Drosera – Sonnentau

Substanz

Der Sonnentau (Drosera) ist eine „fleischfressende” Pflanze, die hauptsächlich in Moorgebieten wächst. Ihren Namen hat sie, weil auf ihren Blättern „Tautropfen” entstehen, die auch unter Sonneneinstrahlung nicht „abtrocknen”, weil es sich nicht um tatsächlichen Tau handelt, sondern um ein zähes Sekret, an dem Insekten hängen bleiben. Bereits die Klostermedizin des 12. Jahrhunderts kannte den Sonnentau als pflanzliche Arznei gegen Reizhusten. 1992 wurde der Sonnentau zur „Blume des Jahres” gewählt um darauf aufmerksam zu machen, dass ihr natürlicher Bestand zunehmend gefährdet ist. Wie es heißt, sollen Schafe, die auf moorigen Böden mit Sonnentaubewuchs ihre Nahrung suchen, einen heftigen Husten entwickeln, an dem sie letztendlich dahinsiechen. Im 16. Jahrhundert kam die Arznei auch bei Schwindsucht infolge Tuberkulose zum Einsatz.

Einsatzbereich

Drosera ist in allererster Linie eine hochwirksame Arznei gegen Husten, vor allem wenn dieser sehr krampfhaft wird. Damit kommt das Mittel unter anderem auch bei Keuchhusten zum Einsatz. Erfahrene Homöopathen wissen darüber hinaus, dass Drosera auch in der Lage ist, überwiegend nächtliche Schmerzen in langen Röhrenknochen (zum Beispiel Schienbein) zu lindern. Man denkt an diese Arznei auch besonders dann, wenn der Patient (oder seine Vorfahren) nachweislich an einer Tbc litten.

Leitsymptome

  • Krampfartiger Husten, der periodisch und anfallsweise auftritt
  • Husten ist tief, bellend oder auch würgend
  • Die Anfälle folgen rasch aufeinander, der Kranke bekommt fast keine Luft mehr
  • Stechende Schmerzen im Brustkorb beim Husten
  • Der Kranke hält sich die Brust wegen des schmerzhaften Hustens
  • Der Hustenanfall kann mit Erbrechen enden
  • Der Husten kann von Nasenbluten begleitet sein
  • Eventuell heisere oder tonlose Stimme

Modalitäten

Schlimmer

  • Nach Mitternacht
  • Beim Hinlegen
  • Durch Reden

Besser

  • Druck und Festhalten (des Brustkorbes)

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Belladonna

  • Ähnlich: Trockener, bellender Husten; Brustschmerz beim Husten; anfallartiger Husten.
  • Unterschied: Die drei bei Drosera genannten Hauptmodalitäten sind für Belladonna nicht typisch! Eben-so hat Belladonna weder Brechreiz und Erbrechen beim Husten noch die auffällige Neigung zu Nasenbluten.
    ( gehe zu Belladonna )

Bryonia

  • Ähnlich: Trockener Husten; stechende Brustschmerzen beim Husten; Würgen und Erbrechen beim Husten; besser durch Druck und Festhalten (des Brustkorbes); Keuchhusten.
  • Unterschied: Bryonia hat nicht so sehr den anfallartigen Husten und nicht die typische Verschlimmerungszeit nach Mitternacht; hat fast immer starken Durst auf große Flüssigkeitsmengen.
    ( gehe zu Bryonia )

Spongia

  • Ähnlich: Bellender, hohler oder sägender Husten; begleitende Heiserkeit.
  • Unterschied: Husten eher bis zum Erstickungsgefühl (Drosera eher bis zum Erbrechen); oft mit starkem Herzklopfen; greift sich an den Hals oder den Kehlkopf beim Husten (Drosera hält sich die Brust).
    ( gehe zu Spongia )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Erika Hartmann / pixelio.de

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

Jetzt formlos bestellen unter info@dzvhae.de