Kompetenznetz für Integrative Medizin gegründet

Integrative Medizin wächst zusammen: In Baden-Württemberg wurde bereits Ende 2017 das erste Kompetenznetz für Integrative Medizin gegründet. Unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin Bärbl Mielich schlossen sich zehn Kliniken und ein Versorgungsnetzwerk zusammen, um an der Weiterentwicklung der Integrativen Medizin zu arbeiten. Der Dialog und die Zusammenarbeit zwischen konventioneller und Integrativer Medizin soll ausgebaut werden, sowohl ambulant als auch stationär. Dabei sind anthroposophische und homöopathische Krankenhäuser, aber auch große Unikliniken, wie die Universitätskliniken Mannheim und Ulm. „Dieses Netzwerk ist ein Pionier“, erläutern Prof. Ralf-Dieter Hofheinz, Universitätsklinikum Mannheim, und Dr. Thomas Breitkreuz, Ärztlicher Direktor der Filderklinik auf der Gründungsveranstaltung, „denn ein solches klinisches Kompetenznetz gibt es in Deutschland noch nicht.“ Geplant ist, gemeinsam neue wirksame Therapieformen im Zusammenspiel von High-Tech-Medizin und komplementären Behandlungs- und Pflegeansätzen zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Außerdem soll ein Qualitätslabel für die Integrative Medizin entwickelt werden, das für Betroffene zukünftig die gesicherte Qualität der Behandlungsangebote garantiert.

„Das neue Netzwerk widmet sich zunächst den integrativen Behandlungskonzepten bei Krebserkrankungen, wo die Nachfrage der Patienten besonders groß ist“, erklärt der Onkologe Prof. Dr. Martin Bentz, Städtisches Klinikum Karlsruhe. Hier werden eine ärztliche und eine pflegerische Arbeitsgruppe eingerichtet. Ab 2019 soll es zudem eine Arbeitsgruppe geben, die sich der ‚integrativen Behandlung von Infektionen’ widmet. „Dies ist ein Thema, das uns in Klinik und Praxis besonders interessiert, um durch den vermehrten Einsatz naturheilkundlicher Verfahren unnötige Antibiotikaverordnungen zu reduzieren“, erläutert Prof. Dr. Michael Geißler, Klinikum Esslingen GmbH.

Das Netzwerk soll nach dem Wunsch seiner Gründer stetig wachsen: Weitere Partner, nicht nur Kliniken, sondern auch aus der ambulanten Versorgung, sind willkommen.

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