Statement von Generalsekretär Patrick Döring, FDP – Bundestagswahl 2013

Statement von Generalsekretär Patrick Döring, FDP – Bundestagswahl 2013

Patrick Döring FDP

Die FDP ist ein großer Verfechter der Naturheilkunde als sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin.
Zwischen schulmedizinischen und alternativen Heil- und Behandlungsmethoden muss es einen
qualitätsorientierten Wettbewerb und in diesem Zusammenhang Chancengerechtigkeit geben.
Gleichermaßen begrüßen wir die Pilotprojekte verschiedener Krankenkassen, alternative Heilmethoden
zu versichern. Dies entspricht auch dem Wunsch vieler Versicherter. Der Erhalt der
Pluralität medizinischer Schulen ist kein Selbstzweck, sondern hat handfeste Vorteile zum Wohl
der Patienten. Pluralität der medizinischen Schulen sichert Wahlfreiheit und lässt in der konkreten
Behandlungssituation Wahlmöglichkeiten für Ärzte und Patienten zu.
Gerade das Beispiel der komplementärmedizinischen Leistungen zeigt, dass unser Gesundheitssystem
noch zu starr ist und den Bedürfnissen der Menschen nicht ausreichend Rechnung trägt.
Die FDP setzt sich daher für ein Gesundheitssystem ein, das den Bürgern größere Spielräume gibt,
ihren Versicherungsschutz besser nach eigenen Präferenzen zusammenzustellen. Denkbar sind
etwa besondere Tarife, um komplementärmedizinische Leistungen abzubilden, oder eine Mehrkostenregelung,
die dafür sorgen würde, dass der Versicherte von seiner Krankenkasse zumindest
den Betrag erstattet bekommt, den die im Rahmen der GKV-Behandlung zugelassene Therapieform
gekostet hätte.
Damit auch im Bereich der Komplementärmedizin wissenschaftlich fundierte Wirksamkeitsnachweise
erbracht werden können, muss deutlich mehr, als dies bisher getan wurde, in die Forschung
und Lehre der Komplementärmedizin investiert werden. Die ganzheitliche Medizin genießt eine
große Akzeptanz in der Bevölkerung. Es wird darauf ankommen, diese auch wissenschaftlich
weiterzuentwickeln.
Die FDP hat sich in diesem Sinne dafür eingesetzt, dass mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz
eine neue Erprobungsregelung eingeführt wurde, mit der wir dem Gemeinsamen Bundesausschuss
die Möglichkeit gegeben haben, ein Bewertungsverfahren bei unzureichendem Nutzenbeleg auszusetzen
und die entsprechende Methode zu erproben. Damit hat der Gemeinsame Bundesausschuss
nun auch selbst die Möglichkeit, im Rahmen eines Bewertungsverfahrens auf die Beseitigung einer
unzureichenden Evidenzlage hinzuwirken. Dies ist auch für die Komplementärmedizin ein wichtiger
Schritt, um eine stärkere Berücksichtigung in unserem Gesundheitssystem finden zu können.
Erkenntnisse aus dem Versorgungsalltag sind für eine gute Versorgungsqualität von besonderer
Bedeutung. Die christlich-liberale Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag deshalb festgehalten, die
Versorgungsforschung auszubauen. Mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz hat die christlich-liberale
Koalition entsprechend bereits die Datengrundlage für die Versorgungsforschung verbessert.
Eine Bürgerversicherung, wie von SPD und Grünen vorgeschlagen, lehnt die FDP ab. Die FDP
steht für den Erhalt des dualen Krankenversicherungssystems. Mit diesem dualen System aus GKV
und PKV haben wir das leistungsfähigste Gesundheitssystem der Welt. Der Wettbewerb zwischen
den beiden Systemen sorgt dafür, dass neue, innovative medizinische Leistungen zügig und auf
einem hohen Qualitätsniveau für alle Bürger unabhängig vom Geldbeutel zur Verfügung stehen.
Der internationale Vergleich zeigt, überall wo es nur ein Einheitsversicherungssystem gibt,
werden Leistungen rationiert, gibt es lange Wartezeiten und Spitzenmedizin erhält nur, wer es sich
leisten kann. Entsprechend sehen wir auch nicht, wie ein solches Einheitssystem dem Wunsch der
Patienten nach Vielfalt, auch im Hinblick auf verschiedene Behandlungsmethoden, gerecht werden
könnte.
Die FDP möchte die erfolgreiche Arbeit der christlich-liberalen Koalition in der Gesundheitspolitik,
auch unter einem liberalen Minister, gerne fortsetzen. An einem fachlichen Austausch mit
den ärztlichen Verbänden der Komplementärmedizin besteht auch in der nächsten Wahlperiode
großes Interesse.

Beitragsbild: ©Wikipedia

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