Die vielen Erkrankungen der Schilddrüse

Die vielen Erkrankungen der Schilddrüse

Schilddrüsenhormone steuern den Stoffwechsel, den Kreislauf, das Wachstum und auch die Psyche. Läuft dieses kleine, schmetterlingsförmige Organ, das unter dem Kehlkopf sitzt, aus dem Ruder, hat das große Auswirkungen auf die gesamte Gesundheit. Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Schilddrüsenerkrankung, viele wissen das nicht, da sie ihre Schlafstörung, die Nervosität, Antriebslosigkeit oder gar die Depression oder das vermehrte Schwitzen nicht auf eine Störung der Schilddrüse zurückführen.

Kommt die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, produziert sie entweder zu viele oder zu wenige Hormone. „Die Unterfunktion ist häufig die Folge einer langwierigen Erschöpfung oder einer chronischen Entzündung, einer Autoimmunerkrankung, die man Hashimoto nennt“, erläutert Detlef Schreiber, Arzt für Allgemeinmedizin / Homöopathie aus Berlin. Er ergänzt: „Dann bildet der Körper Antikörper gegen das eigene Gewebe, die Folge ist eine Entzündung.“ Fangen die Zellen an, unkontrolliert Hormone herzustellen, liegt eine Überfunktion vor. „Dies entsteht meistens dann, wenn die Selbstkontrolle des Körpers über die Schilddrüse nicht mehr funktioniert“, erklärt Schreiber.

Zusammenspiel von Ernährung und Schilddrüse

In der Schilddrüse entstehen die beiden wichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die von dort aus ins Blut gelangen. Zur Produktion dieser Hormone benötigt die Schilddrüse Eiweiß und Jod. Da der menschliche Körper kein eigenes Jod herstellt, muss er es in ausreichender Menge über die Nahrung zu sich nehmen. Bei Jodmangel kann sich die Schilddrüse vergrößern und einen Kropf bilden. Das ebenfalls in der Schilddrüse gebildete Hormon Calcitonin spielt eine Rolle im Calcium- Stoffwechsel. „Ich bin davon überzeugt, dass wir bei einer einigermaßen ausgewogenen Ernährung alle Stoffe zu uns nehmen, die der Organismus benötigt“, sagt der Berliner Arzt Detlef Schreiber im Interview. Wenn es dennoch Probleme gibt, hält Schreiber nichts von einer Unterstützung mit Jod. „Wenn die Selbstregulation aus dem Ruder läuft, muss sie von außen unterstützt werden, das ist richtig. Aber nicht durch Jod, sondern durch eine homöopathische Behandlung“, so seine Einschätzung.

Foto: Istockphoto

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