Substanz

Silbernitrat bildet als Lösungsprodukt von Silber in Salpetersäure farblose Kristalle; in Stangenform ist es auch als Höllenstein zum Ätzen bekannt. Silbernitrat kann zu lang anhaltenden Vergiftungen führen mit Symptomen wie Speichelfluss, Magenschleimhautentzündung, Eiweißausscheidung im Urin, Ohrensausen, Benommenheit und Gedächtnisschwäche.

Einsatzbereich

Argentum nitricum kommt in Frage, wenn die geordnete Funktion des Nervensystems im Sinne einer Überreizung gestört ist, was zu Koordinationsstörungen, Zittrigkeit, Nervosität, aber auch zu Schwindel oder funktionellen Störungen im Bereich der Verdauungsorgane, zum Beispiel als Luftaufstoßen, lautes Rülpsen oder nervöser Durchfall führen kann. Oft gehört auch eine ausgeprägte Tendenz zu Blähungen und Auftreibungen des Bauches zum Bild dieser Arznei. Bei Bindehautentzündungen ist die Arznei manchmal eine Alternative zu Pulsatilla. Sehr oft kommt Argentum nitricum als Mittel gegen Lampenfieber und Prüfungsangst zum Einsatz.

Leitsymptome

  • Heftige, stechende, splitterartige Schmerzen, oft blitzartig
  • Kopfschmerzen mit dem Gefühl der Vergrößerung und Zittrigkeit
  • Rötung und Schwellung der Bindehaut mit eitriger Absonderung
  • Halsentzündung mit splitterartigem Schmerz
  • Schmerzhafte Auftreibung des Bauches, reichliche Gasbildung
  • Lautes, explosives Aufstoßen
  • Starkes Verlangen nach Süßem und Zucker
  • Geräuschvoller Durchfall mit wässrigem, z. T. grünschleimigem Stuhl
  • Heiserkeit
  • Husten durch Lachen
  • Verlangen nach frischer Luft
  • Warmblütig, sucht eher die Kühle
  • Meist nervös, eilig, impulsiv

Modalitäten

Schlimmer:

  • Wärme in jeder Form; warmer Raum
  • Süßigkeiten (obwohl Verlangen danach besteht!)
  • Linke Seite
  • Liegen auf der rechten Seite
  • Erwartungsangst

Besser:

  • Kälte
  • Frische Luft
  • Aufstoßen
  • Fester Druck von außen

Wirkdauer

  • Mittel

Vergleichbare Mittel

Lycopodium

  • Ähnlich: Geblähter Bauch; Verlangen nach Süßem; Durchfall bei Aufregungen; Verlangen nach frischer Luft; Lampenfieber; schlimmer durch Wärme (obwohl eher fröstelig; trotzdem Verlangen nach warmem Essen und Trinken)
  • Unterschied: Meist rechtsseitige Symptomatik; Verlangen nach Warmem; Halsschmerzen werden besser durch warme Getränke.
    ( gehe zu Lycopodium )

Gelsemium

  • Ähnlich: Durchfall bei Aufregung oder Lampenfieber; Zittrigkeit, im Gegensatz zu Argentum nitricum aber nicht aus Nervosität, sondern eher aus Entkräftung; schlimmer durch Wärme oder Sommerhitze.
  • Unterschied: Beschwerden häufiger rechtsseitig; bei fieberhaften Erkrankungen meist durstlos und benommen bis apathisch.
    ( gehe zu Gelsemium )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Schlimmer durch Wärme; Besserung im Kühlen bzw. an der frischen Luft; Bindehautentzündung mit gelblich verklebten Augen.
  • Unterschied: Passt besser für emotional milde und nachgiebige Kranke mit auffallender Weinerlichkeit; starke Veränderlichkeit der Symptome wie auch der emotionalen Stimmungslage; fast immer komplett durstlos.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12.

2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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