Aus seiner Haut kann Bernd Drexler (Name geändert) nicht, auch wenn er sich in ihr nicht immer wohl fühlt. Andererseits gehört seine Krankheit zu seinem Leben, denn er hat sie schon seit 25 Jahren.
Fallbeispiel: Neurodermitis
Mit 12 Jahren begann sich die Haut an den für Neurodermitis typischen Stellen zu verändern: am Hals und im Gesicht, an den Händen und den Armbeugen, nicht aber in den Kniekehlen. „Mal stärker, mal weniger stark ausgeprägt, aber immer da“, erzählt Bernd Drexler, der in München lebt und in einer großen Firma als Ingenieur arbeitet.
Auch seine Mutter und seine Großmutter litten bereits an der Krankheit, und er wiederum hat sie an seine beiden Töchter weitergegeben.
Als kleines Kind hatte er auch Bronchitis, Heuschupfen hat er heute noch. Vor allem reagiert er auf Birke und Gräser, verträgt keine Äpfel und Birnen und hält er eine frisch geschälte Möhre oder Kartoffel in der Hand, ist ein Ausschlag die Folge.
Mit Hilfe von Kortison sollte die Neurodermitis in Schach gehalten werden. Bernd Drexler erinnert sich: „Die Salbe hat geholfen und ich fühlte mich besser. Aber immer nur so lang, wie ich mich eingecremt habe.“ Kaum ließ er die Kortisonsalbe weg, da die Symptome kaum noch da waren, kamen sie mit aller Wucht zurück. Die Haut wurde dünner, er kratzte sie auf, sie entzündete sich und er nahm wieder Kortison.
„Das ging so zehn Jahre lang, bis es mir gereicht hat“, sagt Drexler. Durch eine bewusstere Lebensführung bekam er die Krankheit in den Griff, nur bei Stress blühte sie wieder richtig auf. So auch zu Anfang des Jahres. Im Beruf war viel los, er schlief schlecht und war psychisch angeschlagen, die Haut juckte und blutete morgens am Hals und Bernd Drexler fühlte sich am Tag wie zerschunden. „Es war ein Teufelskreis aus dem ich ohne professionelle Hilfe nicht rauskam“, erzählt er.
Die Hilfe fand er bei einer Münchner Ärztin mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie. Zum ersten Mal in seinem Leben als Patient hat er das Gefühl, dass sich jemand für ihn und seine Krankheit Zeit nimmt und versucht, dem Übel auf den Grund zu gehen.
Die Ärztin beginnt die Therapie mit einer Darmsanierung, verordnet ein erstes homöopathisches Arzneimittel und eine Diät. Bei den Drexlers gibt es nun keinen Weizen mehr, ebenso keine Kuhmilch und Säfte, Nachtschattengewächse werden gemieden und Fleisch nur noch im Bio-Laden gekauft.
Die Umstellung fällt nicht schwer „und die Krankheit ist auch nicht zum Lebensmittelpunkt geworden“, erzählt Drexler. Nachdem ein weiteres homöopathisches Mittel zum Einsatz kam, besserten sich die Symptome. „Nach fünf Monaten Therapie trat die Wende ein“, erinnert sich die Ärztin, der Patient sieht das ebenso.
Doch was im Herbst noch so gut aussieht, kann sich im Winter verschlechtern. Auch Drexler hat in den Wintermonaten mehr Beschwerden als sonst. Die Kälte ist nicht gut für die Haut und Weihnachten nicht für die Ernährung. Verschlimmert sich der Zustand, steht eine helfende Gabe des homöopathischen Arzneimittels an.
Bernd Drexler fühlt sich mit der Therapie auf einem sehr guten Weg. „Meine Gesundheit wird immer stabiler und ist nicht mehr so leicht durch Stress und Klimaveränderungen aus dem Gleichgewicht zu bringen“, erklärt er. Auch wenn er sich eine vollständige Heilung bis heute nur schwer vorstellen könne.