Veratrum album – Nieswurz

Substanz

Die weiße Nieswurz oder der weiße Germer ist eine giftige Lilien-Pflanze der Alpenwiesen, mit großen, eiförmigen, längs gerippten Blättern und kleinen weißen Blüten. Sie verursacht starke Auftreibung der Därme („Germ” kommt von „gären”) und kann bei jungen Kälbern zum Tod führen.

Einsatzbereiche

Hahnemann schrieb, Veratrum album sei hilfreich „zur Beförderung der Heilung fast eines Drittels von den Wahnsinnigen in den Irrenhäusern”, die wichtigste Arznei in der Psychiatrie bei Zerstörungswut, Manie, Geldverschwendung und Lügen. Die körperliche Symptomatik sind Brechdurchfall, Ohnmachtsneigung, plötzliche Kraftlosigkeit mit kaltem Schweiß.

Leitsymptome

  • kaltes, blasses Gesicht, kalter Stirnschweiß
  • eisige Kälte der Nasenspitze
  • Erbrechen von Galle und zähem Schleim
  • vor dem Erbrechen Kälteschauer über den ganzen Körper
  • gleichzeitig Erbrechen und Durchfall
  • beim Erbrechen große Schwäche bis zum Kollaps
  • Erstickungsanfälle, Kehle wie zugeschnürt
  • redet wenig, außer wenn er gereizt wird
  • Angst und Unruhe, kann nicht still sitzen
  • Linksseitigkeit, kreuzweise links oben und rechts unten, von rechts nach links

Modalitäten

Schlimmer

  • durch Sommerhitze, Wetterwechsel (von warm zu kalt)
  • geringste Anstrengung
  • Berührung
  • Trinken
  • Stuhlgang
  • nachts
  • um 4:00 Uhr
  • morgens beim Erwachen
  • im Winter

Besser

  • durch Gehen und durch Wärme.

Wirkdauer

  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Aconitum

  • Ähnlich: Angst und Unruhe, nächtliche Verschlimmerung;
  • Unterschied: spricht vom Sterben und vom Tod, weniger Kälte des Gesichts, keine Aggressivität.
    ( gehe zu Aconitum )

Arsenicum album

  • Ähnlich: Brechdurchfall mit Unruhe und Angst, große Schwäche, Blässe, Schwitzen;
  • Unterschied: großer Durst, Verlangen nach Zuspruch und sofortiger Hilfe.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Podophyllum

  • Ähnlich: Brechdurchfall in den frühen Morgenstunden;
  • Unterschied: Durchfall mit Blähungen vermischt, redet viel, keine Kollapsneigung.
    ( gehe zu Podophyllum )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Sammlung Dr. Frevert

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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