Hautpflege bei Säuglingen und Kleinkindern

Hautpflege bei Säuglingen und Kleinkindern

Die besten Mittel für die Behandlung von entzündeter, gereizter oder trockener Haut bei Säuglingen und Kleinkindern sind Zubereitungen aus Kamillenblüten. Da vor allem aber die entzündungshemmenden Hauptbestandteile besser in Alkohol als in Wasser löslich sind, ist einem standardisierten alkoholischen Auszug vor einem rein wässrigen Auszug wie einem Tee der Vorzug zu geben. Und gerade die für Sitz- oder Vollbäder oft angebotenen „Badekamillen” sind in den meisten Fällen weitestgehend frei von irgendwelchen wirksamen Bestandteilen.

Geeignet sind hingegen zur Hautpflege zum Beispiel:

  • Sitzbäder
  • Abtupfen der betroffenen Hautpartien – den alkoholischen Auszug 1:4 verdünnen
  • Kamillenöl oder
  • Kamillensalbe

Auch zu empfehlen sind Hamamelisbäder oder Hamamelissalbe. Dies sind Zubereitungen aus Zaubernussblättern oder -rinde, die durch ihren Gehalt an Gerbstoffen und entzündungshemmenden Substanzen Hautreizungen vorbeugen bzw. heilen können und eine Art Schutzschicht auf der Haut erzeugen.

Bei den ebenfalls hervorragend zur Hautpflege geeigneten Ringelblumenzubereitungen empfiehlt es sich ebenfalls, auf die qualitativ hochwertigen Fertigarzneimittel zurückzugreifen, die es, wie die schon genannten Empfehlungen in Apotheken oder Drogeriemärkten, gibt.

Entzündungen im Windel- und Genitalbereich

Geeignet sind Sitzbäder mit Kamillenextrakt, 10 bis 20 ml Kamillentinktur bzw. Kamillenbad auf ca. 5 Liter Wasser oder mit Schafgarbenblüten, die ebenfalls eine ausgezeichnete entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung besitzen – auch hier am besten in Form eines standardisierten Extrakts, ebenfalls 10 bis 20 ml auf ein Sitzbad von ca. 5 Litern Wasser.

Phytotherapie bei Ekzem wie Milchschorf oder Neurodermitis

Bei chronischen Erkrankungen wie der Atopischen Dermatitis, der Neurodermitis, kommen äußerlichen Behandlungsansätzen wie Salben, Cremes und Bädern niemals mehr als eine lindernde, überbrückende Rolle zu. Diese Erkrankungen können nie durch äußerliche Medikation geheilt werden – dies gilt für phytotherapeutische wie für konventionelle Medikamente. Trotzdem stellt die Naturheilkunde eine Reihe hochwirksamer Substanzen zur Verfügung, die eben diese Linderung in schonender Art und Weise leisten können und damit eine überlegene Alternative zu den oft hochproblematischen schulmedizinischen Pharmaka wie Cortisonpräparaten, geschweige denn Immunmodulatoren darstellen. Auch hier ist die Kamille eine hervorragende Heilpflanze, die in Frage kommt. Kamillenpräparate konnten für die Behandlung von Ekzemen eine mit milden Cortisonpräparaten gleichwertige bis sogar überlegene Wirkung in klinischen Studien nachweisen.

Auch die Zaubernuss ist als Hamamelissalbe oder -creme im direkten Vergleich zu konventionellen Präparaten für die Behandlung von Ekzemen wie Neurodermitis gleich gut wirksam. Juckreizlindernd wirken zum Beispiel Vollbäder mit Eichenrinde – 5 g auf 1 Liter Wasser als Abkochung.

Kleie oder Haferstroh – eine Abkochung aus ca. 50 bis 100g Haferstroh auf 2 Liter Wasser für ein Vollbad. Auch Umschläge oder Sitzbäder mit einer Abkochung aus Eichenrinde – Umschläge 20 g/1 Liter, Bäder 5 g/1 Liter – sind über die enthaltenen Gerbstoffe hier hochwirksam.

Die Behandlung chronischer Hauterkrankungen wie der Atopischen Dermatitis ist eine der Domänen der Homöopathie – sie gehört jedoch im Rahmen einer chronischen, längerfristigen Behandlung immer in ärztliche Hände.

… der Weg zu den Globuli

Für diese chronische Behandlung sind von überragender Bedeutung Beobachtungen über:

  • Lokalisation der Hautveränderungen? Seitenbetonung? Art der Hautveränderungen? Trocken? Schuppend? Nässend? Blutend?
  • Was verschlimmert, was bessert das Hautbild? Tagesverlauf? Wetter? Umgebungstemperatur? Frische Luft? Essen? Trinken? Gemütsverfassung? Waschen? Baden?
  • Tritt Juckreiz auf? Was verschlimmert, was bessert Juckreiz? Tagesverlauf? Wetter? Umgebungstemperatur? Frische Luft? Essen? Trinken? Gemütsverfassung? Waschen? Baden?
  • Was bewirkt Kratzen? Wird der Juckreiz besser? Schlechter? Tritt er nach Kratzen an der einen Stelle, dann an einer anderen auf? Nässen der Haut? Bluten? Schmerzen?

Mehr zum Thema Haut im Interview mit Dr. Helge Seifert, Arzt in Delmenhorst.

Foto: iStockphoto

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