Substanz

Ferrum phosphoricum ist als Schüssler-Salz bekannt und in der klassischen Homöopathie eine wertvolle Arznei, deren Arzneimittelbild weniger aus Arzneimittelprüfungen, sondern vielmehr aus der therapeutischen Erfahrung im homöopathisch-klinischen Alltag resultiert.

Einsatzbereich

Ferrum phosphoricum ist in erster Linie eine Arznei gegen Fieber und Entzündungszustände, vor allem im akuten bzw. frühen Stadium der Krankheitsentwicklung. Dabei ist der Beginn der Krankheit weniger stürmisch als bei denjenigen Zuständen, die Aconitum oder Belladonna erfordern. Andererseits zeigt das Arzneimittelbild nicht die für Gelsemium typische Schwäche und Benommenheit. Besonders wirksam ist Ferrum phosphoricum bei akuten Infekten der oberen und unteren Luftwege, also zum Beispiel bei frischen grippalen Infekten, Erkältungen mit begleitenden Ohrenschmerzen, Luftröhren- und Kehlkopfentzündungen, Mittelohrentzündungen oder bei heftigem Fließschnupfen mit reichlichem Niesen und Reizhusten. Oft passt das Mittel bei Kindern, die trotz des Fiebers eher wenig beeinträchtigt erscheinen und oft auch eher wenig klare Symptome haben.

Leitsymptome

  • Beginn langsamer als bei Aconitum und Belladonna, innerhalb von Stunden bis 1-2 Tagen
  • Klopfender Kopfschmerz
  • Ohrenschmerz mit gerötetem Trommelfell, oft erst nach vorangegangenem Schnupfen
  • Gesicht abwechselnd blass oder rot
  • Gerötete Augen
  • Nasenbluten bei Erkältungen (vor allem bei Kindern!)
  • Trockener, hackender Husten mit Schmerz in der Brust
  • Schneller, weicher Puls
  • Charakteristisch kann sein, dass es wenige charakteristische Symptome gibt!
  • Der Patient ist oft munter und hat kaum ein Krankheitsgefühl

Modalitäten

Schlimmer

  • Nachts
  • Frühe Morgenstunden
  • Berührung
  • Erschütterung
  • Bewegung

Besser

  • Kühle Anwendungen

Wirkdauer

  • Lang

Vergleichbare Mittel

Gelsemium

  • Ähnlich: Ebenfalls eher zögernder, langsamerer Krankheitsbeginn als bei Aconitum oder Belladonna
  • Unterschied: Gelsemium hat meist wesentlich mehr und stärkere Krankheitssymptome mit Schwäche, herabhängenden Oberlidern, Benommenheit, eher dunkelroter Gesichtsfarbe, Kopfschmerz mit Schwindel, Durstlosigkeit und Zittrigkeit aus Schwäche.
    ( gehe zu Gelsemium )

Phosphorus

  • Ähnlich: Nasenbluten kann zu Verwechslungen führen; trockener, harter Husten; Herzklopfen mit schnellem und weichem Puls.
  • Unterschied: Auch Phosphorus hat im Einzelfall oft wesentlich mehr auffällige Symptome wie zum Beispiel starker Durst auf große Mengen Kaltes; Verschlimmerung mancher Beschwerden beim Liegen auf der linken Seite; Ängstlichkeit mit Verlangen nach Nähe und Zuwendung, Heiserkeit, Schmerzen im Bereich des linken Brustkorbes, evtl. brennende Schmerzen oder brennende Hitze.
    ( gehe zu Phosporus )

Wie sollten homöopathische Arzneien (Globuli) eingenommen werden?

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) empfiehlt bei der Selbstbehandlung für alle homöopathischen Medikamente die Potenz C12. 2-3 Globuli sind eine Gabe. Bei Bedarf kann man die Gabe bis zu viermal am Tag wiederholen. Die Wirkung jeder Gabe muss abgewartet werden. Die Globuli im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken. Homöopathische Arzneimittel gibt es nur in Apotheken.

Buch-Tipp

Die homöopathische Hausapotheke

Die homöopathische Hausapotheke – Die wichtigsten Arzneien für zu Hause und unterwegs

Gerhard Bleul, Patrick Kreisberger, Ulf Riker, DZVhÄ, Bonn, 3. Auflage 2011, 196 Seiten, 10 Euro.

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