Forschung
Homöopathie-Forschung2026-01-09T21:37:44+01:00

Homöopathie-Forschung

Als Patientenverband ist es uns wichtig zu zeigen, wie der aktuelle Stand der Homöopathie-Forschung ist und welche Entwicklungen es gibt. Unterstützt wird der BPH von einem Wissenschaftsbeirat: Prof.’in Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann, Leiterin des Klaus-Bahlsen-Zentrums für Integrative Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover und Dr. rer. nat. Alexander Tournier, Universität Bern.
An der Universität Bern sind seit vielen Jahren Wissenschaftler in der Homöopathie-Forschung tätig. Sie sagen: „Fasst man den aktuellen Stand der präklinischen und klinischen Forschung zusammen, kann man schlussfolgern, dass homöopathische Präparate spezifische Wirkungen zeigen, die sich von Placebo unterscheiden, wenn sie adäquat eingesetzt werden…“ Placebos“ – also Scheinmedikamente – stellen in der Medizin die Hürden dar, über die Arzneimittel springen müssen, um als echte Medizin akzeptiert zu werden. Homöopathische Arzneimittel, zumeist Globuli, nehmen also diese Hürde. Das heißt: Homöopathie ist eine wirksame Methode und sie erfüllt den Standard der evidenzbasierten Medizin.
Wir geben hier einen Überblick der Homöopathie-Forschung, wenn Sie sich weiter in das Thema einlesen möchten, finden Sie am Ende des Beitrags eine interessante Link-Liste.

Die drei Säulen der Evidenzbasierten Medizin

Die Evidenzbasierte Medizin (EbM) stützt sich auf drei Säulen, bricht eine weg, kommt die Medizin in Schieflage. Das Cochrane Institut – die Hüter der EbM – definiert diese von Dr. David L. Sackett geschaffene Grundlage:

  • die individuelle klinische Erfahrung des Arztes, der Ärztin,
  • die Werte und Wünsche des Patienten und
  • den aktuellen Stand der klinischen Forschung.

Eine Säule ist die Forschung, deshalb stellen wir hier verschiedene Forschungsbereiche vor und verlinken viele weitere Informationen über den Stand der Homöopathie-Forschung. Ein Kenner der Homöopathie-Forschung ist der Wissenschaftler Prof. Dr. med. André-Michael Beer, Direktor der Klinik für Naturheilkunde, Klinik Blankenstein, Ruhr-Universität Bochum, er kommt zu dem Schluss:

„Es liegen genügend aussagekräftige Studien für akute und chronische Erkrankungen vor, die eine Wirksamkeit der homöopathischen Therapie im Placebo Vergleich belegen und die in wissenschaftlichen hochrangigen Zeitschriften publiziert sind. Zudem bestätigt die ärztliche Erfahrung jeden Tag aufs Neue, dass wir es nicht mit einem Placebo zu tun haben.

Konsenspapier von 10 Wissenschaftlern zur Homöopathie in der medizinischen Versorgung

Prof. Beer ist Herausgeber des Konsenspapiers: ’10 Experten – 10 Statements – Homöopathie in der medizinischen Versorgung‘. Die Wissenschaftler kommen in dieser im Thieme-Verlag erschienen Arbeit zu dem Schluss:

  • Qualität und Unbedenklichkeit homöopathischer Arzneimittel sind belegt und durch deren gesetzliche Verankerung als Arzneimittel gewährleistet.
  • Homöopathie ist heute eine wissenschaftsfundierte, individualisierte Medizin. Klinische Studien zeigen, dass homöopathische Arzneimittel bei chronischen sowie akuten Indikationen eine wirksame und sozioökonomisch sinnvolle Alternative oder Ergänzung zu chemisch-synthetischen Arzneimitteln sein können.
  • Vertrauen und Akzeptanz in die Homöopathie sind bei Ärzten/-innen wie auch Patienten/-innen hoch. Fort- und Weiterbildungskurse werden entsprechend häufig nachgefragt, um qualifiziert über die Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapieform beraten zu können.
  • Insgesamt wird deutlich, dass die Homöopathie im Sinne einer patientenzentrierten, pluralistischen Medizin und pragmatisch orientierten Therapiefreiheit einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten kann.

▶️ Lesen Sie auch das spannende Interview mit HRI Gründer und BPH-Wissenschaftsbeirat Dr. Alexander Tournier: „Wir haben genügend Belege, die für die Homöopathie sprechen“.

Versorgungsforschung zur Homöopathie in der Praxis

Beobachtungsstudien liefern wertvolle klinisch relevante Informationen darüber, wie sich eine Behandlung im Versorgungsalltag bewährt. Ein gutes Beispiel ist eine Beobachtungsstudie aus Frankreich, in der die Homöopathie in der Primärversorgung untersucht wurde. Die EPI3-Kohortenstudie wurde in den Jahren 2012-2016 durchgeführt. Es wurden 8.559 Patienten untersucht, die von 825 Allgemeinärzten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen, Schlaf-, Angst-und depressiver Störungen oder Infektionen der oberen Atemwege behandelt wurden.

Ergebnisse

  • Ca. 50% weniger Verschreibungen von Antibiotika, Entzündungshemmern und fiebersenkenden Arzneien in homöopathischen Praxen bei ebenbürtigem Therapieerfolg wie in konventionellen Praxen.
  •  Ca. 50 % weniger Verschreibung nichtsteroidaler Antirheumatika und Schmerzmittel, dabei kein signifikanter Unterschied in den Behandlungsergebnissen nach 12 Monaten.
  • Der Rückgang von Symptomen war in homöopathischen Praxen größer als in konventionellen. Gleichzeitig betrug die Wahrscheinlichkeit  einer Verordnung von Psychopharmaka in der Gruppe der homöopathisch Behandelten weniger als ein Drittel im Vergleich zu konventionelle behandelten Patienten.

Hören Sie die absolut hörenswerte Podcast-Folge ‚Homöopathie-Forschung‘ des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzt (DZVhÄ). Es unterhalten sich drei Wissenschaftler über das Thema: Prof. Dr. Stephan Baumgartner, Physiker, Universitäten Witten/Herdecke und Universität Bern / Prof. Dr. Michael Keusgen, Pharmazeut, Dekan des Fachbereichs Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg und Dr. Harald Hamre, Arzt, Universität Witten/Herdecke

Grundlagenforschung

Die homöopathische Grundlagenforschung dokumentiert die Effekte (hoch-) potenzierter Substanzen unter Laborbedingungen und entwickelt Perspektiven, welche Modelle für einen Wirknachweis geeignet sind. Dabei ist auch die Qualität der durchgeführten Experimente und ihre Wiederholbarkeit (Replizierbarkeit) von Bedeutung. In diversen biologischen, physikalischen oder chemischen Modelle kann eine signifikante Wirkung hoch potenzierter Substanzen nachgewiesen werden. Ihr Effekt ist von dem nicht potenzierter Substanzen (Placebokontrollen) unterscheidbar. Der Nachweis dieser Effekte spricht dafür, dass für die Wirkung hoher Potenzen nicht ausschließlich der messbare Wirkstoffgehalt von Bedeutung ist. Dies wiederum entkräftet die vorgebrachte Kritik, wegen des geringen oder fehlenden Wirkstoffgehaltes (hoher Potenzen) könnten homöopathische Arzneimittel grundsätzlich nicht wirksam sein.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite www.faktencheck-homöopathie.de/grundlagenforschung/

Links

Die folgenden Beiträge vertiefen einzelne Aspekte der Forschung zur Homöopathie und ergänzen den Überblick auf dieser Seite.

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