Sportmediziner setzen auf Homöopathie

Sportmediziner setzen auf Homöopathie

Erster Olympischer Sportärztekongress in Deutschland

Biathlon-Weltmeisterschaften 2013

Biathlon-Weltmeisterschaften 2013

Immer mehr Sportmediziner arbeiten mit Homöopathie, da sie die zentrale Forderung der Sportmedizin nach ganzheitlicher Betrachtung einlösen kann. Dabei wissen die Sportmediziner, ob als Chefarzt bei den Olympischen Spielen, als Sportärzte der deutschen Fußball-Nationalmannschaft oder beim Deutschen Skiverband als ordentlich approbierte Fachärzte mit einer naturwissenschaftlichen Ausbildung sehr genau um die Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie. Sie sind keine esoterischen Wunderheiler, sondern können professionell und ärztlich fundiert abschätzen, wann die Homöopathie — und wann eine konventionelle Arzneigabe angezeigt ist. Tom Kastner, Arzt am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig und Mannschaftsarzt der deutschen Langläufer sagt:

 „Die Frage ist, bei welchem Krankheitsbild ich homöopathische Präparate anbiete. Ich möchte dem Athleten etwas geben, obwohl es nicht zwingend notwendig ist, auf Wirkstoffe mit möglicherweise hohem Nebenwirkungspotenzial zurückzugreifen. Sportler, die damit eine gute Erfahrung gemacht haben, greifen gern darauf zurück.“

Und noch etwas ist wichtig, sagt Tom Kastner: Homöopathische Substanzen sind keine Naturheilmittel. Sportmediziner wissen, dass die Präparate, die sie über zertifizierte Betriebe beziehen, auch bezüglich Doping sauber sind. „Ich würde jedem, auch dem Volkssportler, davon abraten, homöopathische Präparate aus den Tiefen des Internets zu beziehen. Man weiß nie, was wirklich drin ist.“ , betont er.

Sowohl die potentiellen Nebenwirkungen als auch die Doping-Problematik machen konventionelle Medikamente für die Sportmedizin heikel.

Sowohl die potentiellen Nebenwirkungen als auch die Doping-Problematik machen konventionelle Medikamente für die Sportmedizin heikel.

Wenn Sportler von dem ganzheitlichen Ansatz der Homöopathie profitieren wollen und nicht immer gleich die chemisch-synthetische Keule auspacken wollen, dann gehen sie am besten zu einem ordentlichen Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung.

Die Homöopathie hat heute ihren Platz in der modernen Gesellschaft gefunden. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage von 2017 hat knapp die Hälfte der Bundesbürger ab 18 Jahre schon einmal Erfahrungen mit Homöopathie gemacht, 72 Prozent von Ihnen sind mit Wirksamkeit und Verträglichkeit zufrieden oder sehr zufrieden. 73 Prozent der Bundesbürger findet es zudem wichtig bis sehr wichtig, dass die Kosten für diese Leistungen von den Krankenkassen übernommen werden. Zudem wurde auf dem 121. Deutschen Ärztetag im Mai 2018 in Erfurt die überarbeitete Muster-Weiterbildungsordnung verabschiedet und damit von der versammelten Ärzteschaft auch der Erhalt der Zusatz-Weiterbildung Homöopathie beschlossen. So soll eine ärztlich fundierte Homöopathie auch für die Zukunft sichergestellt werden.

Auch die Nachfrage ist stabil, die Umsätze haben sich in Deutschland in den letzten Jahren bei ca. 600 Millionen Euro pro Jahr konsolidiert. In der Schweiz gehört die Homöopathie seit 2017 sogar zur Grundversorgung der obligatorischen Krankenversicherung. Für die Schweizer Grundversorgung gelten dabei die WZW-Prinzipien: ein Mittel oder eine Therapie muss Wirksam, Zweckmässig und Wirtschaftlich sein, um von den Krankenkassen bezahlt zu werden.

Diese allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz der Homöopathie schlägt sich auch im professionellen Bereich nieder. Schon 2008 ergaben Umfragen des Sportmediziners Peter Billigmann, seinerzeit wie auch heute Leiter des Koblenzer Instituts für Leistungsdiagnostik und Sporttraumatologie, dass die überwiegende Zahl der deutschen Sportärzte mit Homöopathie arbeitet. Er sagt:

„Die Behandlungserfolge können sich sehen lassen, Homöopathika haben praktisch keine Nebenwirkungen und auch beim Thema Doping sind wir auf der sicheren Seite.”

Die Anfänge der Sportmedizin: Fahrradergometrie mit Untersuchung des Gasstoffwechsels, um 1900.

Die Anfänge der Sportmedizin: Fahrradergometrie mit Untersuchung des Gasstoffwechsels, um 1900.

Deutschland gilt als Heimat- und Mutterland der heutigen Sportmedizin. 1910 erschien hier das erste Sportmedizin-Lehrbuch der Welt von dem Berliner Medizin-Professor Siegfried Weissbein. 1912 fand der erste Sportärztekongress der Welt in Dresden statt. Die Homöopathie stammt ebenfalls aus Deutschland, sie wurde vor knapp 200 Jahren von dem deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickelt. Die Sportmedizin beschäftigt sich vor allem mit den vorbeugenden Maßnahmen und einem gesamtheitlichen Ansatz des Bewegungsapparates.

Laut offizieller Definition umfasst die Sportmedizin theoretische und praktische Medizin: Sie untersucht den Einfluss von Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel auf den gesunden und kranken Menschen jeder Altersstufe. Sie kann dabei auf Theorien zurückgreifen, die bis zur Antike zurückreichen. In Deutschland wird „Sportmedizin“ heute im Rahmen einer fachübergreifenden ärztlichen Zusatz-Weiterbildung vermittelt („Zusatzbezeichnung Sportmedizin“).

Die Gemeinsamkeiten zwischen Sportmedizin und Homöopathie hinsichtlich eines ganzheitlichen Ansatzes werden auch deutlich, wenn man Helge Riepenhof zuhört, der das deutsche Radsport-Nationalteam bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen betreute, ehe er als Mannschaftsarzt zum Fußball wechselte und auf diesem Feld auch Studien anfertigt. In der ZEIT sagte er:

“Ein guter Mannschaftsarzt muss es schaffen, in den inner circle des Teams vorzudringen.” Erst dort habe man Zugang zu relevanten Hintergrundinformationen über die ganzheitliche Verfassung der Spieler . “Das können banale Dinge sein, wie zum Beispiel, dass ein bestimmter Spieler gerade Probleme mit der Freundin hat. Solche Informationen sind nicht zu unterschätzen hinsichtlich der körperlichen Verfassung des Spielers.”

Vom 24. bis 26. Mai 2018 fand zum ersten Mal in Deutschland ein Olympischer Sportärztekongress statt. Hunderte Ärzte und Wissenschaftler, darunter Orthopäden, Chirurgen, Traumatologen, Internisten, Hausärzte, Sporttherapeuten, Schmerzmediziner, Sportwissenschaftler und Kardiologen, empfingen über eintausend Teilnehmer aus dem In- und Ausland. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der sporttreibende Mensch. Die beteiligten Verbände wollen weg von isolierter Pathologie. Ein ganzheitlicher Ansatz muss den aktiven Menschen schützen oder ihm bei der Wiederherstellung seiner Leistungsfähigkeit helfen — egal, ob nach einem Unfall oder einer Erkrankung.

Die Homöopathie ist eine Arzneitherapie, die den Menschen ganzheitlich in den Mittelpunkt einer intensiven Betrachtung stellt, für die die konventionelle Medizin oft keine Zeit mehr hat. Der homöopathische Arzt kennt beide Welten: Er ist ein staatlich zugelassener, ordentlich approbierter Schulmediziner mit anerkannter Zusatzausbildung und in der Regel ein Facharzt, der beurteilen kann, wann eine konventionelle Behandlung notwendig und unumgänglich ist. Die Homöopathie betrachtet dabei den ganzen Menschen mit seinen Empfindungen, Gefühlen und Denkweisen und wird in seiner charakteristischen Lebenssituation beachtet. Seine subjektiven Wahrnehmungen werden wertgeschätzt und für die homöopathische Behandlung genutzt sowie seine inneren Ressourcen aktiviert. Nicht nur seine gestörten materiellen Funktionen oder erkrankten Teile im Sinne einer defekten biochemischen „Mensch-Maschine“ zählen. Sportmedizin und Homöopathie teilen diesen Ansatz.

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