Berlin, 14. April 2026 | Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat bei der heutigen Pressekonferenz zur Gesundheitsreform behauptet, Homöopathie würde aus der GKV gestrichen, weil sie „den Patienten nichts nützt“ und weil sie den Erfolg in der Vergangenheit nicht gezeigt habe. Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbands Patienten für Homöopathie (BPH): „Das ist falsch. Homöopathie zeigt täglich in der Praxis, dass sie Patientinnen und Patienten hilft. Studien belegen, dass sie eine evidenzbasierte Methode ist.“ 

Die Aussage von Ministerin Warken zeigt, mit welchem Kenntnisstand das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gegen die Homöopathie vorgeht. Warum die Aussage von Frau Warken falsch ist, zeigen diese Fakten:

1. Medizinische Leitlinie nimmt Homöopathie auf

Auf der Grundlage von Studienergebnissen wurde die zusätzliche homöopathische Behandlung bei Krebspatienten als Behandlungsoption in die ärztliche S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ 2021 aufgenommen und 2024 aktualisiert. In der Begründung heißt es:

„Trotzdem kann aufgrund der stark positiven Ergebnisse dieser Studie der Einsatz von klassischer Homöopathie (Erstanamnese in Kombination mit individueller Mittelverschreibung) zur Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten zusätzlich zur Tumortherapie erwogen werden.“

Nachzulesen bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)

2. Systematisches Review zeigt: Homöopathie wirkt besser als Placebo

In einer im Oktober 2023 veröffentlichten Arbeit wurden alle 6 placebokontrollierte Homöopathie-Metaanalysen (MA) zu jeglicher Indikation methodisch sehr aufwendig nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zusammenfassend ausgewertet. Die Autoren fassen die wichtigsten Aussagen dieses Systematischen Reviews (SR) zusammen:

  • 5 der 6 MA enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 MA enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 MA blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 MA war der positive Effekt nunmehr nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.

Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ebenfalls ähnlich wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruments (GRADE). Quelle

3. Versorgungsforschung zeigt – Homöopathie spart Kosten und Arzneimittel bei ähnlichen klinischen Ergebnissen

Eine Beobachtungsstudie aus Frankreich untersucht die Wirkung der Homöopathie in der Primärversorgung. In dieser EPI3-LASER-Studie wurden 8.559 Patienten untersucht, die von 825 Allgemeinärzten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen, Schlaf-, Angst- und depressiver Störungen oder Infektionen der oberen Atemwege behandelt wurden. Es wurde festgestellt, dass bei Patienten, die von homöopathisch ausgebildeten Ärzten behandelt wurden, ähnliche klinische Ergebnisse wurden wie bei Patienten, die ausschließlich mit konventionellen Medikamenten behandelt wurden, jedoch mit einem geringeren Verbrauch an konventionellen Medikamenten und zu 20 Prozent niedrigeren Gesamtkosten. Quelle 

Diese drei mit Quellen belegten Beispiele zeigen, dass Homöopathie eine evidenzbasierte Methode mit effektivem Nutzen für Patientinnen und Patienten ist. „Wir bitten nun Ministerin Warken uns ihre Quellen für Ihre Aussage zu nennen“, wendet sich Meinolf Stromberg an die Gesundheitsministerin.

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Thema: Frau Warken, Ihre Aussage ist falsch

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