Reizmagen und Sodbrennen natürlich behandeln

Reizmagen und Sodbrennen natürlich behandeln

Sodbrennen, Magenbeschwerden, Aufstoßen: Nicht jede Erkrankung muss sofort mit einer Arznei behandelt werden – auch nicht mit einer homöopathischen. Häufig helfen gut gewählte und sorgfältig dosierte Naturheilverfahren oder Diätmaßnahmen, um die Gesundheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn Sie sich selbst behandeln und nicht sicher sind, ob eine ergänzende naturheilkundliche Anwendung unter laufender homöopathischer Behandlung sinnvoll oder eher störend ist, fragen Sie Ihren homöopathischen Arzt.

Viele Menschen reagieren bei Stress und Anspannung mit Magenbeschwerden wie Übelkeit, Aufstoßen, Sodbrennen und auch teilweise Magenschmerzen. Hinter diesen Beschwerden können sich funktionelle Störungen ohne Schädigungen der Magenschleimhaut ebenso verbergen wie Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre.

Das Ausmaß der subjektiven gesundheitlichen Beeinträchtigung und deren Dauer sind maßgebend dafür, wie lange anfängliche naturheilkundliche Maßnahmen vertretbar sind und ab wann nach genauer Diagnostik eine konsequente homöopathische oder schulmedizinische Behandlung erforderlich wird.

Die Ursachen

Reizmagen und Sodbrennen können die Folge einer gestörten Lebensordnung sein. Schlafmangel, Stress, Fehlernährung und Genuss von Alkohol, Kaffee und Nikotin kommen als Ursachen in Frage. Diese sollten vor Beginn einer Behandlung verbannt werden. Erst wenn unsere psychovegetativen Regulationsmechanismen die reale Chance haben, sich in einem neuen Gleichgewicht einzupendeln, machen weitere naturheilkundliche Maßnahmen zur Unterstützung der Heilungsbemühung des Organismus Sinn. Die Normalisierung eines ausgeglichenen Schlaf-Wach-Rhythmus kann mit Hilfe von Entspannungstechniken oder Autogenem Training gefördert werden. Im Sinne einer reizarmen Magenschonkost – verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag – sollten starke Gewürze sowie fette und gebratene Speisen gemieden werden.

Sodbrennen und Reizmagen natürlich behandeln

Weisskohl Kartoffel Leinsamen

Fotos v.l.n.r.: Dieter Schütz / pixelio.de, Carina Lauer / pixelio.de, Verena Münch / pixelio.de

Der Angriff der vermehrt gebildeten Magensäure auf die Schleimhaut kann gedämpft werden durch Weißkohl- Presssaft, mehrmals täglich und regelmäßig über 2 bis 3 Wochen. Einen ähnlich günstigen Effekt hat roher Kartoffel-Presssaft, jeweils vor den Mahlzeiten getrunken. Altbewährt ist der bekannte Leinsamen-„Schleim“, der folgendermaßen hergestellt wird: 3 bis 4 Esslöffel grob geschrotete Leinsamen werden abends in einem großen Glas oder Krug warmen Wassers angesetzt. Über Nacht quellen die Schleimstoffe und gehen in das Wasser über. Am nächsten Morgen trennt man den im Wasser gelösten Schleim vom Rest der übrigen Leinsamen, indem man den ganzen Inhalt des Glases durch ein Sieb laufen lässt. Die Flüssigkeit wird zimmerwarm schluckweise über den Tag verteilt getrunken.

 

Melisse Kamille Fenchel

Fotos v.l.n.r.: Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de, Wolfgang Dirscherl / pixelio.de, Uschi Dreiucker / pixelio.de

Als Tee kommen in erster Linie Melissenblätter (krampflindernd), Kamille (entzündungswidrig) und Fenchel (entblähend) zur Anwendung.

Homöopathie … der Weg zu den Globuli

Globuli aus dem Glas

Foto: Dr. Leonora Schwarz / pixelio.de

  • Seit wann bestehen die Beschwerden und wodurch wurden sie vermutlich ausgelöst? Zum Beispiel seit dem kalten Bier, seit der letzten Nachtschicht, seit dem letzten großen Ärger mit dem Chef, durch die Anspannung im Rahmen der Prüfungsvorbereitungen, seit der USA-Reise mit Jetlag etc.
  • Wie ist der Magenschmerz? Zum Beispiel dumpf-drückend, kolikartig krampfend, stechend, wie glühende Kohlen etc.
  • Wodurch werden die Beschwerden besser oder schlechter? Zum Beispiel besser durch festen Druck auf den Bauch, schlimmer in Rechtsseitenlage, besser nach Trinken von warmer Milch, schlimmer nachts, besser nach Stuhlgang etc.
  • Welche Symptome an anderen Organen bestehen eventuell zeitgleich? Zum Beispiel wässriger Durchfall, Frösteln bei den Magenschmerzen, Nachtschweiße, stechende Schläfenkopfschmerzen etc.
  • Gibt es auffällige emotionale Veränderungen? Zum Beispiel ängstliche innere Unruhe, innere Gehetzheit, Reizbarkeit wegen Kleinigkeiten, Durchschlafstörung mit Erwachen immer zu ganz bestimmten Nachtzeiten etc.

Diese Informationen werden während einer Anamnese gesammelt, ausgewertet und geben einen Hinweis auf ein geeignetes homöopathisches Mittel.

Eine Übersicht homöopathischer Arzneimittel bei Bauchschmerzen finden Sie hier.

Titel-Foto: Fotolia

 

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