Patientinnen und Patienten wissen, dass im Gegensatz zu einer Placebo-Wirkung, eine homöopathische Therapie eine nachhaltig Wirkung zeigt. Doch neben der positiven Erfahrung ist der wissenschaftliche Beleg einer Wirkung unabdingbar für die öffentliche Akzeptanz einer Methode. Das Homeopathy Research Institut (HRI) veröffentlicht nun in einer neuen Serie zahlreiche hochwertige wissenschaftliche Studien, die auf die Wirksamkeit der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus hinweisen, das HRI ist auf diesem Gebiet eines der wichtigsten Institute. Es wurde 2007 von dem Physiker und Krebsforscher Dr. Alexander Tournier in London gegründet. Das Institut fördert neue, qualitativ hochwertige wissenschaftliche Forschung zur Homöopathie und veranstaltet internationale Forschungskonferenzen und Expertentreffen.

Studie I: Homöopathie bessert signifikant PMS

Die erste vorgestellte Studie kommt von Dr. Michal Yakir, Israeli Association for Classical Homeopathy, Tel Aviv, Israel. Yakir hat 2019 die homöopathische Behandlung von Frauen mit prämenstruellem Syndrom untersucht.

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) betrifft viele Frauen und verursacht Symptome wie Unterleibsschmerzen, Schlaflosigkeit, Angstzustände und Reizbarkeit vor der Menstruation. Bei bis zu 20 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter ist PMS behandlungsbedürftig. Herkömmliche Medikamente können die Symptome zwar lindern, doch werden häufig unangenehme Nebenwirkungen berichtet, was die Patientinnen dazu veranlasst, nach anderen Methoden wie der Homöopathie zu suchen. Die aktuelle Studie, an der 105 Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren mit PMS teilnahmen, war als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie angelegt, in der die Wirksamkeit von individuell verschriebenen homöopathischen Arzneimitteln untersucht wurde.

An der Studie nahmen 105 Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren mit PMS teilnahmen, sie war als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie angelegt, in der die Wirksamkeit von individuell verschriebenen homöopathischen Arzneimitteln untersucht wurde. Es wurden zwei Gruppen verglichen, die entweder eine individuelle homöopathische Behandlung oder ein Placebo erhielten. Die Wirksamkeit wurde durch Messung der PMS-Symptome (prämenstrueller Score), der Einnahme konventioneller Medikamente und der Anzahl der Krankheitstage bewertet. Dabei wurden diese Werte für die zwei Monate vor der Behandlung mit den drei Monaten während der Behandlung verglichen.

Die Ergebnisse

• Der prämenstruelle Score verbesserte sich in der Homöopathiegruppe stärker als in der Placebogruppe (p=0,043).
• Die Frauen in der Homöopathiegruppe nahmen während der Behandlungsphase signifikant weniger konventionelle Medikamente ein als die in der Placebogruppe (p=0,043).
• Die Zahl der von den Frauen während der Behandlungsphase gemeldeten Krankheitstage war in der Homöopathiegruppe stärker reduziert als in der Placebogruppe (p=0,028).

Die signifikante Verbesserung der prämenstruellen Symptome bei Frauen, die mit Homöopathie behandelt wurden, ist ein wichtiges Ergebnis dieser Studie.

▶️ Weitere Information zu dieser Studie von Yakir et al lesen Sie auf der HRI-Webseite.

Studie II: Homöopathie hilft signifikant nach Brustkrebs OP

In dieser zweiten Ausgabe wird eine Studie von Dr. Adi Maisel Lotan, Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie, Hebräische Universität von Jerusalem, Israel, aus dem Jahr 2020 vorgestellt. Die Studie untersucht die Wirkung der Homöopathie bei der Reduktion von Seromen nach Mastektomie* und sofortiger Brustrekonstruktion. Serome sind Flüssigkeitsansammlungen, die sich nach einer Operation bilden können.

Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen, und in den meisten Fällen umfasst die Behandlung eine Mastektomie, gefolgt von einer Brustrekonstruktion. Ein postoperatives Serom (eine Flüssigkeitsansammlung im Wundbereich) ist nach einer Brustrekonstruktion häufig. Es verursacht Beschwerden bei den Patientinnen und kann zu weiteren medizinischen Problemen führen, z.B. zu einer langsameren Wundheilung und/oder zu Verzögerungen bei der weiteren onkologischen Behandlung. Dies kann in der Folge zu einem längeren Krankenhausaufenthalt und höheren medizinischen Kosten führen. Die gängige Praxis zur Vermeidung übermäßiger Flüssigkeitsansammlungen ist das Einlegen chirurgischer Drainagen. Trotz umfangreicher Forschungsarbeiten konnte bisher keine vollständig wirksame Methode zur Vermeidung von Seromen gefunden werden. Dies veranlasste die Autoren, neue Methoden zur Verringerung der Drainage zu untersuchen.

Die Studie umfasste 55 Frauen (78 Brüste) im Alter von 18 Jahren oder älter, die sich einer Mastektomie und einer sofortigen Brustrekonstruktion unterzogen haben. Sie wurde als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie angelegt und untersuchte die Wirkung der homöopathischen Mittel Arnica montana und Bellis perennis auf die Serombildung.

Die Ergebnisse

Es wurden zwei Gruppen verglichen, die entweder Arnica montana und Bellis perennis oder ein Placebo erhielten. Das primäre Maß für die Wirksamkeit der Behandlung war die Zeit, die verging, bis die chirurgischen Drainagen entfernt werden konnten („Zeit bis zur Drainageentfernung“). Weitere Überwachungskriterien waren u.a. die Verwendung von Schmerzmitteln und Komplikationen.

  • Die homöopathische Behandlung verkürzte die durchschnittliche Drainagezeit um 2,4 Tage, von 13,5 Tagen in der Placebogruppe auf 11,1 Tage in der Homöopathiegruppe, und dieses Ergebnis war statistisch signifikant (p< 0,05).
  • Der Einsatz von Opioiden (Schmerzmitteln) war in der Homöopathiegruppe geringer als in der Placebogruppe, auch wenn der Unterschied die Schwelle der statistischen Signifikanz verfehlte (p=0,057).
  • Es wurden keine Nebenwirkungen der homöopathischen Behandlung beobachtet.

Worin besteht der zusätzliche Nutzen der Studie?

  • Dies ist die erste prospektive, randomisierte Studie in einem klinischen Umfeld über die Verwendung von Homöopathie bei der postoperativen Behandlung von Brustrekonstruktionen.
  • Die Homöopathie als kostengünstige und risikoarme Behandlungsoption sollte als medizinisch wertvolle und kosteneffiziente Zusatzbehandlung nach einer Operation weiter untersucht werden.
  • Da Serome nicht auf Operationen im Zusammenhang mit Brustkrebs beschränkt sind, bietet diese Studie vielversprechende Perspektiven für die Berücksichtigung dieses homöopathischen Behandlungsprotokolls in anderen ähnlichen klinischen Situationen.

▶️ Weitere Informationen zu dieser Studie von Lotan et al lesen Sie auf der HRI-Webseite.

*Eine Mastektomie ist die chirurgische Entfernung von Brustgewebe und bezeichnet die vollständige oder teilweise Entfernung der weiblichen oder männlichen Brustdrüse beziehungsweise der Milchdrüse bei anderen Säugetieren. Quelle: Wikipedia