Durchfall

Häufige Darmentleerungen mit weichem oder sogar wässrigem Stuhl, oft verbunden mit krampfartigen oder stechenden Schmerzen, sind oft Zeichen einer akuten Magen-Darm-Infektion oder eine Reaktion auf schlecht vertragene Speisen oder Getränke (Lebensmittelvergiftung oder Milchunverträglichkeit, Lactose-Intoleranz). Meist besteht auch Übelkeit oder Erbrechen. Das Reizdarm-Syndrom zeigt sich mit Durchfällen ohne Magenbeschwerden, meist morgens oder nach psychischer Erregung. Häufige Durchfälle über viele Tage können Folge einer chronischen Darmentzündung sein und müssen ärztlich behandelt werden.

Allgemeine Maßnahmen

Wichtig bei Durchfall ist eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, am besten mit Salz; besonders geeignet und leicht zu bereiten ist eine klare Brühe oder Bouillon, was zudem viel besser schmeckt als die käuflichen Elektrolyt-Lösungen. Ein Hindernis kann die Übelkeit sein, dann muss die Flüssigkeit langsam und löffelweise zugeführt werden. Mittel, die den Darm einfach ruhigstellen oder den Durchfall stoppen, sollten vermieden werden, um die Ausscheidung von Giftstoffen und Krankheitserregern nicht zu hemmen.

Ärztliche Hilfe erforderlich:

  • wenn eine Austrocknung durch großen Flüssigkeitsverlust droht,
  • wenn der Durchfall über mehrere Tage (bei Kleinkindern länger als 6-12 Stunden) anhält,
  • wenn starke Schmerzen auftreten,
  • wenn hohes Fieber oder Kreislaufschwäche hinzu kommt,
  • wenn mehrere Stühle mit Blut vermischt sind.

Die wichtigsten Arzneimittel

Arsenicum album

Hauptmittel bei der akuten Magen-Darm-Entzündung, die mit Erbrechen, meist kurz nach Mitternacht, beginnt. Großer Durst, aber jeder Schluck führt wieder zum Erbrechen. Gleichzeitig oder in der zweiten Phase häufige Durchfälle, oft mit Brennen im After. Auslöser können auch kalte Getränke, Eis oder verdorbenes Essen sein. Begleitsymptome: Große Schwäche, Blässe, Unruhe, Herumwälzen im Bett, Ängstlichkeit.

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Bryonia

Der Stuhl ist gelblich oder schmutzig verfärbt oder unverdaut, auch das Erbrechen kann gallig (gelb verfärbt) sein. Auslöser sind Obst, kalte Getränke bei Überhitzung, warmes Wetter. Jede Bewegung schmerzt, morgens ist alles schlimmer. Begleitsymptome: Reizbarkeit, Wunsch nach absoluter Ruhe.

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Camphora

Plötzlicher Durchfall nach Verkühlung, beginnt mit starkem Blähungsabgang. Entleerung unwillkürlich, Stuhl schwärzlich. Begleitsymptome: Kalter Schweiß oder trockene kalte Haut, will nicht zugedeckt sein. Angst, Unruhe, Muskelkrämpfe, Kollaps.

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Chamomilla

Wichtiges Mittel für Kinder, die immer wieder während der Zahnung Durchfall bekommen. Der Stuhl ist grünlich und riecht scharf. Das Kind ist ärgerlich und gereizt, man kann ihm nichts recht machen. Es streckt sich, biegt den Rücken nach hinten und strampelt mit den Beinen.

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China

Länger anhaltende Durchfälle mit großer Erschöpfung, wiederkehrendes Fieber, geblähter Bauch. Begleitsymptome: viele Ideen trotz der Erschöpfung (Luftschlösser), starkes Schwitzen, Berührungs- und Zugluft-Empfindlichkeit.

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Colocynthis

Starke Bauchkrämpfe, die sich durch Zusammenkrümmen, Druck und Wärme bessern. Häufige Auslöser: Ärger und Verkühlung.

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Ipecacuanha

Elend und flau im Magen, erbricht Essen, Galle, Blut und Schleim. Ekel vor allen Speisen, ohne Durst. Schneidende Bauchschmerzen von links nach rechts, um den Nabel. Durchfälle schaumig oder schleimig-wässrig, grasgrün oder mit Blutbeimengung. Begleitsymptome: Reine Zunge, Reizbarkeit.

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Phosphorus

Gurgeln vom Magen bis zum Darm mit unwillkürlichem Stuhl. Schwäche- oder Leeregefühl im ganzen Bauch. Gefühl, der After bliebe offen und Feuchtigkeit sickert heraus. Stuhl halbflüssig, mit Schleimhautfetzen, weiß, gelb, blutig; wenn geformt, dann schmal und dünn (Bleistiftstuhl). Brennen, Krämpfe, Wundheit. Durst auf kaltes Wasser, das nach fünf Minuten wieder erbrochen wird. Anhaltende Schwäche nach Diarrhoe.

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Podophyllum

Hauptmittel der Gastroenteritis, nach Baden, bei heißem Wetter, beim Zahnen, Beginn meist gegen 3-5 Uhr morgens. Herausspritzender Stuhl, mit Blähungen gemischt, Stuhl wässrig, gelb, grün. Große Übelkeit, Würgen, grünliches Erbrechen. Koliken auch ohne Stuhlentleerung. Großer Durst. Auch bewährt bei leichteren Formen ohne Schmerzen.

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Veratrum album

Gleichzeitig Erbrechen und Durchfall, mit starkem Schweiß, Kältegefühl und Ohnmachtsanfällen. Stuhl wie Reiswasser oder wie Spinat, scharf. Gewaltsames Erbrechen, mit grünlichem Schleim. Durst auf große Mengen, vor allem kalte Getränke. Kalter Atem, kalter Stirnschweiß, kalte Nase.

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