Berlin, 16. September 2026 | Ende November 2025 hat die Fachzeitschrift The Oncologist die Studie von Prof. Dr. Michael Frass zur begleitenden Homöopathie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zurückgezogen. Der Schritt kam überraschend, die wissenschaftlichen Daten blieben unangefochten. Aus Sicht der Autoren beruht die Retraktion auch nicht auf fachlichen Fehlern oder verfälschten Zahlen. Prof. Frass gibt uns Einblicke in den Hintergrund dieser spannenden Geschichte.

Gültige Daten und eine extrem kurze Frist

Noch im September 2024 hatten die Herausgeber des Journals die Gültigkeit des Studiendatensatzes nach einer zweijährigen, akribischen Überprüfung vollumfänglich bestätigt. Umso unerwarteter traf Prof. Frass im Juli 2025 eine E-Mail der Chefredakteurin Prof. Susan Bates: Binnen einer Frist von nur drei Tagen sollte er zu inhaltlichen und praktischen Fragen Stellung nehmen. Andernfalls drohe die Retraktion, also der Rückzug des Beitrag aus der Zeitschrift. Trotz fristgerechter Antwort und einer anschließenden zweieinhalbmonatigen Funkstille seitens der Redaktion folgte Ende Oktober 2025 die Bestätigung des Widerrufs.

Der Streitpunkt: Reproduzierbarkeit und angebliche Interessenkonflikte

Als Hauptgrund für die Rücknahme führte das Journal an, dass die Ergebnisse aufgrund der individuellen Vorgehensweise der Homöopathie schwer reproduzierbar seien. Prof. Frass widerspricht dieser Einschätzung deutlich:

  • Hohe Ausbildungsstandards: In Österreich wurden über die Fachgesellschaften hunderte Ärztinnen und Ärzte sowie bis 2018 auch Studierende an der Medizinischen Universität Wien systematisch in klassischer Homöopathie ausgebildet. Die Methode folgt klaren, erlernbaren Regeln und ist somit durch entsprechend geschulten Personals jederzeit reproduzierbar.
  • Keinerlei kommerzielle Interessen: Den im Raum stehenden Vorwurf eines Interessenkonflikts bezeichnet der Onkologe als unbegründet. Weder er noch andere beteiligte Prüfärzte hätten Provisionen erhalten oder Präparate vermarktet. Bei einem Arzneipreis von etwa 15 Euro pro Fläschchen – das die Studie zudem selbst finanzieren musste – von wirtschaftlichen Eigeninteressen zu sprechen, entbehre jeder Grundlage.

Fazit: Die Daten behalten ihre Gültigkeit

Aus Sicht der Autoren beruht die Retraktion keineswegs auf fachlichen Fehlern oder verfälschten Zahlen, sondern auf grundlegenden Vorbehalten gegenüber der spezifischen Qualifikation und Arbeitsweise der Homöopathie. Da die messtechnischen und statistischen Ergebnisse der Untersuchung nicht beanstandet wurden, behält die inhaltliche Aussage der Studie für das Autorenteam ihre volle Relevanz. Das Abstract der Arbeit bleibt daher weiterhin zitierfähig.

Stellungnahmen zur Retraktion:

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Thema: Warum die Lungenkrebs-Studie von Prof. Frass zurückgenommen wurde

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