Forschung
Homöopathie-Forschung2026-06-03T15:30:17+02:00

Homöopathie-Forschung

Als Patientenverband ist es uns wichtig zu zeigen, wie der aktuelle Stand der Homöopathie-Forschung ist und welche Entwicklungen es gibt. Unterstützt wird der BPH von einem Wissenschaftsbeirat: Prof.’in Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann, Leiterin des Klaus-Bahlsen-Zentrums für Integrative Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover und Dr. rer. nat. Alexander Tournier, Universität Bern.
An der Universität Bern sind seit vielen Jahren Wissenschaftler in der Homöopathie-Forschung tätig. Sie sagen: „Fasst man den aktuellen Stand der präklinischen und klinischen Forschung zusammen, kann man schlussfolgern, dass homöopathische Präparate spezifische Wirkungen zeigen, die sich von Placebo unterscheiden, wenn sie adäquat eingesetzt werden…“ Placebos“ – also Scheinmedikamente – stellen in der Medizin die Hürden dar, über die Arzneimittel springen müssen, um als echte Medizin akzeptiert zu werden. Homöopathische Arzneimittel, zumeist Globuli, nehmen also diese Hürde. Das heißt: Homöopathie ist eine wirksame Methode und sie erfüllt den Standard der evidenzbasierten Medizin.
Wir geben hier einen Überblick der Homöopathie-Forschung, wenn Sie sich weiter in das Thema einlesen möchten, finden Sie am Ende des Beitrags eine interessante Link-Liste.

Die drei Säulen der Evidenzbasierten Medizin

Die Evidenzbasierte Medizin (EbM) stützt sich auf drei Säulen, bricht eine weg, kommt die Medizin in Schieflage. Das Cochrane Institut – die Hüter der EbM – definiert diese von Dr. David L. Sackett geschaffene Grundlage:

  • die individuelle klinische Erfahrung des Arztes, der Ärztin,
  • die Werte und Wünsche des Patienten und
  • den aktuellen Stand der klinischen Forschung.

Eine Säule ist die Forschung, deshalb stellen wir hier verschiedene Forschungsbereiche vor und verlinken viele weitere Informationen über den Stand der Homöopathie-Forschung. Ein Kenner der Homöopathie-Forschung ist der Wissenschaftler Prof. Dr. med. André-Michael Beer, Direktor der Klinik für Naturheilkunde, Klinik Blankenstein, Ruhr-Universität Bochum, er kommt zu dem Schluss:

„Es liegen genügend aussagekräftige Studien für akute und chronische Erkrankungen vor, die eine Wirksamkeit der homöopathischen Therapie im Placebo Vergleich belegen und die in wissenschaftlichen hochrangigen Zeitschriften publiziert sind. Zudem bestätigt die ärztliche Erfahrung jeden Tag aufs Neue, dass wir es nicht mit einem Placebo zu tun haben.

Konsenspapier von 10 Wissenschaftlern zur Homöopathie in der medizinischen Versorgung

Prof. Beer ist Herausgeber des Konsenspapiers: ’10 Experten – 10 Statements – Homöopathie in der medizinischen Versorgung‘. Die Wissenschaftler kommen in dieser im Thieme-Verlag erschienen Arbeit zu dem Schluss:

  • Qualität und Unbedenklichkeit homöopathischer Arzneimittel sind belegt und durch deren gesetzliche Verankerung als Arzneimittel gewährleistet.
  • Homöopathie ist heute eine wissenschaftsfundierte, individualisierte Medizin. Klinische Studien zeigen, dass homöopathische Arzneimittel bei chronischen sowie akuten Indikationen eine wirksame und sozioökonomisch sinnvolle Alternative oder Ergänzung zu chemisch-synthetischen Arzneimitteln sein können.
  • Vertrauen und Akzeptanz in die Homöopathie sind bei Ärzten/-innen wie auch Patienten/-innen hoch. Fort- und Weiterbildungskurse werden entsprechend häufig nachgefragt, um qualifiziert über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapieform beraten zu können.
  • Insgesamt wird deutlich, dass die Homöopathie im Sinne einer patientenzentrierten, pluralistischen Medizin und pragmatisch orientierten Therapiefreiheit einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten kann.

▶️ Lesen Sie auch das spannende Interview mit HRI Gründer und BPH-Wissenschaftsbeirat Dr. Alexander Tournier: „Wir haben genügend Belege, die für die Homöopathie sprechen“.

Versorgungsforschung zur Homöopathie in der Praxis

Beobachtungsstudien liefern wertvolle klinisch relevante Informationen darüber, wie sich eine Behandlung im Versorgungsalltag bewährt. Ein gutes Beispiel ist eine Beobachtungsstudie aus Frankreich, in der die Homöopathie in der Primärversorgung untersucht wurde. Die EPI3-Kohortenstudie wurde in den Jahren 2012-2016 durchgeführt. Es wurden 8.559 Patienten untersucht, die von 825 Allgemeinärzten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen, Schlaf-, Angst-und depressiver Störungen oder Infektionen der oberen Atemwege behandelt wurden.

Ergebnisse

  • Ca. 50% weniger Verschreibungen von Antibiotika, Entzündungshemmern und fiebersenkenden Arzneien in homöopathischen Praxen bei ebenbürtigem Therapieerfolg wie in konventionellen Praxen.
  •  Ca. 50 % weniger Verschreibung nichtsteroidaler Antirheumatika und Schmerzmittel, dabei kein signifikanter Unterschied in den Behandlungsergebnissen nach 12 Monaten.
  • Der Rückgang von Symptomen war in homöopathischen Praxen größer als in konventionellen. Gleichzeitig betrug die Wahrscheinlichkeit  einer Verordnung von Psychopharmaka in der Gruppe der homöopathisch Behandelten weniger als ein Drittel im Vergleich zu konventionelle behandelten Patienten.

Hören Sie die absolut hörenswerte Podcast-Folge ‚Homöopathie-Forschung‘ des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzt (DZVhÄ). Es unterhalten sich drei Wissenschaftler über das Thema: Prof. Dr. Stephan Baumgartner, Physiker, Universitäten Witten/Herdecke und Universität Bern / Prof. Dr. Michael Keusgen, Pharmazeut, Dekan des Fachbereichs Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg und Dr. Harald Hamre, Arzt, Universität Witten/Herdecke

Medizinische Leitlinie nimmt Homöopathie auf

Auf der Grundlage von Studienergebnissen wurde die zusätzliche homöopathische Behandlung bei Krebspatienten als Behandlungsoption in die ärztliche S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ 2021 aufgenommen und 2024 aktualisiert. In der Begründung heißt es:
„Trotzdem kann aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden.“ Quelle
Der Stellenwert von Leitlinien: „Leitlinien der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften sind systematisch entwickelte Hilfen für Ärzte zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen. Sie beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und in der Praxis bewährten Verfahren und sorgen für mehr Sicherheit in der Medizin…“ Quelle

Grundlagenforschung: Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel

Der Physiker Prof. Stephan Baumgartner, Universitäten Witten/Herdecke und Bern, forscht seit mehr als 25 Jahren mit homöopathisch-potenzierten Präparaten an Pflanzenzellen. Es handelt sich um eine Reihe von Versuchen mit Wasserlinsen, die entweder mit Arsen in unterschiedlichen Potenzen geschädigt oder nur mit Wasser behandelt wurden. Die wichtigsten Erkenntnisse dieser Laborstudie aus dem Jahr 2022 sind:
  • homöopathische Präparate haben eine Wirkung auf lebende Organismen.
  • mit Arsen vergiftete Wasserlinsen sprechen auf die Behandlung mit homöopathisch zubereitetem Arsen an.
  • die Studie liefert empirische Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel, auch in höheren Potenzen.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in 95 % aller veröffentlichten Untersuchungen homöopathische Präparate mit pflanzlichen Bioassays signifikante Wirkungen gegenüber adäquaten Kontrollen beobachtet wurden. Wir kommen also zu dem Schluss, dass es eine gute Evidenz für spezifische Wirkungen homöopathischer Präparate gegenüber Placebo gibt.“ Quelle

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Systematisches Review zeigt: Homöopathie wirkt besser als Placebo

In einer im Oktober 2023 veröffentlichen Arbeit wurden alle 6 placebokontrollierte Homöopathie-Metaanalysen (MA) zu jeglicher Indikation methodisch sehr aufwendig nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zusammenfassend ausgewertet. Die Autoren fassen die wichtigsten Aussagen dieses Systematischen Reviews (SR) zusammen:
  • 5 der 6 MA enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 MA enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 MA blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 MA war der positive Effekt nunmehr nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.

Unser Fazit

Der Hamburger Arzt und Wissenschaftsexperte Dr. med. Mirko Berger bezeichnet den Umgang mit der Homöopathie in einer Analyse als den „Lackmustest für die wissenschaftliche Medizin“. Er schreibt:
„Die Ablehnung der Homöopathie wegen mangelnder Wissenschaftlichkeit muss zweifellos ihrerseits wissenschaftlichen Ansprüchen genügen. Die Argumentation gegen die Homöopathie stellt das Gesundheitssystem offensichtlich vor die große Schwierigkeit, wissenschaftlich etablierte Standards einzuhalten. Insofern wird ausgerechnet die Homöopathie zum Lackmustest für die Fähigkeit der medizinischen Wissenschaft zur fairen, vorurteilsfreien und ergebnisoffenen Auseinandersetzung.“ Quelle

Die folgenden Beiträge vertiefen einzelne Aspekte der Forschung zur Homöopathie und ergänzen den Überblick auf dieser Seite.

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