“Ich sehe die Kenntnis von komplementärmedizinischen Ansätzen als zwingende Voraussetzung an, meinen Patienten einmal gerecht werden zu können.”

Alexander Lux studiert Humanmedizin an der Universität Lübeck. Seit Februar 2018 ist er Teilnehmer des Nachwuchsförderprogramms des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Auf den DZVhÄ aufmerksam wurde er während der Famulatur in der Praxis von Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr.

Warum Homöopathie? – Woher kommt Ihr Interesse an der Therapiemethode?

Ich habe nach meinem Zivildienst ein Auslandsjahr in Indien verbracht. Dort habe ich in Auroville (in Südindien, Tamil Nadu) als Volontär gearbeitet. Auroville ist ein internationales u.a. von der UNESCO gefördertes Projekt. Gegründet in den 1960er Jahren leben dort mittlerweile rund 2700 Menschen aus allen Teilen der Welt zusammen und erproben zukunftsweisende Lebenskonzepte. Ich habe damals in einer allgemeinärztlichen Praxis mitgeholfen und parallel dazu Sigrid Lindemann in ihrer homöopathischen Praxis unterstützt – und natürlich viel von ihr gelernt.

Ich bezweifle, dass ich mich heute als Medizinstudent für Homöopathie interessieren würde, wenn ich diese Zeit nicht gehabt hätte. Im Medizinstudium hört man kaum etwas von komplementärmedizinischen Ansätzen. Das ist sehr schade, weil die meisten Patienten von ihren Ärzten erwarten, dass sie sich damit auskennen. Trotzdem habe ich auch mit Vorkenntnissen der Homöopathie lange gezweifelt, ob ich das weiterverfolgen und nach meiner Ausbildung homöopathisch arbeiten möchte. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie diese Denk- und Arbeitsweise in einer allgemeinmedizinischen Praxis funktionieren könnte.

Während der Famulatur habe ich in der Praxis von Frau Schulze-Rohr einen angenehm undogmatischen und pragmatischen Umgang mit klassischer Homöopathie kennengelernt. Besonders die Polaritätsanalyse nach Heiner Frei funktioniert Hand in Hand und reibungslos zusammen mit zeitgemäßer allgemeinmedizinischer Arbeit und wird dabei gleichzeitig der Philosophie und den Prinzipien klassischer Homöopathie gerecht. So habe ich meinen homöopathischen Lernprozess wieder aufgenommen und bin darüber hinaus glücklicherweise in die Förderung „gestolpert“.

Sehen Sie als junger Arzt einen Vorteil, unterschiedliche Behandlungsmethoden anwenden zu können?

Ich möchte einmal als Allgemeinmediziner arbeiten und es liegt mir am Herzen, im Interesse meiner zukünftigen Patienten zu arbeiten. Viele Patienten nutzen komplementärmedizinische Angebote und wünschen sich, dass ihre Ärzte diese Kompetenz haben. Ich sehe die Kenntnis von komplementärmedizinischen Ansätzen als zwingende Voraussetzung an, meinen Patienten einmal gerecht werden zu können. Allein die Kenntnis kann in vielen Fällen hilfreich sein, Vertrauen aufzubauen und Therapieadhärenz zu fördern.

Welche Vorteile sehen Sie durch Ihre Teilnahme am Nachwuchsförderprogramm?

In erster Linie empfinde ich es als hilfreich, auf Studierende und Ärzte zu treffen, die Homöopathie lernen und anwenden. Es ist sehr schwierig, etwas im Alleingang zu lernen. Das Thema Homöopathie ist an meiner Universität nicht präsent und ich kenne kaum Kommilitonen, die sich dafür interessieren. Für den Lernprozess empfinde ich es als sehr entscheidend, dass ich regelmäßig auf Gleichgesinnte treffe. Seminare können dafür ein guter Kontext sein. Das ist nicht nur eine gute Gelegenheit für fachlichen Austausch, es motiviert auch zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema. Auch das Mentorenprogramm ist eine große Hilfe. Wenn ich Fragen habe, habe ich jetzt eine Ansprechpartnerin, die mir weiterhelfen kann. Außerdem freue ich mich natürlich über kostenlose Seminare und Lehrangebote.

Bis 30. November bewerben für das Nachwuchsförderprogramm des DZVhÄ!
Der DZVhÄ unterstützt Studierende der Medizin vom 5. bis 8. Semester für jeweils drei Jahre, in denen sie Einblicke in das Berufsfeld des homöopathischen Arztes erhalten. Ihnen an die Seite gestellt wird ein Mentor als fester Ansprechpartner. Das Mentoring durch eine erfahrene homöopathische Ärztin oder einen Arzt kann neben wissenschaftlicher Fortbildung und Förderung die Unterstützung bei Studium, Promotion und Berufsplanung umfassen.

Online bewerben bis zum 30. November unter: www.weiterbildung-homoeopathie.de/das-bietet-die-nachwuchsfoerderung-des-dzvhae

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