Homöopathie-Forschung: Kritik an australischer “Meta-Analyse”

Homöopathie-Forschung: Kritik an australischer “Meta-Analyse”

Das Ende der Homöopathie? Aktuell wird eine australische “Meta-Analyse” zur Homöopathie ins Feld geführt, um zu behaupten, Homöopathie wirke nicht. Die Krux: Die “Meta-Analyse” ist gar keine. Es handelt sich bei dieser Publikation eben nicht um eine Meta-Analyse, sondern um einen Report oder Review (einen Review, der nicht durch Gutachter beurteilt worden ist, wie es bei wissenschaftlichen Zeitschriften üblich ist). Die Untersuchung ist demnach nicht dazu geeignet, allgemein gültige Aussagen zur Wirksamkeit der Homöopathie zu treffen.

Die australische Gesundheitsbehörde “National Health and Medical Research Council” (NHMRC) hat das Ergebnis eines Reports zu Homöopathie-Studien veröffentlicht und kommt zu dem Ergebnis, dass Homöopathie nicht besser als Placebo wirke und warnt vor ihrer Anwendung. Der NHMRC Homöopathie-Report steht jedoch im deutlichen Widerspruch zu anderen aktuellen Forschungsergebnissen, die zu völlig anderen Aussagen kommen. Eine von Robert Mathie und Kollegen Ende 2014 veröffentlichte Meta-Analyse zeigt, dass die individualisierte Homöopathie signifikant besser als Placebo ist. 

Keine allgemein gültige Aussage zur Wirksamkeit der Homöopathie

Je nachdem, wie die eingeschlossenen Studien selektiert werden, kommen Übersichtsarbeiten zur Homöopathie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Die australische Gesundheitsbehörde hat beispielsweise nur Studien mit mehr als 150 Teilnehmern ausgewertet, unbeachtet der Tatsache, dass auch gute kleinere Studien klinisch relevante und valide Ergebnisse erbringen können. Es wurden nur englisch-sprachige Studien zugelassen und Qualitätskriterien der Homöopathie nicht beachtet. Es gibt viele weitere Kritikpunkte an dieser Untersuchung, die deshalb keine allgemein gültige Aussage zur Wirksamkeit der Homöopathie zulässt. Eine Übersichtsarbeit in der Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“ von Prof. Robert G. Hahn unter dem Titel „Homeopathy: Meta-analysis of pooled clinical data“ (Band 20 (5), 2013; 376-381) kommt zu dem Schluss, dass Meta-Analysen zur Homöopathie negativ seien, weil 90 Prozent der Daten ausgeschlossen werden.

Diesem australischen Report wird schon jetzt aufgrund vieler wissenschaftlicher Ungereimtheiten eine ähnliche Bauchlandung wie der Shang et.al. Studie prophezeit, die vollmundig das Ende der Homöopathie angekündigt hatte. Das war im Jahr 2005. Das britische Homeopathic Research Institute (HRI) hat eine ausführliche Stellungnahme zum australischen Report veröffentlicht.

Foto: Fotolia

Ähnliche Beiträge: