Silicea – Kieselsäure

Substanz

Silicea terra, die Kieselsäure, ist ein Hauptbestandteil der Erdkruste und des Meeressandes. Im Pflanzenreich ist Silicea für die Stabilität und Elastizität von Halmen und Stängeln verantwortlich. Sie ist aber auch ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Körpers, wo sie am reichlichsten im Bindegewebe enthalten und für die Stützfunktion von großer Bedeutung ist. Zur Herstellung des Arzneimittels wird Bergkristall oder weißer Meeressand verwendet.

Einsatzbereiche

Silicea ist eines der wichtigsten Arzneimittel bei allen eiternden Prozessen: Abszesse, Furunkel, eitrige Mandel-, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen, schlecht heilende Wunden, eingewachsene Zehennägel, Gerstenkörner. Es ist ebenso hervorragend geeignet, eingedrungene Fremdkörper auszustoßen. Aber auch bei Erkältungskrankheiten sowie Erkältungsanfälligkeit ist es bewährt.

Leitsymptome

  • Zart, empfindlich, schüchtern, nachgiebig, unentschlossen
  • Sehr kälteempfindlich, braucht warme Kleidung, Decken oder Wärmflasche
  • Ausgeprägte Infektanfälligkeit
  • „Erkältung”, Verkühlung des Kopfes oder kalte Füße führen zu Krankheit
  • Neigung zu eiternden Prozessen, Abszessen, Fistelbildung
  • Kann das Ausstoßen von Fremdkörpern durch die Haut begünstigen
  • Chronische, „schwelende” Prozesse
  • Schwellung, Verhärtung, Eiterung von Lymphknoten
  • Beschwerden der Nägel, Zähne
  • Schweißneigung (vor allem an den Füßen); saurer, übelriechender, wund machender Schweiß
  • Folge von unterdrücktem Schweiß
  • Folge von Impfungen
  • Unverträglichkeit und Erbrechen von Milch (sogar Muttermilch bei Säuglingen)
  • Angst vor spitzen Gegenständen

Modalitäten

Besser

  • Wärme
  • Warmes Einhüllen (des Kopfes)
  • Wasserlassen

Schlimmer

  • Kälte
  • Zugluft
  • Feuchtigkeit
  • Druck
  • Vollmond/Mondwechsel

Wirkdauer

  • Lang

Vergleichbare Mittel

Hepar sulfuris

  • Ähnlich: Ausgezeichnetes „Eiterungsmittel”. Kälteempfindlichkeit.
  • Unterschied: Ausgeprägte Reizbarkeit. Ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit. Typischerweise „Splitterschmerz”. (Hepar sulfuris und Silicea lassen sich nicht immer eindeutig voneinander unterscheiden, in manchen Fällen hat es sich bewährt beide Mittel nacheinander, d.h. nach mehreren Stunden, zu geben.)
    ( gehe zu Hepar sulfuris )

Mercurius solubilis

  • Ähnlich: Empfindlichkeit gegen Zugluft und Kälte. Schweißneigung.
  • Unterschied: Verschlimmerung durch Hitze (verträgt am besten gemäßigte Temperaturen). Verschlimmerung nachts. Verschlimmerung durch Schwitzen. Vermehrter Speichelfluss, übler oder süßlicher Mundgeruch, eitriger oder metallischer Mundgeschmack. Zittrige Schwäche.
    ( gehe zu Mercurius solubilis )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Mildes, nachgiebiges, schüchternes Wesen.
  • Unterschied: Wärmeempfindlich, Besserung durch Kälte und frische Luft. Unverträglichkeit von Fett. Ausgesprochene Durstlosigkeit.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

Jetzt formlos bestellen unter info@dzvhae.de