmerzen von links nach rechts, um den Nabel. Durchfälle schaumig oder schleimig-wässrig, grasgrün oder mit Blutbeimengung. Begleitsymptome: Reine Zunge, Reizbarkeit.
Phosphorus
Gurgeln vom Magen bis zum Darm mit unwillkürlichem Stuhl. Schwäche- oder Leeregefühl im ganzen Bauch. Gefühl, der After bliebe offen und Feuchtigkeit sickert heraus. Stuhl halbflüssig, mit Schleimhautfetzen, weiß, gelb, blutig; wenn geformt, dann schmal und dünn (Bleistiftstuhl). Brennen, Krämpfe, Wundheit. Durst auf kaltes Wasser, das nach fünf Minuten wieder erbrochen wird. Anhaltende Schwäche nach Diarrhoe.
Podophyllum
Hauptmittel der Gastroenteritis, nach Baden, bei heißem Wetter, beim Zahnen, Beginn meist gegen 3-5 Uhr morgens. Herausspritzender Stuhl, mit Blähungen gemischt, Stuhl wässrig, gelb, grün. Große Übelkeit, Würgen, grünliches Erbrechen. Koliken auch ohne Stuhlentleerung. Großer Durst. Auch bewährt bei leichteren Formen ohne Schmerzen.
Veratrum album
Gleichzeitig Erbrechen und Durchfall, mit starkem Schweiß, Kältegefühl und Ohnmachtsanfällen. Stuhl wie Reiswasser oder wie Spinat, scharf. Gewaltsames Erbrechen, mit grünlichem Schleim. Durst auf große Mengen, vor allem kalte Getränke. Kalter Atem, kalter Stirnschweiß, kalte Nase.
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