Haunersches Kinderspital: Bürger*innen fordern Erhalt der Homöopathie in der Klinik und überreichen 8.000 Unterschriften

Haunersches Kinderspital: Bürger*innen fordern Erhalt der Homöopathie in der Klinik und überreichen 8.000 Unterschriften

Berlin, 13. Juni 2019. Am kommenden Montag, 17. Juni um 10 Uhr, wird Sandra Rauchenecker vor dem Dr. von Haunerschen Kinderspital in der Lindwurmstraße 4 in München rund 8.000 per Petition gesammelte Unterschriften an die Leitung der Klinik überreichen. Der Hintergrund: Das Dr. von Haunersche Kinderspital plant eine Veränderung, der Fachbereich Homöopathie soll demnach nicht weitergeführt werden. Bereits 24 Jahre lang wurde die Homöopathie erfolgreich an der Universitätsklinik eingesetzt, sie hat sich als wichtiger Baustein einer integrativen Versorgung in der Praxis bewährt. Begleitet wird die Übergabe der Unterschriften für den Erhalt der Homöopathie an der Klinik von Christina Haubrich, Grünen-Abgeordnete des Bayerischen Landtags und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege sowie des Landesgesundheitsrates.

Sandra Rauchenecker, die Mutter eines ehemaligen Patienten des Dr. von Haunerschen Kinderspitals, startete im April eine Petition. Grund dafür war der Vorstoß der Klinikleitung, den Vertrag mit Dr. Sigrid Kruse – sie entwickelte das Projekt „Homöopathie in der Pädiatrie“ – nicht weiterführen zu wollen. Kruse ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Leiterin des Bereiches Homöopathie, sie ist seit 1995 an der Kinderklinik tätig. Heute gilt das Modell als Erfolgskonzept und dient als Vorreiter für das Miteinander von konventioneller Medizin und ergänzenden Methoden an anderen Kliniken.

Rauchenecker fordert mit ihrer Petition den Erhalt des Fachbereichs Homöopathie und die Verlängerung des Vertrags mit Dr. Sigrid Kruse an der Kinderklinik. Am kommenden Montag werden neben Frau Haubrich (MdL) auch Eltern, ehemalige Patienten und Münchner Ärzte zur Übergabe der Unterschriften anwesend sein.

Dr. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), befürwortet die Petition und den Einsatz von Integrativer Medizin in der Klinik. „Das therapeutische Miteinander von konventioneller Medizin und ergänzenden Methoden wie Homöopathie und Naturheilkunde ist wichtig, um jeden individuellen Heilungsprozess bestmöglich zu unterstützen“, erklärt Geiger, „gute Medizin nutzt unterschiedliche Therapieoptionen zum Wohle der Patienten und setzt ihn ins Zentrum der Behandlung.“ Jüngst habe eine Deklaration unterschiedlicher Ärztegesellschaften und Professoren die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Homöopathie unterstrichen. Darüber hinaus zeigten repräsentative Befragungen von Forsa und Kantar TNS, dass aktuell bereits 75 Prozent der Bürger*innen in Deutschland eine Integrative Medizin – also das Miteinander von konventioneller Medizin und Heilmethoden wie der Homöopathie und Naturheilkunde – explizit befürworten. 51 Prozent der Bürger*innen glauben aktuell, dass die steigende Nachfrage nach Homöopathie eine Wende in der Medizin einleitet – hin zu einer Integrativen Medizin“. Geiger: „Wir stehen in Deutschland vor einer Medizinwende. Die CSU hat unter Beteiligung ihres gesundheitspolitischen Sprechers im Bayerischen Landtag, Bernhard Seidenath, bereits Anfang dieses Jahres einen Antrag auf Einrichtung eines Lehrstuhls für komplementäre und integrative Medizin an der Medizinischen Fakultät einer Bayerischen Universität gestellt. Und die Gründung eines Kompetenznetzwerks Integrative Medizin gefordert.“ Vor diesem Hintergrund sei die Haltung der Klinikleitung am Dr. von Haunerschen Kinderspital rückwärtsgewandt, so Geiger.

Petitions-Initiatorin Rauchenecker hat gute Erfahrungen mit der Homöopathie und Dr. Kruses Arbeit in der Kinderklinik gemacht. 2011 und 2012 wurde ihr Sohn stationär auf der onkologischen Station der Kinderuniklinik behandelt. „Gerade bei chronisch und schwer kranken Kindern ist die Unterstützung durch die Homöopathie ein wahrer Segen“, schreibt Rauchenecker. Die Mutter berichtet, dass viele Nebenwirkungen der starken Medikamente gemildert werden könnten – auch bei den zahlreichen der Chemo- und Strahlentherapie. „Die Homöopathie hilft da auf sanfte Art und Weise, auf der körperlichen wie auch der seelischen Ebene.“ Ihr Ziel ist es, dass viele Kinder weiterhin eine solche zusätzliche Unterstützung erhalten können.

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