Berlin, 19. Juni 2026. Ein breites Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft läuft Sturm gegen die Pläne der Bundesregierung zur GKV-Reform: In einem heute veröffentlichten Offenen Brief fordern Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft als Erstzeichner den Erhalt von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin als Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Eine Streichung, so die Initiatoren, sei eine teure Fehlentscheidung, die direkt zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehe.
Der Offene-Brief kann jetzt mit gezeichnet werden.
Zu den namhaften Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Bundesinnenminister a.D. Otto Schily (SPD), die ehemaligen Ministerpräsidenten Malu Dreyer (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), Peter Daniell Porsche (Aufsichtsrat Porsche Automobil Holding SE), der bayerische Staatsminister a.D. Thomas Goppel (CSU) sowie Lukas Beckmann (Mitgründer der Grünen und ehemaliger Fraktionsgeschäftsführer im Bundestag).
Sparen wird teurer
Der Offene Brief warnt ausdrücklich vor den wirtschaftlichen Folgen eines Verbots: Wer diese Therapien aus dem Leistungskatalog streiche, forciere lediglich den Griff zu teureren konventionellen Medikamenten – ohne dass sich dadurch die Behandlungsergebnisse verbesserten. Solide Daten aus der Versorgungsforschung, unter anderem der Securvita Krankenkasse mit tausenden Patienten, belegen das Gegenteil: Unter homöopathischer Begleitung sinken nachweislich die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die Raten von Depressionen sowie der Einsatz von Antibiotika.
„In einem freiheitlichen Rechtsstaat darf der Gesetzgeber eine bestimmte Therapierichtung nicht mit einem Erstattungsverbot belegen“, kritisiert Bundesinnenminister a.D. Otto Schily scharf. „Zumal diese erwiesenermaßen sowohl unter medizinischen als auch unter ökonomischen Gesichtspunkten sehr positiv zu beurteilen ist.“
Rückhalt in der Bevölkerung und der Wissenschaft
Neben wirtschaftlichen Argumenten verweisen die Initiatoren auf den starken gesellschaftlichen Rückhalt. Daten des Instituts für Demoskopie (IfD) Allensbach zeigen: 57 Prozent der Deutschen haben bereits Erfahrungen mit Homöopathie gemacht; lediglich 9 Prozent sind der Meinung, sie wirke nicht. Eine klare Mehrheit befürworte daher, dass die Kassen die Kosten auch weiterhin im Rahmen des Wettbewerbs freiwillig erstatten dürfen.
„Ich setze mich für den Erhalt von Homöopathie und Anthroposophischer Medizin ein, weil eine integrative Medizin für die medizinische Versorgung in Deutschland schlicht wichtig ist“, betont die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin a.D., Malu Dreyer.
Flankiert wird der Vorstoß von zahlreichen Professorinnen und Professoren aus der medizinischen Wissenschaft. Prof. Dr. David Martin erklärt dazu: „Ich erlebe die positive Wirksamkeit täglich an meinen Patientinnen und Patienten. Zudem sollten wir einen Blick auf unsere Nachbarn werfen: Die Schweiz hat sich nach einem jahrelangen, intensiven Evaluierungsprozess ganz bewusst für die Erstattungsfähigkeit ausgesprochen.“
Appell an den Bundestag
Der Offene Brief wurde am heutigen Freitagmorgen offiziell an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, die Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD sowie an alle Mitglieder des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages übermittelt. Das Bündnis fordert die Abgeordneten auf, die Wahlfreiheit der Patienten im Zuge der anstehenden GKV-Reform zu schützen.
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BPH-Informationsdienst mit Prof. David Martin



