Kalium bichromicum – Kaliumbichromat

Substanz

Kalium bichromicum ist das Kaliumsalz einer Chromsäure (Kaliumbichromat), das orangefarbene Kristalle bildet. In der Industrie wird das Salz als Farbstoff oder chemisches Reagens verwendet. Es kann Verätzungen und Geschwüre an Haut und Schleimhäuten verursachen und Allergien hervorrufen.

Einsatzbereich von Kalium bichromicum

Kalium bichromicum wird bei Atemwegserkrankungen eingesetzt, die durch hartnäckige Schleimbildung und großer Kälteempfindlichkeit auffallen, auch spätere Stadien einer Erkältung mit Beteiligung der Nasennebenhöhlen, oft mit Schmerzen an kleinen Stellen, die sich durch Kälte verschlimmern sind typisch für Kaliumbichromicum. Auslöser ist oft eine Erkältung, manchmal auch ein Ärger, auf den man mit mürrischer Gleichgültigkeit reagiert.

Leitsymptome von Kalium bichromicum

  • Gelb-grüner Schnupfen und Auswurf, zäh, klebrig, zieht Fäden und bildet Krusten
  • punktförmiger Schmerz: ein Schmerz an kleinen Stellen, der mit der Zeigefingerspitze markiert werden kann, tritt plötzlich auf und verschwindet plötzlich oder erscheint an einer anderen Stelle, Schmerzcharakter drückend, pulsierend, klopfend
  • Verlangen nach Wärme, welche den Schmerz bessert
  • blutige Krusten an der Nasenscheidewand, die sich nach Ablösung sofort wieder bilden
  • Hitze in der Nase, der Atem erscheint heiß
  • muss sich oft schnäuzen, aber der Schleim löst sich nicht
  • Geruchsverlust
  • heftiger rasselnder Husten mit Würgen durch zähen Schleim, vor allem morgens beim Aufwachen
  • Heiserkeit
  • kein Appetit, Gefühl von einem Gewicht in der Magengrube, Erbrechen von zähem Schleim

Modalitäten

Schlimmer

  • Kälte, feucht-kaltes Wetter, frische Luft, Entkleiden, aber auch heißes Sommerwetter
  • nachts und gegen Morgen, jeden Tag zur selben Stunde
  • Bier (auch wenn es gern getrunken wird)

Besser

  • Wärme, Einhüllen, warme Umschläge und Bestrahlungen
  • Bewegung

Wirkdauer

  • Lang

Vergleichbare Mittel von Kalium bichromicum

Nux vomica

  • Ähnlich: Kopf- und Magenschmerzen, die sich durch Wärme bessern, Folgen von Erkältung und Ärger, Verlangen nach Bier;
  • Unterschied: der Schleim ist weniger zäh und klebt nicht. Der Ärger wird deutlicher zum Ausdruck gebracht.
    ( gehe zu Nux vomica )

Hepar sulfuris

  • Ähnlich: Kälteempfindlichkeit und Reizbarkeit bei Atemwegserkrankungen mit Schleimbildung:
  • Unterschied: die Absonderungen sind immer gelblich, lassen sich besser lösen, es entstehen keine blutigen Krusten.
    ( gehe zu Hepar sulfuris )

Antimonium tartaricum

  • Ähnlich: Atemwegserkrankungen mit rasselndem Schleim und mürrischer Stimmung;
  • Unterschied: es sind weniger die Nebenhöhlen betroffen, eher die tieferen Atemwege; der Schleim ist locker, kann aber wegen Schwäche nicht gut abgehustet werden; Wärme, besonders als warme Bestrahlung, verschlechtert.
    ( gehe zu Antimonium tartaricum )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: iStck.com/decade3d

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Berlin, 4. Auflage 2015, 192 Seiten, 10 Euro.

Der DZVhÄ bietet Ihnen weiterführendes Informationsmaterial und verschiedene Printmedien an –> Patientenratgeber des DZVhÄ