Ipecacuanha – Brechwurzel

Substanz

Die Brechwurzel gehört wie der Chinarindenbaum zu den Rubiazeen, den Rötegewächsen. Sie ist eine kleine immergrüne Staude, die im Unterholz der Regenwälder von Brasilien, Kolumbien, Indien und Malaysia wächst. Sie hat große Blätter, kleine weiße Blüten, schwarze Scheinfrüchte und eine dünne, kurze, verzweigte Wurzel, die eine Reihe von arzneilich wirksamen Stoffen enthält (Alkaloide wie Emetin, Psychotin u.a.). Verwendet wird die getrocknete Wurzel, in der Volksmedizin bei schweren Durchfällen (Ruhr), in der Schulmedizin noch häufig als Brechmittel.

Einsatzbereich

Brechdurchfall, Übelkeit, Husten mit Erbrechen, Atemwegsinfekte, Keuchhusten, bestimmte Formen der Migräne. Die starke Übelkeit ist meist begleitet von Schwäche, Zerschlagenheitsgefühl und starker Gereiztheit.

Leitsymptome

  • Zunge sauber, rot ohne Belag
  • periodisch wiederkehrende Beschwerden
  • weint, schreit und ist schwer zufriedenzustellen
  • alle Absonderungen (Auswurf, Stuhl usw.) sind schaumig
  • bei beginnendem Fieber Kopfschmerz wie zermalmt, vom Hinterkopf bis zum Zungengrund
  • Nasenbluten und Niesen
  • Gesichtsblässe, blau um Augen oder Lippen, weiße Nasenlinie
  • kein Durst
  • starke anhaltende Übelkeit, nicht besser nach Erbrechen
  • galliges Erbrechen, schlimmer beim Bücken
  • Ekel vor allen Speisen
  • elendes, flaues Gefühl, als ob der Magen schlaff herabhängt
  • schneidende Schmerzen am Nabel, zum Unterbauch ziehend
  • Stuhl braun, grasgrün oder gelbgrün, melasseartig oder blutig, Schleimklumpen
  • Husten trocken oder mit rasselndem Schleim
  • Erstickungsanfälle mit Würgen und Erbrechen von Schleim
  • schmerzlose Heiserkeit
  • Kehlkopf und Brust wie verengt
  • Stimmbandkrampf; schnappt nach Luft
  • versteift sich, verfärbt sich rot oder blau, anschließend Brechreiz, würgt und erbricht
  • lockeres Rasseln auf der Brust, auch ohne Auswurf

Modalitäten

Schlimmer

  • durch Hitze und Kälte
  • Überessen (Eis, Fleisch, schwere Speisen, alles durcheinander)

Besser

  • im Freien, aber auch in Wärme und Ruhe.
  • Wirkdauer
  • Kurz

Vergleichbare Mittel

Arsenicum album

  • Ähnlich: Erbrechen und Durchfall mit Zerschlagenheit und Unruhe, Ekelgefühl, Unverträglichkeit von schweren Speisen und Fleisch;
  • Unterschied: stärkere Ängste (dass die Krankheit schlimmer würde, dass man daran sterben könnte), weniger Gereiztheit, viel Durst, meist belegte Zunge.
    ( gehe zu Arsenicum album )

Antimonium tartaricum

  • Ähnlich: Schleimrasseln, Übelkeit und Erbrechen beim Husten;
  • Unterschied: dick weiß belegte Zunge, will nicht angesehen werden.
    ( gehe zu Antimonium tartaricum )

Pulsatilla

  • Ähnlich: Weinen und Jammern im Fieber oder bei Husten, Durstlosigkeit, Besserung im Freien;
  • Unterschied: leicht zu trösten und zufriedenzustellen.
    ( gehe zu Pulsatilla )

Bryonia

  • Ähnlich: Gereiztheit, Husten mit galligem Erbrechen
  • Unterschied: großer Durst, trockener Husten mit stechenden Brustschmerzen, kaum Auswurf.
    ( gehe zu Bryonia )

Eupatorium perfoliatum

  • Ähnlich: Übelkeit und Erbrechen bei beginnendem Fieber, Zerschlagenheitsgefühl;
  • Unterschied: großer Durst, Übelkeit nur zu Beginn des Fiebers, im weiteren Verlauf nur Knochen- und Muskelschmerzen, keine ausgeprägten Hustensymptome.
    ( gehe zu Eupatorium perfoliatum )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Foto: Fa. Gudjons

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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